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Nur der VfB Krieschow darf den Pokal-Traum weiterleben

VfB-Trainer Sven Fischer (l.) jubelt mit dem zweifachen Torschützen Mohammad Naser Afzal. Am Ende mussten die 97er trotzdem eine 3:5-Niederlage gegen den Favoriten Stahl Brandenburg quittieren.
VfB-Trainer Sven Fischer (l.) jubelt mit dem zweifachen Torschützen Mohammad Naser Afzal. Am Ende mussten die 97er trotzdem eine 3:5-Niederlage gegen den Favoriten Stahl Brandenburg quittieren. FOTO: Tobias Voigt
Landespokal. Wacker verliert mit Würde. Hebler trifft wieder vom Punkt. Gubens Rumpfelf schlägt sich ordentlich. Der VfB trifft dreimal und scheidet trotzdem aus. Roland Scheumeister und Steven Wiesner / rsm1

Wacker Ströbitz - SV Babelsberg 1:3 (0:1).

Tore: 0:1 Abderrahmane (26.), 1:1 Diakiv (55.), 1:2 Shala (57.), 1:3 Schmidt (80.); Schiedsrichter: Musick (Friedland); Zuschauer: 364; Wacker: Thoms - Mi. Kowal (83. Pasera), Semke, Paulick, Netzker - Gottwald, Scholze, Voigt - Holz, Diakiv (86. Backasch) - Weber (71. Matta Dos Santos).

Babelsberg-Trainer Almedin Civa hatte nach eigener Aussage zu keinem Zeitpunkt Bedenken, dass sich sein Regionalligist beim Landesliga-Vizemeister blamieren könnte. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft das Tempo immer wieder anziehen konnte, wenn es nötig wurde." Eine Unaufgeregtheit, die bestimmt nicht Jeder aus dem Lager der Filmstädter ausstrahlte. Vor allem, als Gregor Holz Gegenspieler Lukas Wilton nach 55 Minuten einen Knoten in die Beine spielte und seinen mitgelaufenen Kollegen Rostyslav Diakiv derart mustergültig bediente, dass dieser den Ball nur noch ins leere Tor schieben musste und so die Babelsberger Führung ausgleichen konnte. "Unser Matchplan ist bis dahin voll aufgegangen", sagte Wacker-Coach Tino Kandlbinder. "Wir wollten die Räume mit unseren drei Sechsern eng machen und unsere schnellen Flügelspieler Diakiv und Holz in Position bringen." Exemplarisch vorgetragen beim 1:1. Es war allerdings auch das einzige Mal, dass die Cottbuser eine ihrer Entlastungsattacken zielstrebig zu Ende spielten. Michael Kowal hatte noch eine große Möglichkeit vor der Pause, ansonsten diktierten die "Nulldreier" das Geschehen. Vielleicht hätten die Ströbitzer tatsächlich an der Sensation schnuppern können, hätten sie das Remis länger als drei Minuten gehalten. So aber löste Babelsberg verdientermaßen das Ticket für das Achtelfinale. "Am Ende hatten wir gegen einen tollen und jederzeit fairen Gastgeber genug Chancen, um noch deutlicher zu gewinnen", so Civa. Bei dieser Einschätzung muss sich dann auch wieder jeder der über 360 Zuschauer mit Almedin Civa einig sein.

Veritas Wittenberge - VfB Krieschow 0:5 (0:1).

Tore: 0:1 und 0:2 Hebler (34./49.), 0:3 Karow (53.), 0:4 Dahm (58.), 0:5 Hebler (60./Handelfmeter); Schiedsrichter: Hübner (Potsdam); Zuschauer: 120; Krieschow: Oberschmidt - Bernhardt, Jeschke, Hildebrandt, Kaiser, Hnyk, Konzack (60. Krüger), Dahm, Richter (51. Knapczyk), Karow, Hebler.

Mit dem Anpfiff übernahmen die Krieschower das Kommando auf dem Platz. Hebler traf bereits in der ersten Minute den Pfosten. Weitere Chancen im Minutentakt wurden ausgelassen, sodass dem Landesklassisten aus Wittenberge eine gute halbe Stunde die Hoffnung auf eine Sensation erhalten blieb. Dann war es Hebler, der mit dem Rücken zum Tor auf Karow ablegte, von dem er nach dessen Dribbling den Ball zurück bekam und einnetzte. Gleich nach dem Seitenwechsel steckte Richter die Kugel durch und der Knipser vom Dienst legte, allein auf das Tor marschierend, nach. Karow traf, mit einer Eingabe Heblers bedient, scharf mit der Innenseite zur Vorentscheidung. Nachdem wiederum Hebler aus spitzem Winkel nur den Innenpfosten traf, versenkte Dahm aus ähnlicher Position den Abpraller.

