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"Nicht nur kurz winken und hallo sagen"

Grenzenlos: Trainer David Wagner freut sich nach dem Aufstieg auf die Saison in der Premier League.
Grenzenlos: Trainer David Wagner freut sich nach dem Aufstieg auf die Saison in der Premier League. FOTO: dpa
Huddersfield. David Wagner ist mit Huddersfield in die englische Fußballliga aufgestiegen. Jetzt will er Kumpel Jürgen Klopp die Punkte klauen. Philip Dethlefs / swr

Der deutsche Trainer David Wagner will in seiner ersten Premier-League-Saison mit dem englischen Verein Huddersfield Town einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Wir wollen nicht nur einmal kurz winken, hallo sagen und dann sagen 'es war schön und wir sehen uns nicht mehr wieder'", sagte Wagner der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen auf unsere Art und Weise eine Marke hinterlassen. Und die Marke soll dann auch in der darauffolgenden Saison noch zählen."

Erklärtes Saisonziel der Terriers ist natürlich der Klassenerhalt. "Das wäre das Nonplusultra, eine nächste gefühlte Meisterschaft oder ein nächster gefühlter Aufstieg für uns", erklärt Wagner. Der ehemalige U23-Trainer von Borussia Dortmund hatte Huddersfield nach 45 Jahren in niederen Gefilden des englischen Fußballs in der vergangenen Saison überraschend zurück in die erste Liga geführt.

Die lang ersehnte Premiere in der seit 1992 bestehenden Premier League gibt Huddersfield Town am Samstag bei Liga-Konkurrent Crystal Palace. "Die Vorfreude ist riesig", betont der Coach. Bei den Fans sowieso. Die Partie ist längst ausverkauft. Aus Huddersfield sollen nach Angaben des Vereins fast 3000 Fans im Londoner Selhurst Park dabei sein. Der Auswärtsblock ist damit ausverkauft.

Viele englische Experten haben die Terriers als Absteiger getippt. "Dass Experten auch mal daneben liegen können, ist nicht erst seit letzter Saison bekannt", scherzt Wagner. "Wir waren letzte Saison der Underdog, hatten finanziell herausragende Nachteile, wurden auf einen Abstiegsplatz getippt. Das alles ist diese Saison auch wieder so." Druck von außen verspüre er kaum, sagt der 45 Jahre alte Coach. Den größten Druck würden er und seine Mannschaft sich ohnehin selbst machen. "Wenn wir am Ende der Saison sagen können, dass wir das Maximale aus uns rausgeholt haben, dann bin ich überzeugt, dass wir auf einem Tabellenplatz stehen, mit dem wir glücklich und zufrieden sein können."

Wie in der Vorsaison laute das Motto "no limits". "Wir haben eine Chance in dieser Saison und auch in jedem einzelnen Spiel. Das ist das, was für uns zählt." Für die Premier League wurde die Mannschaft auf mehreren Positionen verstärkt. Auf einen der Aufstiegshelden, Torwart Danny Ward, muss Huddersfield aber verzichten. Wagners Kumpel und Liverpool-Coach Jürgen Klopp holte den Keeper zurück. Als Nachfolger wurde Jonas Lössl aus Mainz verpflichtet.

Seinem Freund Klopp, mit dem er bereits Anfang der 90er-Jahre für den FSV Mainz spielte, wünsche er "von Herzen, dass Liverpool die Meisterschaft gewinnt", betont Wagner. "Auf die sechs Punkte gegen Huddersfield können sie aber gern verzichten." Ende Oktober treffen die Freunde aufeinander. Das Hinspiel in Liverpool wird eine historische Begegnung: Es ist das erste Mal, dass zwei deutsche Trainer in der Premier League aufein ander treffen. Darüber macht sich Wagner bisher aber kaum Gedanken. "Das ist so weit weg", erklärt er. "Der einzige Fokus ist für mich Samstag Crystal Palace."

Zum Thema:
Die Premier-League-Saison beginnt am Freitag (20.45 Uhr) mit dem Duell Arsenal London gegen Leicester City. Jürgen Klopps FC Liverpool startet am Samstag (13.30 Uhr) beim FC Watford in die Saison, Huddersfield greift dann um 16 Uhr ins Geschehen ein. Alle drei und weitere Partien sind auf DAZN zu sehen. (swr)