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Nichts geht mehr bei Dynamo Dresden

Der ehemalige Union-Trainer Uwe Neuhaus soll wohl im Sommer bei Dynamo übernehmen und Peter Németh ablösen, der erst Mitte Februar gekommen war.
Der ehemalige Union-Trainer Uwe Neuhaus soll wohl im Sommer bei Dynamo übernehmen und Peter Németh ablösen, der erst Mitte Februar gekommen war. FOTO: dpa
Dresden. Bei Dynamo Dresden greift das Krisenmanagement nicht. Laut Sportdirektor Minge gibt es große Versäumnisse in puncto Mannschaftsgebilde, Werte und Normen. Jetzt hilft nur ein Neuanfang. dpa/jam

Mitten in der schweren sportlichen Krise plant Dynamo Dresden - wieder einmal - den kompletten Neuanfang. Denn nichts geht mehr beim Fußball-Drittligisten. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Uwe Neuhaus ab Sommer Trainer beim derzeitigen Tabellen-Zwölften werden. Der 55-Jährige stand von 2007 bis 2014 bei Zweitligist 1. FC Union Berlin an der Seitenlinie. Im April vergangenen Jahres wurde die vorzeitige Trennung zum Saisonende bekanntgegeben. Neuhaus, der 2002 als Co-Trainer von Matthias Sammer mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurde, war der dienstälteste Trainer bei Union. Noch in dieser Woche soll Neuhaus in Dresden einen langfristigen Kontrakt unterzeichnen.

Bis zum Saisonende aber muss Peter Németh, der erst Mitte Februar für Stefan Böger kam, den Weg aus der Krise finden. Er stehe auch nach nur einem Pflichtspielsieg im neuen Jahr laut sportlicher Führung nicht zur Disposition. "Er arbeitet von früh bis abends. Aber das Krisenmanagement ist nicht sehr dankbar", sagt Sportdirektor Ralf Minge, der selbst in der Kritik steht.

Sein sportliches Konzept wird abgewandelt. "Wir werden ein paar Stellschrauben verändern und punktuell den Kurs korrigieren", sagt Minge. Der Sportdirektor wollte in Dresden eine junge Mannschaft behutsam entwickeln. Doch die Erfahrungen dieser Saison zeigen, dass dies bei Dynamo schwer ist. Daher will Minge kommende Spielzeit wieder mehr erfahrene Spieler einbauen. "Erfahrung ist ein wichtiges Gut bei einer Mannschaft, da hatten wir dieses Jahr nicht so viele Spieler - Christian Fiel war mehrfach verletzt, Marco Hartmann auch."

Fiel fällt auch für die Heimpartie am Samstag gegen Pokalschreck Arminia Bielefeld aus. Er zog sich im Training einen Faserriss in der linken Wade zu. Der Kapitän hatte sich nach dem 0:2 beim Chemnitzer FC vergangenes Wochenende drastisch über die mangelnde Einstellung seiner Mitspieler geäußert. Er sehe derzeit keine Aussicht auf Besserung, weil viele nicht ehrlich in den Spiegel schauen würden.

"Wir haben sicherlich ein paar Sachen versäumt in puncto Mannschaftsgebilde, Werte und Normen, Grenzen aufzeigen. Das hätten wir deutlicher leben sollen", betont Minge. Alle Maßnahmen, die der Verein zur Krisenbewältigung auch versuchte, fruchteten nicht. Ob Trainingslager, Gespräche oder disziplinarische Sperren wie gegen Justin Eilers und Dennis Erdmann: "Das war alles nicht so zielführend, wie erhofft."