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| 01:03 Uhr

Ohne Energie-Tugenden nichts zu holen im Breisgau

Der FC Energie Cottbus hat seine englische Woche mit drei Auswärtsspielen am Sonntag mit einer herben 1:4-Niederlage beim FC Freiburg beendet. Die deutlich besseren Gastgeber beherrschten über weite Strecken die Szenerie. Den zwischenzeitliche Ausgleich für die Cottbuser erzielte Sergiu Radu. Aus Freiburg berichtet Wolfgang von der Burg

Nach langer Reise und mitternächtlicher Ankunft Sonntagnacht in Cottbus mussten sich die Energie-Profis am Montagvormittag per Video noch einmal ansehen, was sie beim 1:4 in Freiburg verzapft hatten. „Wir haben uns die Szenen aufmerksam angesehen und entsprechend auch per Standbild oder Zeitlupen über Fehler diskutiert“ , erzählte Teammanager Petrik Sander über die Spielauswertung. Klare, deutliche Worte seien gefallen, doch er habe nicht mit dem Knüppel auf die Mannschaft eingeschlagen, so Sander.
Nach dem Schlusspfiff in Freiburg suchte auch niemand der Spieler oder der Offiziellen nach einer irgendwie gearteten Ausrede für die dürftige Vorstellung. „Es war eine enttäuschende Leistung in der ersten Halbzeit, danach sahen wir ein wenig besser aus. Ich hatte nach dem Ausgleich geglaubt, dass wir wiederkommen, doch das hielt nicht lange an. Fakt ist, dass Freiburg besser war und wenn wir unsere Tugenden nicht ins Feld führen, die da heißen Kampf, Lauf, Einsatzbereitschaft und auch Herzblut haben wir es schwer, Spiele zu gewinnen“ , kritisierte Manager Ralf Lempke. „Wir sind überhaupt nichts ins Spiel gekommen und Freiburg hat richtig gut Fußball gespielt Sie waren eindeutig die bessere Mannschaft“ , konstatierte Kapitän Gregg Berhalter. „Wir haben als Mannschaft schlecht gespielt und alle zusammen schlecht defensiv gestanden. Das war nichts. Wir können uns nur bei unseren Fans entschuldigen, die eine so lange Reise unternommen haben. Aber so ist Fußball. Am Freitag ist das nächste Spiel und das müssen wir wieder gewinnen“ , sah es Kevin McKenna, der neben Radu und Francis Kioyo wieder im Sturm spielte.
Der Kanadier war es, aus seiner Sicht, auch, der dem FCE kurz nach der Pause den Ausgleich bescherte. McKenna: „Ich habe den Ball über den Torhüter gehoben.“ Doch als neunter Saisontreffer für ihn kann das noch nicht anerkannt werden, da in den offiziellen Statistiken Sergiu Radu als Torschütze auftaucht, der auch sehr hautnah in dieser Situation dabei war.
Und genau dieser Ausgleich war es auch, der Energie noch einmal hoffen ließ, nachdem in den ersten 45 Minuten der Gastgeber eindeutig dominierte. Es lag einzig und allein an Torhüter Tomislav Piplica, der mehrfach großartig parierte, dass es zum Pausentee nur 0:1 aus Cottbuser Sicht stand. „Es klingt bei vier Gegentreffern zwar kurios, aber Piplica hat uns durch seine gute Leistung lange im Spiel gehalten“ , sah es auch Petrik Sander. „Nach dem 1:1 waren wir ein paar Minuten geschockt, haben dann aber unseren Rhythmus schnell wieder gefunden“ , sagte der überragende Freiburger Alexander Iashwili, der in seinem Aktionsradius von keinem Cottbuser einzuengen war.
Mit der Einwechslung von Daniel Gomez nach der Halbzeit und später von Sidney auf der linken Abwehrseite, Berhalter rückte dafür ins Zentrum, kam etwas mehr Linie ins Spiel, obwohl die FCE-Fehlerquote nach wie vor ungewohnt hoch war. Und von diesen Fehlern profitierte Freiburg gnadenlos, die in dieser Form unbedingt zum engsten Kreis der Aufstiegsanwärter gezählt werden müssen.
Schon am Freitag wartet auf die Cottbuser mit dem LR Ahlen die nächste Heimaufgabe. „Gegen Ahlen müssen wir all das wieder gut machen, was wir in Freiburg falsch gemacht haben“ , glaubt Kevin McKenna. Auch Abwehrspieler Martin Hysky, der über seine Auswechslung alles andere als glücklich war, ist zuversichtlich, dass es am Freitag besser läuft: „Wir müssen unsere Fehler abstellen und schon an die nächste Partie denken, die wir wieder gewinnen wollen.“