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Prädikat besonders wertvoll

Wolfsburg/Cottbus.. Er biss auf die Zähne, rackerte 90 Minuten. Er organisierte lautstark die Abwehr und schaltete sich immer wieder in Wolfsburg in die Offensive ein und hatte in der 47. Minute sogar die Chance zur Führung auf den Fuß – Energie-Kapitän Kevin McKenna. Wolfgang von der Burg


Nun sind die beschriebenen Tugenden eigentlich die, die den Kopf der Mannschaft ohnehin auszeichnen, doch der Kanadier hat in dieser Woche eben erst einen schweren grippalen Infekt überstanden. So ist es um so erstaunlicher, dass er in Wolfsburg die komplette Spielzeit durchstand. Einen Tag vor dem Mittwoch-Heimspiel gegen Frankfurt (0:1) meldete sich McKenna mit starken Kopf- und Gliederschmerzen ab und hütete fortan das Bett. „Ich habe nicht einmal das Spiel gegen Frankfurt gesehen, so schlecht habe ich mich gefühlt“ , erzählte er.
Am Donnerstag tauchte er beim Abschlusstraining auf und verbreitete Optimismus für einen Einsatz in Wolfsburg: „Ich muss unseren Medizinern ein großes Kompliment machen, die mich mit Infusionen wieder auf die Beine bekommen haben.“
Letztere wurden ihm beim VfL von Minute zu Minute schwerer. „Zweite Halbzeit war ich ganz schön müde, doch schließlich hat ja alles gut gepasst. Wir hatten uns als Mannschaft den Punkt in Wolfsburg redlich verdient“ , sagte McKenna.
Teammanager Petrik Sander war natürlich froh, dass sich sein Kapitän zur Verfügung stellte: „Natürlich ist bei so einer Erkrankung immer ein Restrisiko dabei, doch wir haben gemeinsam abgewogen, ob er spielen soll oder nicht. Ich bin froh, dass er erneut ein vorbildlicher Kapitän war.“ Die Entscheidung, in Wolfsburg aufzulaufen, ist eigentlich schon am Freitag vor der Busabfahrt in Cottbus gefallen. „In dem Moment, wo ich in den Bus eingestiegen bin war klar, dass ich spiele“ , erzählte er.
Was McKenna für das Team besonders wertvoll macht, beantwortete Sander mit dem Satz: „Das haben wir gegen Frankfurt gesehen, da war er nicht dabei.“

Nicht zur Nationalelf
Nun hat der Kapitän der kanadischen Nationalmannschaft eine Einladung für Mittwoch zum Testspiel gegen Ungarn in Budapest. Gestern entschied er sich dafür, sich erst einmal endgültig zu regenerieren um für den nächsten Bundesliga-Hit am kommenden Samstag gegen Schalke fit zu sein.
„Das ist mit dem kanadischen Nationaltrainer so abgesprochen, dass Kevin sich erst einmal vollständig auskuriert damit er dann gegen Schalke wieder zu 100 Prozent bei Kräften ist“ , berichtete Petrik Sander.
Ein Kompliment für seine gute Leistung in Wolfsburg erhielt McKenna auch von Mannschaftskamerad Steffen Baumgart, der schmunzelnd meinte: „Kevin ist Kanadier. Den knipst du an und dann läuft er. Er hört erst wieder auf, wenn du ihn ausknipst.“