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| 13:49 Uhr

Radsport
Olympischer Glanz auf der Forster Bahn

Die beiden russischen Topfahrerinnen Olga Zabelinskaya und Evgenia Augustinas dominierten die Frauenwettbewerbe nach Belieben und holten sich den Gesamtsieg.
Die beiden russischen Topfahrerinnen Olga Zabelinskaya und Evgenia Augustinas dominierten die Frauenwettbewerbe nach Belieben und holten sich den Gesamtsieg. FOTO: Frank Hammerschmidt
Forst. Starke Vorstellungen lieferten unter anderem die Russin Olga Zabelinskaya und der Forster Europameister Franz Schiwer ab. Auch im kommenden Jahr soll es wieder eine Fortsetzung geben. Von Sven Hering

Von einem „Beginn einer neuen Ära“ sprach Gerd Suschow, Vereinsvorsitzender des gast­gebenden PSV Forst, zu Beginn der kurzweiligen Veranstaltung. Die Forster hatten ein starkes Damen-Fahrerfeld verpflichtete. Auf dem Programm standen vier Wettbewerbe: Scratch, Punktefahren, Zweiermannschaftsfahren und Dernyrennen. „Die internationalen Bestimmungen haben uns ein wenig geholfen“, erklärte Suschow. Weil das Madison der Frauen olympische Disziplin geworden ist, werden internationale Wettbewerbe als Möglichkeit, Qualifikationspunkte zu sammeln, deutlich aufgewertet. Forst sei dabei das einzige Rennen der Kategorie 2 in Deutschland, das es für Frauen in diesem Jahr gibt. Außerdem waren insgesamt 2000 Euro an Preisgeld zu vergeben.

Gern wäre auch Lokalmatadorin Romy Kasper mit an den Start gegangen. Auf der Bahn war sie dann auch. Allerdings in einer neuen Rolle. Als Co-Moderatorin unterstützte sie den Stadionsprecher Marcel Barth. „Es fällt mir ein bisschen schwer, hier zu stehen. Ich wäre wirklich gern selbst gefahren. Aber ich leide noch immer an den Folgen meiner Gehirnerschütterung“, sagte sie. Romy Kasper war kürzlich bei der OVO Energy Tour of Britain gestürzt.

Eine starke Vorstellung lieferte die Russin Olga Zabelinskaya ab. Zweimal hatte sie bei den Olympischen Spielen im Jahr 2012 in London Bronze geholt. In Forst gewann sie das Punkterennen. Evgenia Augustinas aus Russland, vielleicht besser bekanntunter ihrem Namen Romanyuta, hatte das Scratch-Rennen über 25 Runden gewonnen. Im Madison setzte sich das russische Duo Zabelinskaya/Augustinas durch. In der Gesamtwertung landete Zabeleinskaya, die auch das abschließende Dernyrennen gewonnen hatte, ganz vorn. Aus deutscher Sicht überzeugten Lea Lin Teutenberg und Ricarda Bauernfeind.

Franz Schiewer holte sich mit Schrittmacher Gerd Gessler den Sieg.
Franz Schiewer holte sich mit Schrittmacher Gerd Gessler den Sieg. FOTO: Frank Hammerschmidt

Bei den Stehern lieferte der Forster Europameister Franz Schiwer eine Machtdemonstration ab. Das erste Rennen gewann er souverän, im zweiten wehrte er eine Attacke seines härtesten Kontrahenten Stefan Schäfer kurz vor Ende der 50 Runden ab – und das bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 70 km/h. Bundestrainer Mario Vonhof, der ebenfalls in Forst war, hat vor den Europameisterschaften Anfang September in Erfurt genau hingeschaut. Drei Fahrer bekommen das EM-Ticket, hinzu kommen zwei Ersatzfahrer. Franz Schiewer hat dabei die besten Karten. „An ihm kommt man nicht vorbei, das hat man heute wieder gesehen“, sagte Vonhof. „Allerdings zeigt er schon das ganze Jahr über eine sehr starke Leistung.“ Aber auch Stefan Schäfer brachte sich nachdrücklich in Erinnerung: mit einem Sieg im dritten Rennen über 60 Runden nach einer ganz starken Leistung. Für ihn gab es ebenfalls Lob vom Bundestrainer: „Stefan Schäfer ist echt faszinierend“, sagte Vonhof, der von einer Millimeterentscheidung bei der Nominierung sprach. Schiewer, der sich lange zurückgehalten hatte, wurde im dritten Rennen Zweiter, holte sich damit aber den Gesamtsieg beim Forster Europakriterium..

Das Fazit nach rund sechs Stunden Radsport in Forst lautete: Die Steher boten die gewohnt gute Unterhaltung, der Nachwuchs nutzte die große Bühne und das Konzept, Frauenrennen in das Programm aufzunehmen, ruft nach einer Fortsetzung. Eine Anmeldung für 2019 gab es jedenfalls schon am Sonntag. „Ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr die Chance erhalten werde, hier in Forst zu starten. Dann wäre ich sehr gern mit dabei“, sagte Romy Kasper.

Die verletzte Lokalmatadorin Romy Kasper (2.v.l.) war als Co-Moderatorin mit auf der Bahn.
Die verletzte Lokalmatadorin Romy Kasper (2.v.l.) war als Co-Moderatorin mit auf der Bahn. FOTO: Frank Hammerschmidt