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Turnen
„Ich will es mir bei Olympia noch einmal beweisen“

Cottbus. Die Turn-Legende hat beim 42. Turnier der Meister eine Bestmarke für die Ewigkeit gesetzt. Nun hat sie schon das nächste Ziel.

Oksana Chusovitina hat mit ihrem 15. Titel eine Bestmarke für die Ewigkeit beim Turnier der Meister gesetzt. In der LAUSITZER WOCHE verrät die 42-jährige Turn-Legende ihr Geheimnis und kündigt an: Sie will 2020 nach Tokio. Es wären die achten Olympischen Spiele für das Sprung-Phänomen aus Usbekistan.

Oksana Chusovitina, was bedeutet dieser 15. Sieg in Cottbus für Sie?

Chusovitina: Jeder Wettkampf ist für mich wichtig. Dieser in Cottbus war es besonders, nachdem ich mich vor der Weltmeisterschaft ein bisschen verletzt hatte. Aber jetzt bin ich wieder gesund und mit dem Sieg sehr zufrieden. Denn nächstes Jahr will ich wieder angreifen – in der Vorbereitung und der Qualifikation für Olympia.

Tatsächlich, Sie wollen 2020 nach Tokio? Es wären Ihre achten Olympischen Spiele.

Chusovitina: Ja, unbedingt. Dieses Ziel habe ich mir gesetzt. Ich will es mir selbst noch einmal beweisen.

Sie waren bereits zum 18. Mal beim Turnier der Meister in Cottbus. Was zieht Sie immer wieder zu dem Wettkampf in die Lausitz?

Chusovitina: Ich komme einfach sehr gern hier her. Für mich gilt schon seit Jahren: Wenn ich gut in Cottbus turne, dann geht es auch gut weiter. Also hoffe ich, dass ich mit dieser Goldmedaille nun gut ins nächste Turnjahr komme. Dieser Sieg macht mir gute Laune.

Sie sind 42 Jahre alt. Bitte verraten Sie uns Ihr Geheimnis – wie können Sie noch immer diese Bestleistungen bringen?

Chusovitina: Ganz ehrlich, ich weiß es selbst nicht so genau. Ich denke, es liegt vor allem daran, dass ich diesen Sport so liebe. Und auf dem Podium sind wir doch alle gleich, egal ob mit 16 Jahren oder in meinem Alter. Für mich geht es vor allem um die Frage: Schaffe ich es, oder nicht? Ich kämpfe mit mir – und nicht mit anderen.

Müssen Sie in diesem für Weltklasse-Turner außergewöhnlichen Alter auch außergewöhnliche Trainingsumfänge leisten?

Chusovitina: Nein. Ich denke sogar, dass die jüngeren Sportler etwas mehr als ich trainieren. Ich trainiere einmal am Tag, drei Stunden. Ansonsten kümmere ich mich vor allem um meine Familie. Mein Sohn ist gerade 18 Jahre alt geworden, ein interessantes Alter. Ich habe viel zu tun, und vielleicht liegt es genau daran. Denn so habe ich viel Spaß daran, in die Halle zu gehen und zu trainieren. Das ist meine Abwechslung. Ich bin eine glückliche Frau.

Der Termin für das 43. Turnier der Meister steht schon fest. Werden wir Sie im November 2018 denn auch wieder in Cottbus sehen?

Chusovitina: Ja, auf alle Fälle. Denn dann ist dieser Weltcup hier in Cottbus ja schon ein Qualifikationswettkampf für die Olympischen Spiele. Dann geht es für mich darum, Punkte für mein großes Ziel zu sammeln.