| 02:40 Uhr

Prügelskandal in der Wüste

Dubai. Ein Skandal um den Ellbogenschlag des Ukrainers Andrej Griwko gegen Marcel Kittel hat am Donnerstag den Etappensieg von Radprofi John Degenkolb bei der Dubai Tour überschattet. Kittel trug nach dem Hieb des Ukrainers vom Astana-Team eine Platzwunde an der linken Augenbraue davon. Von Frank Thomas / dpa/jam

Wütend reagierte der Thüringer auf die Attacke und forderte eine Sperre für den Rivalen.

"Er sollte disqualifiziert werden und eventuell eine Sperre für die nächsten sechs Monate bekommen. Es ist eine schreckliche Enttäuschung für den Radsport, sein Team, die Sponsoren und dieses Rennen", schimpfte Kittel in einem Interview mit dem Internetportal cyclingnews.com. Via Twitter kommunizierte er: "Ich werde keine Entschuldigung dafür akzeptieren. Was Griwko getan hat, ist eine Schande für unseren wunderschönen Sport."

Zudem stellte Kittel klar: "Es gibt eine sehr dünne Linie, die man nicht überschreiten darf. Wenn man einen Streit hat, dann spricht man darüber und berührt den Anderen vielleicht. Damit habe ich kein Problem, aber wenn man jemanden verletzt, ist es vorbei. Dafür gibt es keine Entschuldigung."

Während der Etappe war die blutende Wunde behandelt worden. Zugleich hatte der Ellbogenschlag Kittels Brille zerstört. "Ein Zentimeter weiter rechts und er hätte mein Auge verletzen können", klagte er.

Der dritte Etappensieg der deutschen Radfahrer durch John Degenkolb nach zwei Erfolgen von Kittel geriet total in den Hintergrund. "Ich wollte diesen Sieg für meine Kollegen, für das ganze Team. Sie haben so eine enorme Arbeit geleistet, und sie verdienen den Erfolg", sagte Degenkolb und gab zu: "Es war ziemlich hart auf den letzten zwei Kilometern."

Wegen des Seitenwindes war das Feld mehrfach auseinandergerissen worden. Zwischenzeitlich war Degenkolb in einer zweiten Gruppe abgeschlagen, doch er schaffte dank seiner Teamgefährten wieder den Anschluss zur Spitze. "Es war wirklich erstaunlich, einfach verrückt. Ich bin an meine Grenzen gestoßen", räumte er aufgrund der ungewöhnlichen äußeren Bedingungen ein.

Vorjahressieger Kittel behauptete indes trotz des Prügel-Skandals die Gesamtführung - mit einem Vorsprung von acht Sekunden auf den Niederländer Dylan Groenewegen.

Zum Thema:
John Degenkolbs Etappensieg ging am Donnerstag fast unter. Dabei hatte der Oberurseler vom Team Trek-Segafredo für den dritten Erfolg der deutschen Radprofis bei der Dubai Tour gesorgt. Degenkolb setzte sich nach 200 Kilometern nach einem spannenden Finale im Massensprint durch und ist jetzt Gesamtdritter.