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Papa Petersen braucht "einen goldenen Tag"

Halberstadt. Petersen gegen Petersen: Das Familien-Duell ist einer der Höhepunkte der 1. DFB-Pokal-Runde. Vater Andreas will mit dem Viertligisten Halberstadt gegen seinen in Freiburg spielenden Sohn Nils gewinnen. Gerald Fritsche

Petersen. Auf diesen einen Namen wird das DFB-Pokalspiel der 1. Runde zwischen Germania Halberstadt und dem SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky live) reduziert. Nicht ganz zu Unrecht. Denn es kommt im deutschen Profifußball nicht oft vor, dass Vater und Sohn aufeinandertreffen. Der Eine, Andreas, ist Trainer des sachsen-anhaltischen Regionalligisten. Der Andere, Nils, Stürmer des Bundesligisten.

Die Konstellation ist klar: Alles andere als ein Sieg der Breisgauer wäre eine große Überraschung. Der 57-jährige Trainer des Underdogs will den Gegner und damit auch seinen Sohn jedoch gehörig ärgern. Der Ehrgeiz wurde bereits bei der Auslosung geweckt. Vater und Sohn verfolgten die Zeremonie gemeinsam am Fernseher im Halberstädter Friedensstadion. Und waren zunächst sprachlos. Wirklich begreifen konnte Nils Petersen dieses Los eigentlich nicht. Es sei "verrückt!" und "Wahnsinn", schrieb der Stürmer auf Instagram und erklärte: "Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht."

Immerhin spielte er in der Jugend über drei Jahre für Germania. "Ich freue mich, zu meinen Wurzeln zurückzukehren", sagte der Profi. Vater Petersen machte sich schon nach der Auslosung seine Gedanken. Und geht seitdem die Sache besonders akribisch an. "Es wird nicht einfach gegen uns, aber wir gehen auch mit Demut ran. Papa Petersen hat einen Plan, weiß, wie es gehen könnte. Ich habe aber großen Respekt vor der Qualität meines Jungen, des ganzen Teams und Christian Streich. Wir brauchen einen goldenen Tag." Schon einmal war er im DFB-Pokal auf einen Bundesligisten getroffen. Im August 1991 unterlag er mit Wenigerode dem 1. FC Köln (0:4).

Spiele Vater gegen Sohn sind für beide Petersens immer ein Erlebnis: "Ich habe bisher zweimal gegen ihn gespielt und noch nie gewonnen. Das wird sicher eine eklige Aufgabe", sagte Nils Petersen. Das Ausscheiden in der Europa-League-Qualifikation gegen den slowenischen Pokalsieger Domzale wurmt gewaltig. "Da geht es ganz schnell, und man scheidet auch in Halberstadt aus", betonte der Sohn, der mit seinem Vater in regelmäßigem Kontakt steht und dabei auch viel über Fußball spricht. "Wir telefonieren täglich, aber wir sind so professionell, dass keiner Dinge von seiner Mannschaft ausplaudert", sagt er. Es gehe schließlich auch um viel Geld.

Physisch seien die Teams, die sein Papa Andreas bislang trainierte, immer auf sehr hohem Niveau gewesen, warnt Nils. "Wenn Mannschaften von meinem Vater eines können, ist es rennen und marschieren, fit sind sie, das wird schwierig." Zudem steht Germania schon im Spielbetrieb. Drei Begegnungen hat man bestritten, beim 1:0-Sieg gegen Mattuschka-Club Altglienicke am Wochenende holte man sich das Erfolgserlebnis, das man für das Freiburg-Match braucht. Vor allem aber muss man Nils Petersen ausschalten. Wie das geht, wird Andreas Petersen seinen Jungs mit Sicherheit sagen.