Nicht nur zur Freude von Trainer Toni Lempke trat dann der wegen zuletzt mehrfach verschossener Elfmeter kritisierte Hebler nach einem Handspiel selbst zum Vollzug des fälligen Strafstoßes an. Indem er das Leder in akkurater Manier zum Endstand einschweißte, dürfte er auch die Pessimisten überzeugt haben, dass er auch in dieser "Teildisziplin" nichts verlernt hat.

Preussen Eberswalde - BSV Guben Nord 2:1 (1:0).

Tore: 1:0 Wegner (45.), 1:1 Fingas (48./Foulelfmeter), 2:1 Gouhari (76.); Schiedsrichter: Franke (Berlin); Zuschauer: 145; Guben: Hübner - Herzog, Ullrich, Hauf, Kappel, Stoll, Ost, Jakob, Mrowca, Kaluza (86. Münschke), Fingas.

Die erste Viertelstunde in diesem Brandenburg-Liga-Duell gehörte den Barnimern, welche in dieser Phase eine Riesenchance ausließen. Dann agierte der BSV mutiger und setzte die Preussen-Elf vor allem über die linke Seite mit Aktionen des Angriffsduos Mrowca und Fingas unter Druck. Fingas bediente Kaluza mustergültig, der aber geblockt und der Nachschuss, wie auch ein weiterer Angriff von Fingas (38.), vom Torwart pariert wurde (35.). Dann ließ beim BSV die Konzentration nach. Hübner rettete gegen einen frei stehenden Eberswalder, wurde aber, nach Abschlag in die gegnerischen Reihen, vom Ex-Breesener Wegner düpiert. Die Gäste blieben dran. Kappel legte für Mrowca quer. Dieser wurde gefoult und Fingas verwandelte den Elfer. Nach Doppelpass mit Fingas wurde Mrowca im Strafraum umgerissen, doch der Pfiff blieb aus. Ein 25-Meter-Freistoß Gouharis sprang von der Lattenunterkante Hübner an den Hinterkopf und dann ins Tor. Guben warf alles nach vorn, doch unter anderem bei einem Freistoß von Fingas (92.) verpassten gleich vier Akteure den Ball. BSV-Abteilungsleiter Roland Kunzke resümierte: "Mit Anton, Kunzke, Schack, Schulze, Schwittlich und Waszkowiak fehlte uns die halbe Stammelf. Daran, dass dennoch eine tadellose Leistung abgeliefert wurde, haben vor allem unsere Nachrücker aus der Zweiten (Kaluza, Kappel, Neumann) großen Anteil, bei denen ich mich ausdrücklich für ihre Bereitschaft bedanken möchte."

VfB Cottbus - Stahl Brandenburg 3:5 (3:2).

Tore: 0:1 Yoshida (7.), 1:1 Afzal (14.), 2:1 Freidgeim (33./Foulelfmeter), 2:2 Karaterzi (38.), 3:2 Afzal (39.), 3:3 Meyer (54./Foulelfmeter), 3:4 Yoshida (63.), 3:5 Meyer (78.); Schiedsrichter: Grasme (Lübbenau); Zuschauer: 300; VfB Cottbus: Conrad - Jähde, Rinza, Lorenz, Wadsack - Freidgeim (74. Stahn), Schöngarth - Afzal (71. Mi. Muth), O. Weber (68. Haupt), Babbe - Otto.

Die Cottbuser versteckten sich keinesfalls vor dem Brandenburg-Ligisten und brachten die imposante Kulisse mit ihrem mutigen Offensivspiel ins Staunen. Auch der frühe Rückstand wurde weggesteckt. Nach einer abgewehrten Ecke beförderte Afzal das Streitobjekt per Bogenlampe unter die Latte. In der Folge entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, wobei der VfB sogar die besseren Chancen aufwies und verdient in Führung ging. Otto wurde im Strafraum gefoult und Freidgeim vollendete vom Elfmeterpunkt. Nach einem Eckball verhalf den Havelstädtern ein Schuss aus der Distanz zum Ausgleich. Der VfB blieb cool, drückte weiter und eine gute Kombination in den Strafraum schloss der schnelle Afzal mit dem 3:2 ab.

Mit einer vergebenen Doppelchance verpasste der VfB einen Zwei-Tore-Vorsprung nach bis dahin toller Vorstellung. Nur konnte der VfB seinen Schwung nicht in die zweite Hälfte transportieren. Stahl kam durch einen Strafstoß zum 3:3. Wenig später überlief Yoshida Rinza und schob ins leere Tor ein. Während die Zuschauer noch über einen nicht gegebenen Elfmeter diskutierten, überlief Meyer die VfB-Abwehr und schoss zum Endstand ein. Trainer Sven Fischer lobte nach dem Spiel die tolle Leistung seiner Mannschaft.

Immerhin kurz ins Straucheln gebracht haben Randy Gottwald & Co. den SV Babelsberg 03 um Leonard Koch (unten) bei der 1:3-Pleite.
Immerhin kurz ins Straucheln gebracht haben Randy Gottwald & Co. den SV Babelsberg 03 um Leonard Koch (unten) bei der 1:3-Pleite. FOTO: Beyer/sby1