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Oberhofs Hexenkessel zu laut für den Lokalmatador

Lokalmatador Erik Lesser ärgert sich über sein Schießergebnis beim Sprintrennen und gibt zu: "Die Lautstärke hat mich dann doch ein bisschen aus dem Konzept gebracht. Das darf nicht passieren."
Lokalmatador Erik Lesser ärgert sich über sein Schießergebnis beim Sprintrennen und gibt zu: "Die Lautstärke hat mich dann doch ein bisschen aus dem Konzept gebracht. Das darf nicht passieren." FOTO: dpa
Oberhof. Die deutschen Biathleten haben es am Donnerstag im Sprint von Oberhof nicht auf das Podest geschafft. Aber in der Verfolgung haben sie beim Heim-Weltcup trotzdem noch alle Chancen. Derweil rumort es unter den Sportlern. Der Grund: das russische Staatsdoping. Sandra Degenhardt

Erik Lesser und Simon Schempp sind im Biathlon-Hexenkessel in Oberhof haarscharf am Podest vorbeigelaufen. Der Thüringer und der Schwabe verschafften sich mit den Plätzen fünf und sechs aber eine hervorragende Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag bei dem Heim-Weltcup.

Lesser lag 41,2 Sekunden hinter Sieger Julian Eberhard (Österreich). "Über das Schießen ärgere ich mich. Die Lautstärke hat mich dann doch ein bisschen aus dem Konzept gebracht. Das darf nicht passieren", klagte Lokalmatador Lesser. "Nervös war ich nicht", sagte dagegen Schempp im ZDF. "Die Ergebnisse am Schießstand zeigen, dass es hier immer schwer ist zu schießen."

Genau wie Eberhard mussten auch der zweitplatzierte Tscheche Michal Slesingr und der drittplatzierte Italiener Dominik Windisch nur einmal in die Strafrunde. Lesser und Schempp dagegen leisteten sich genau wie Arnd Peiffer (15.), Matthias Bischl (22.) und Florian Graf (49.) je zwei Schießfehler.

Auch Frankreichs Superstar Martin Fourcade kam mit den schwierigen Bedingungen am Grenzadler nicht zurecht. Nach fünf Siegen in Serie kam der Weltcup-Spitzenreiter mit drei Fehlern nur auf Rang acht.

Schwäche am Schießstand zeigte auch der Russe Anton Schipulin, er kam nur auf Rang 24. In der Doping-Frage war der Staffel-Olympiasieger am Vorabend bei einem Treffen der Skijäger in die Offensive gegangen. " Wir müssen schnell Gewissheit haben, wer schuldig ist und wer nicht. Ich habe den anderen gesagt, dass sie keine voreiligen Schlüsse ziehen sollen", sagte er.

Einen Weltcup-Boykott der Athleten wird es vorerst nicht geben, eine Sperre für das gesamte Team des Landes ist dagegen möglich. "Diese Konsequenzen sind für die Zukunft nicht ausgeschlossen", sagte IBU-Generalsekretärin Nicole Resch am Donnerstag dem ZDF.

Weil im zweiten McLaren Report um mutmaßliches russisches Staatsdoping insgesamt 31 russische Skijäger genannt worden waren, rumort es in der Biathlon-Szene gewaltig. "Es war ein konstruktives Gespräch, weil uns von IBU-Seite mal alles erklärt wurde", sagte Schempp. Für ihn ist ein Boykott noch nicht vom Tisch: "Es könnte schon eine Option werden."