ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:51 Uhr

Radsport
Olympiasiegerin Vogel verunglückt – „Wir machen uns große Sorgen“

Kristina Vogel hat sich in Cottbus auf den Großen Preis von Deutschland am Freitag und Samstag vorbereitet.
Kristina Vogel hat sich in Cottbus auf den Großen Preis von Deutschland am Freitag und Samstag vorbereitet. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Die Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel ist in Cottbus schwer verunglückt. Nach einem Trainingssturz muss sie in Berlin notoperiert werden. Der Bundestrainer ist schockiert. Von Jan Lehmann

Bahnrad-Bundestrainer Detlef Uibel reagierte geschockt und sagte am Dienstagnachmittag gegenüber der RUNDSCHAU: „Wir machen uns große Sorgen um Kristina.“ Die 27-Jährige war am Vormittag beim Teamsprint-Training für den 28. Großen Preis von Deutschland in Cottbus schwer verunglückt. Die Sprint-Olympiasiegerin hatte einen Fahrer übersehen, der offenbar einen stehenden Start geübt hatte. Mit Höchstgeschwindigkeit war sie aufgefahren und danach auf die Betonbahn gestürzt. Die Sprinterinnen erreichen ein Tempo von mehr als 60 Stundenkilometern.

Mit einem Rettungshubschrauber wurde die Erfurterin nach Berlin geflogen, wo sie notoperiert werden musste. Zu den Verletzungen wollte Uibel keine weiteren Angaben machen, der Schock bei ihm sitzt tief. Auch Axel Viertler, Geschäftsführer des RSC Cottbus, der am Wochenende den Großen Preis austrägt, konnte und wollte sich nicht näher zu den Unfallfolgen äußern.

Nach RUNDSCHAU-Informationen wird jetzt sogar erwogen, den Großen Preis von Deutschland abzusagen. Allerdings gibt es dazu noch keine Entscheidung. Für die Traditionsveranstaltung auf der Cottbuser Bahn haben 131 Fahrer aus 13 Nationen gemeldet.

Kristina Vogel ist Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin im Bahnrad-Sprint.
Kristina Vogel ist Olympiasiegerin und elffache Weltmeisterin im Bahnrad-Sprint. FOTO: Frank Hammerschmidt

Kristina Vogel ist dabei der Star der Veranstaltung. Die fröhliche Erfurterin ist seit Jahren das Aushängeschild des deutschen Bahnradsport. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hatte sie sich in die Herzen der Fans gefahren, als sie trotz eines gebrochenen Sattels zu Gold gerast war.

Die Sportlerin hatte bereits 2009 einen schweren Trainingsunfall erlitten. Sie war beim Straßentraining mit einem Zivilfahrzeug der Thüringer Polizei kollidiert und hatte danach im Koma gelegen. Die Narben der Schnittwunden sind bis heute in ihrem Gesicht zu sehen. Das Landgericht Erfurt hatte ihr im August 2014 ein Schmerzensgeld in Höhe von 100.000 Euro zugesprochen.