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Boxen
Profi-Duo gibt im Boxgym Pelk in Weißwasser Vollgas

Am kommenden Sonnabend wollen die Profiboxer Dominik Kosel (links) und Tino Fröhlich (rechts) zusammen mit ihrem Coach Matthias Pelk erfolgreich sein. Foto: Mader
Am kommenden Sonnabend wollen die Profiboxer Dominik Kosel (links) und Tino Fröhlich (rechts) zusammen mit ihrem Coach Matthias Pelk erfolgreich sein. Foto: Mader FOTO: Alexander Mader
Weißwasser. Am Samstag steigen die Profiboxer Tino Fröhlich und Dominik Kosel in Hangelsberg (Oder-Spree) in den Ring. In Sachsen bereiten sie sich vor. Von Alexander Mader

10, 9, 8 . . . Die letzten Sekunden laufen. Dann endlich ist es geschafft. Der Zeitmesser meldet sich. Piep, piep, piep. Trainer Matthias Pelk: „Wenn du den Signalton nach der letzten Trainingseinheit hörst, bist du als Sportler echt glücklich.“ Auch heute ist es nicht anders. Tino Fröhlich und Dominik Kosel atmen durch, dehnen sich. Eine Stunde intensives Training haben sie hinter sich. Der Coach schmunzelt: „Gut gemacht. Das war ein schönes, lockeres 8 x 3.“ Schön und locker? Naja. Das sehen seine Schützlinge garantiert anders. Denn die Einheit ist wieder einmal richtig hart gewesen.

Eine Stunde zuvor hat sie begonnen, pünktlich um 17 Uhr. „15 Minuten Erwärmung. Dann braucht mir keiner sagen, dass er nicht warm ist“, begrüßt der Coach seine Schützlinge. Also dann. Die Trainingseinheit startet. Ganz locker erst einmal, es wird sogar noch ein bisschen gescherzt. 12, 13 Minuten. Dann wächst die Anspannung. Vorm Spiegel werden Kombinationen geschlagen, man spürt: Jetzt wird es ernst. Die Trainingsgruppe wird geteilt. „Tino und Dominik locker am Sandsack einschießen. Vier mal drei Minuten“, fordert der Coach. Locker? Von wegen. Jeweils 180 Sekunden geben seine Kämpfer Vollgas, Matthias Pelk ist zufrieden: „Beide sind gut drauf und bereit für ihre Kämpfe am 2. Dezember.“ In der Müggelspreehalle Hangelsberg geht’s dann für das Pelk-Duo um wichtige Ranglisten-Punkte.

Das Besondere: Cruisergewichtler Tino Fröhlich springt kurzfristig als Ersatz ein und kämpft gegen René Hübner aus Eisenhüttenstadt.  „Vor circa fünf Wochen kam die Anfrage und wir haben zugesagt“, sagt Matthias Pelk und ergänzt: „Natürlich ist das nicht optimal. Aber als Profi musst du immer in der Lage sein, dich in relativ kurzer Zeit auf einen Sechs-Runden-Kampf vorzubereiten. Und Tino hat ja schon viel Routine.“

Über sechs Runden ist am 2. Dezember auch Dominik Kosel im Super-Mittelgewicht gefordert. Sein nunmehr siebter Profikampf. Sechs Siege stehen bis dato zu Buche, eine weiße Weste. Und die möchte er natürlich verteidigen. „Dafür schuften wir seit Wochen richtig. Allein beim Sparring in Cottbus und bei uns im Gym gegen befreundete polnische Boxer hat Dominik rund 50, 60 Runden absolviert.“ Für heute sind erst einmal die vier Runden Sandsack geschafft. Nun geht‘s weiter. Der Coach: „Viermal drei Minuten Distanzarbeit, volles Tempo. Macht nicht so viel. Aber was ihr macht, blitzschnell. Die Führungshand muss kommen wie eine Nähmaschine.“ Und das kommt sie. Immer und immer wieder. Ein Mega-Pensum. Beide Sportler geben alles, quälen sich. Eine Runde, zwei Runden, drei Runden, vier Runden. Dann ertönt das erlösende letzte „Piep“ an diesem Trainingstag.

Feierabend. Zeit, um schon einmal auf den Kampfabend zu schauen. „Meinen Gegner boxe ich jetzt bereits zum dritten Mal“, verrät Tino Fröhlich. Aktuell steht es dabei 2:0 nach Siegen für den Kontrahenten René Hübner. Soweit die nüchternen Zahlen. Aber Tino Fröhlich sieht dem dritten Aufeinandertreffen trotzdem mit Optimismus entgegen: „Der erste Kampf ging deutlich verloren. Aber beim zweiten Mal habe ich kaum was im Gesicht gehabt. Da lief es schon wesentlich besser.“ Und diesmal? Das wird sich zeigen. Matthias Pelk weiß: „Timo muss seine Schlagkraft und seine Kampfstärke ausspielen, Druck machen und viel mit der Führhand arbeiten.“

Etwas anders sieht die Taktik bei Dominik Kosel aus: den Gegner mit langen Hände auf Distanz halten und einen  Innenfight vermeiden. Dass es dabei am Samstag eine Auswärtsaufgabe im Ring ist, stört das Weißwasseraner Trio nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil. „Auswärts hast du die Leute gegen Dich. Da musst du locker bleiben und darfst dich von der Atmosphäre nicht anstecken lassen. Und wenn es dann so aber der zweiten, dritten Runde ruhiger wird, weißt du, dass du alles richtig machst“, weiß Matthias Pelk mit seiner Erfahrung von 26 Profi- und vielen Amateurkämpfen. Perfekt wäre es für die Pelk-Boxer, wenn es  auch am Samstag so gut laufen würde. „Das Wichtigste ist natürlich, dass wir in unseren Kämpfen gesund aus dem Ring kommen. Aber selbstverständlich zählt auch der Erfolg. Schließlich wollen wir uns für unsere Schinderei in der Vorbereitung  belohnen“, blickt Dominik Kosel voraus.