| 02:41 Uhr

Norwegen-Tour ist nichts für Weicheier

Deutschlands Top-Skispringer Andreas Wellinger freut sich auf den frischen Wind in den letzten Weltcup-Wochen. Bei der neuen Serie "Raw Air" (Raue Luft) wartet eine attraktive Siegprämie. Es wird aber hammerhart.
Deutschlands Top-Skispringer Andreas Wellinger freut sich auf den frischen Wind in den letzten Weltcup-Wochen. Bei der neuen Serie "Raw Air" (Raue Luft) wartet eine attraktive Siegprämie. Es wird aber hammerhart. FOTO: dpa
Oslo. Diese Tour ist nichts für Weicheier. Bei der Premiere der mit 100 000 Euro dotierten Raw Air (Raue Luft) stehen die weltbesten Skispringer vor der wohl härtesten Belastungsprobe, die den einen oder anderen an die physischen und psychischen Grenzen bringen wird. Eric Dobias

Deutschlands Schanzen-Ass Andreas Wellinger freut sich dennoch auf das Stress-Programm mit 16 Sprüngen in vier Orten an zehn Tagen ohne Pause - und will im Kampf um die 60 000-Euro-Siegprämie ein gewichtiges Wort mitreden. "Der Jackpot ist natürlich ein Anreiz. Ich bin aktuell in guter Form und bereit, diese Herausforderung anzunehmen", verkündete der Mixed-Weltmeister und zweifache Silber-Gewinner von Lahti.

Anders als bei der Vierschanzentournee gibt es bei der Norwegen-Tour, die an diesem Freitag am legendären Holmenkollen startet und am 19. März auf dem Monsterbakken in Vikersund endet, keine Atempause. Denn in die Gesamtwertung fließen auch die Sprünge in der Qualifikation und in den Teamwettbewerben ein. Der kleinste Patzer kann das Ende aller Ambitionen bedeuten. "Wir bewegen uns im Grenzbereich und werden daher die Anforderungen keinesfalls unterschätzen", so Trainer Werner Schuster.

Dafür ist der finanzielle Anreiz wesentlich höher als bei der Vierschanzentournee, wo der Gesamtsieger 20 000 Euro kassiert, denn auch für den Gesamt-Zweiten (30 000 Euro) und den Dritten (10 000 Euro) gibt es noch etwas zu verdienen. "Ich finde das Konzept der Raw Air sehr spannend und glaube, dass so ein neues Projekt - gerade nach einem Highlight wie den Weltmeisterschaften - für frischen Wind in den letzten Weltcup-Wochen sorgen kann", sagte Wellinger.

Diese Meinung teilt Schuster, der neben seiner Nummer eins noch Markus Eisenbichler, Richard Freitag, Stephan Leyhe, Karl Geiger und Andreas Wank ins Rennen schickt. "Das neue Format ist einerseits ein toller Ansatz, die Athleten auf der Zielgeraden im Weltcup noch einmal in den Mittelpunkt zu rücken. Sehr positiv ist es, dass die Spitzenleistungen mit zusätzlichen Preisgeldern honoriert werden", lobte Schuster die Initiatoren. "Andererseits wird den Sportlern mit zehn Wettkämpfen in zehn Tagen alles abverlangt."

Los geht es am Freitag mit der Qualifikation in Oslo, wo am Samstag ein Teamwettbewerb und am Sonntag ein Einzel folgen. Von dort geht es weiter nach Lillehammer. Dann folgt Trondheim, ehe beim Skifliegen in Vikersund das große Finale steigt. "Es wird eine Herausforderung, wer über zehn sehr stressige Tage das Niveau noch hochhalten und insgesamt 16 Sprünge auf einem Topniveau machen kann. Mal schauen, wer da vorne mitkämpfen kann", sagte Wellinger.