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Pohl fährt ihre Teamgefährtin zum Meistertitel

Stephanie Pohl und Lisa Klein jubeln gemeinsam über den Meistertitel.
Stephanie Pohl und Lisa Klein jubeln gemeinsam über den Meistertitel. FOTO: Roth
Chemnitz. Die Erfurterin Lisa Klein ist neue deutsche Straßenradmeisterin der Elite. Großen Anteil daran hat Stephanie Pohl aus Cottbus, die ihre Cervelo-Bigla-Teamgefährtin auf den letzten Metern in die richtige Position brachte. Romy Kasper aus Forst verfehlte knapp das Podium. Frank Noack

Die schnelle Edelhelferin strahlte im Zielbereich und fiel der überglücklichen Siegerin um den Hals. "Endlich haben wir das Meistertrikot", freute sich Stephanie Pohl nach den anstrengenden 116 Kilometern auf der mit einem knackigen Anstieg gespickten Stadtrunde in Chemnitz. Auf der Zielgeraden zog Pohl den Sprint für Lisa Klein an und setzte damit den offensiven Rennplan von Cervelo Bigla perfekt um. Bei sommerlichen Temperaturen von 27 Grad gewann Klein in 3:10:59 Stunden (36,6 km/h) im Sprint vor Lisa Brennauer (Durach/Canyon-SRAM) und der Berlinerin Charlotte Becker (Hitec Products). Für Pohl stand letztlich Platz sechs zu Buche.

Es war eine dramatische und knappe Entscheidung. Denn zunächst schien Lisa Brennauer eine Reifenbreite vorn zu liegen. Nach Auswertung des Zielfilms erklärte die Jury dann aber Lisa Klein zur Siegerin. Und die bedankte sich ausdrücklich bei ihren Cervelo-Bigla-Helferinnen: "Stephanie Pohl und Clara Koppenburg haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Ich hatte eine tolle Unterstützung durch mein Team. Ihnen habe ich diesen Sieg zu verdanken."

Romy Kasper (Ale Cipollini), die als Einzelkämpferin unterwegs war, verfehlte als Vierte knapp die Medaillenränge. Zeitfahrmeisterin Trixi Worrack aus Dissen konnte nicht in die Entscheidung eingreifen, lieferte einen Tag nach ihrem Titelgewinn im Kampf gegen die Uhr aber erneut eine beherzte Vorstellung ab. Kerstin Brachtendorf vom BPRSV Cottbus belegte am Ende einen guten 16. Rang.

Das Feld der insgesamt 86 Starterinnen musste sich zunächst gedulden, ehe es auf die 19,4 Kilometer lange Stadtrunde durch Chemnitz durfte. Schuld daran war eine kurzfristig entstandene Ölspur auf dem Fahrbahnbelag, die erst noch beseitigt werden musste. Anschließend wurden Worrack & Co. aber dann von einer phantastischen Stimmung durch die insgesamt sechs zu fahrenden Runden getragen. Vor allem am Berg in der Gornauer Straße säumten tausende Radsportfans die Strecke und halfen den Fahrerinnen mit der La-ola-Welle beim knackigen Anstieg.

Die Strecke führte direkt am berühmten Karl-Marx-Monument, im Volksmund auch liebevoll Nischel genannt, vorbei. Das Geschehen bestimmte zunächst eine dreiköpfige Ausreißergruppe, in der auch die Cottbuserin Lisa Küllmer (D.Velop - Cycle Cafe Ladies) vertreten war. Die Gruppe fuhr einen Vorsprung von bis zu zwei Minuten heraus. Nach der Hälfte des Rennen wurde das Trio dann aber von einer größeren Gruppe geschluckt, in der alle Favoritinnen vertreten waren.

Trixi Worrack hatte es ab der vierten Runde am Berg immer schwerer und musste zwischenzeitlich abreißen lassen. Die neue und alte Zeitfahrmeisterin war mit dem Wissen in die Titelkämpfe gegangen, dass ihr wegen der schweren Verletzung im vergangenen Jahr sowohl Renn- als auch Trainingskilometer fehlen ( Zweite Karriere von Trixi Worrack mit nur einer Niere ). Worrack kämpfte sich zwar immer wieder ran, musste in der letzten Runde aber - von Krämpfen geplagt - das Rennen aufgeben.

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