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| 17:54 Uhr

Leichtathletik
Olympia-Gold für Cottbuserin Dörfel

 Das harte Training in Cottbus hat sich ausgezahlt: In Baku konnte Blanka Dörfel allen davonlaufen.
Das harte Training in Cottbus hat sich ausgezahlt: In Baku konnte Blanka Dörfel allen davonlaufen. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus/Baku. Die Cottbuser Hindernisläuferin Blanka Dörfel hat sich bei den Europäischen Jugendspielen in Baku mit einem neuen Rekord durchgesetzt. Bei ihrem Heimatverein ist man stolz auf das neue Aushängeschild. Von Jan Lehmann

Erst musste sie sogar die Ellbogen ausfahren, am Ende sich dann die Freudentränen aus den Augenwinkeln wischen: Die Cottbuserin Blanka Dörfel hat bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen (EYOF) in Baku (Aserbaidschan) mit einem beherzten Lauf die Goldmedaille über 2000 Meter Hindernis geholt. In 6:39,02 Minuten stellte sie dabei am Donnerstagabend sogar einen neuen EYOF-Rekord auf.

In einem großen Feld mit 21 Starterinnen musste sich die zierliche Läuferin vom LC Cottbus auf den ersten Metern regelrecht durchboxen, um sich einen vorderen Platz zu erkämpfen. Über einen Umweg auf der Außenbahn setzte sich die 17-Jährige an die Spitze, bereits beim ersten Wassergraben lief sie in der ersten Reihe. Als die Läuferin, die in Cottbus bei Rainer Kruk trainiert, bei der 1000-Meter-Marke das Tempo anzog, konnte keine Konkurrentin mehr mithalten.

Auf der letzten Runde war bereits alles klar, nach dem letzten Hindernis konnte sich Blanka Dörfel kurz umschauen und dann mit ausgebreiteten Armen ins Ziel und dann mit einer deutschen Flagge um den Schultern eine kleine Ehrenrunde laufen. Die Ungarin Greta Varga kam als Zweitplatzierte mit fast acht Sekunden Rückstand ins Ziel.

 Trainer Rainer Kruk freut sich riesig über den Erfolg seiner Läuferin.
Trainer Rainer Kruk freut sich riesig über den Erfolg seiner Läuferin. FOTO: Frank Hammerschmidt

Als dann bei der Siegerehrung im Stadion von Baku die deutsche Hymne erklang, schimmerten die Freudentränen in den Augen der Cottbuserin – und auch in der Heimat schwangen die Emotionen hoch.

Ulrich Hobeck, Vize-Präsident vom LC Cottbus, hatte den Lauf am Internet-Livestream verfolgt und sagt am Freitag: „Wenn ich daran denke, muss ich gleich wieder schlucken. Das war beeindruckend, wie souverän und technisch sauber sie gelaufen ist. Sie ist ein Ausnahmetalent, extrem fleißig und eine Motivation für unsere jungen Sportler.“

Hobeck ist stolz darauf, dass der LC Cottbus mit Blanka Dörfel nun neben Marie Scheppan, die 2018 bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires Silber über 400 Meter gewann, nun die nächste internationale Spitzenathletin hervorgebracht hat. Er betonte: „Da wächst einiges heran, Rainer Kruk hat ja noch mehr Talente.“

Dörfels Heimtrainer zeigte sich ebenfalls begeistert. Rainer Kruk, der gerade mit anderen Cottbuser Nachwuchssportlern bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm ist, lobte: „Blanka ist sehr clever gelaufen, das war begeisternd. Ganz ehrlich: Im vergangenen Jahr war noch nicht damit zu rechnen, dass sie so einen Leistungssprung machen wird. Umso mehr freue ich mich für sie. Gold und die Deutschland-Flagge um den Hals, das erlebt eine Sportlerin nicht alle Tage.“

Der Cottbuser Turner Willi Binder (16) hat in Baku das Mehrkampf-Finale erreicht. Dort landete der Bundesliga-Turner vom SC Cottbus im Vergleich mit deutlich älteren Athleten auf Rang 24.