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Polen ist "im Himmel" und feiert Retter Lewandowski

Prost: Robert Lewandowski trinkt auf die WM-Teilnahme.
Prost: Robert Lewandowski trinkt auf die WM-Teilnahme. FOTO: dpa
Warschau. In Polen kannte die Begeisterung um Robert Lewandowski am Tag nach einer Berg- und Talfahrt zur WM-Endrunde keine Grenzen. Selbst Universitäts-Dozenten zogen für den Stürmer das Nationaltrikot über: Denn Lewandowski hatte Polen am Sonntagabend nicht nur die WM-Teilnahme gesichert, am nächsten Morgen legte er an der Warschauer Sporthochschule noch einen Uni-Abschluss mit Auszeichnung nach. dpa/swr

Nur Stunden nach dem entscheidenden Sieg verteidigte Lewandowski seine Bachelor-Arbeit. Ebenfalls mit Bravour, wie seine Prüfer betonten. Sie empfingen Lewandowski in den weiß-roten Nationalfarben gekleidet, während der 29-Jährige im Anzug erschien.

Von den Medien des Landes wurde der Superstar des deutschen Meisters Bayern München zum "König des Warschauer Nationalstadions" gekürt. "Vom Himmel in die Hölle, aus der Hölle nach Russland", so fassten die Kommentatoren den Weg des zweimaligen WM-Dritten beim 4:2 (2:0) in einem turbulenten Qualifikationsabschluss gegen Montenegro zusammen.

Erstmals seit 2006 in Deutschland ist Polen wieder bei einem Weltturnier dabei. Lewandowski erzielte 16 der 28 Quali-Tore und ist mittlerweile Rekordtorschütze in der polnischen Nationalmannschaft. Sein 51. Treffer rettete das Team, das eine 2:0-Führung verschenkt hatte und um das direkte WM-Ticket zittern musste. Lewandowski stoppte mit dem 3:2 in der 85. Minute den Negativlauf.

Während Polen bei den Weltmeisterschaften 1974 und 1982 mit Stars wie Zbigniew Boniek, Grzegorz Lato oder Kazimierz Deyna für Furore gesorgt hatten, erscheint die Gegenwart eher als Ein-Mann-Show. Für die Qualifikation hat es trotzdem erstmal gereicht.