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| 02:35 Uhr

Nicht alle Träume wurden wahr

Spielen in der kommenden Saison als einziges Cottbuser Duo in der Oberliga: Mathias Lucas (r.) und Vincent Noack (hinten).
Spielen in der kommenden Saison als einziges Cottbuser Duo in der Oberliga: Mathias Lucas (r.) und Vincent Noack (hinten). FOTO: sby1
Cottbus. Die Radballer des Lausitzer Radsportvereins (LRV) Cottbus haben in der zurückliegenden Saison mit insgesamt fünf Mannschaften in der Oberliga, der Verbandsliga und der Landesliga des gemeinsamen Landesverbandes Berlin/Brandenburgs insgesamt 16 Punktspielturniere gespielt. Jedes der Teams hatte 20 beziehungsweise 22 Spiele zu bestreiten. GEROLD NOACK / gno1

Die gute Nachricht: Auch in der kommenden Punktspielsaison wird Cottbus in allen drei Ligen vertreten sein. Der entscheidende Unterschied: Nicht zwei, sondern nur ein Team wird Cottbus unter den zwölf Erstligisten des Landesverbandes Berlin/Brandenburg vertreten. Insgesamt betrachtet sind die Hoffnungen des Vereins für die Endergebnisse der Punktspielserien nicht ganz aufgegangen, obwohl die sportlichen Voraussetzungen und das spielerische Können durchaus gegeben waren. Als Hauptursache gelten die zu häufigen, meist verletzungsbedingten Nichtteilnahmen an ganzen Turniertagen.

In der Oberliga spielten für Cottbus die zwei Duos Mario Bossan und Sebastian Grabia als Cottbus 1 sowie Vincent Noack und Mathias Lucas (Cottbus 2).

Bereits nach zwei der sechs Punktspiel-Turniertage stand fest: Cottbus 2 kann ganz oben mitspielen, eventuell um einen Platz zur Relegation in Richtung 2. Bundesliga kämpfen. Und Cottbus 1, neu zusammengestellt und erstmals in der Besetzung Mario Bossan und Sebastian Grabia in der Oberliga, wird in der diesjährigen "Findungsphase" locker die Liga halten können - so die Vorhersage.

Dann kam zuerst der verletzungsbedingte Ausfall bei Cottbus 1 am 3. Turniertag. Ein Ersatzspieler konnte nicht gestellt werden. Vier Spiele mit 0:5 Toren verloren gewertet und ohne Punkte waren zu viel. Nach sechs Spieltagen und 22 Spielen fehlten Bossan/Grabia dennoch nur ein einziger Punkt zum Klassenerhalt. Man kann noch lange in die Tabellen schauen, wo überall der eine Punkt hätte herkommen können - vielleicht vom unglücklichen 3:3 gegen die Vereinskameraden Cottbus 2? Es nutzt nichts, 21 Punkte, Platz 10 - und damit ist Cottbus 1 der dritte Absteiger neben Großkoschen und Ludwigsfelde geworden.

Vincent Noack und Mathias Lucas erwischte es im 6. Turnier. Keine Teilnahme, keine Punkte, 20 formale Gegentore bedeuteten ganz am Ende noch den soliden Platz 5 in der Gesamtwertung. Allerdings stand zu der Zeit bereits fest, dass die beiden Mannschaften Brandenburg 1 und Brandenburg 2 praktisch nicht mehr von den Relegationsplätzen zu verdrängen sein werden. Platz 3 und Bronze im Landeswettbewerb wären für Noack/Lucas allemal drin gewesen. Das müssen die Beiden auf 2018 verschieben, dann in den "Farben" von Cottbus 1.

Die Cottbuser Aaron Schulrath und Alexander Koch (Cottbus 3) sahen sich in der Verbandsliga vom ersten Turnier an im harten Kampf gegen den Abstieg. Vor vier Jahren gelang den Beiden auf Anhieb der Aufstieg aus der Landesliga. Gleichzeitig begann ihr Studium fern der Heimat. Sie trainierten als Gäste in Vereinen nahe der Universitätsorte und hielten Cottbus die Treue. Trotz des fehlenden regulären gemeinsamen Trainings trafen sie sich zumindest in den Semesterferien und spielten in all den Jahren die Punktspiele hier im Land. Jetzt am Studienende musste es eng werden. Dann fiel für sie ebenfalls ein Turnier (das fünfte) ganz aus. Und bei Koch/Schulrath ist durchaus mal das Wort "Pech" angebracht. Sie spielten 18 Spiele, sechs gingen mit einem Tor und weitere sechs Spiele mit zwei Toren Differenz verloren. Dazu muss man wissen, dass in zahlreichen Spielen zehn und mehr Tore fallen. 9 Punkte 2017 bedeuten für Aaron Schulrath und Alexander Koch den Abstieg aus der Verbandsliga.

Die Landesliga Berlin/Brandenburg ist die langjährige "Radballheimat" von Lutz Pannach und Gerold Noack. Das sollte 2017 so bleiben und wird auch 2018 so sein. Interessanter zu beobachten war das jüngste Cottbuser Radballteam im Männerbereich mit Lino Stellmacher und Michel Schwartz. Als Cottbus 4 sollten sie als junges starkes Team in ihrer ersten Saison bei den Männern gleich den Aufstieg in die Verbandsliga erreichen. Alle Anzeichen sprachen dafür. Sie gewannen alle fünf Spiele und damit das erste Turnier mit glatten 15 Punkten. Dann kamen im zweiten Turnier Respekt vor den "Alten", Unsicherheit nach zahlreichen missglückten Torschüssen und in deren Folge meist knappe Niederlagen. Fast als kurios zu bezeichnen ist eines der Spiele, das man nicht vergisst - die unerklärliche 2:10-Tore-Niederlage gegen Großkoschen. Die Turniere drei und vier liefen durchwachsen, aber jeweils mit dem knappen Turniersieg für Lino Stellmacher und Michel Schwartz.

Am Saisonende stand für das junge Duo die bisher einmalige Bilanz, dass eine Mannschaft drei von vier Punktspielturnieren gewinnt, aber mit Platz 3 die Relegation für den Verbandsligaaufstieg verpasst. Lutz Pannach und Gerold Noack erreichten Platz 4.

Der Vereinsvorsitzende des LRV Cottbus Lutz Pannach resümiert: "Wenn bei jeder unserer Mannschaften in der Saison irgendwie ein Turnier krankheitsbedingt ausfällt, liegt der Abstieg näher als der Aufstieg. Positiv ist: Wir sind im nächsten Jahr wieder in der Ober-, Verbands- und Landesliga dabei. Erfreulich bleibt die vergangene Saison für unseren Verein trotzdem, weil sich der jüngste Nachwuchs bei den U11 in der Breite und Leistung super entwickelt hat."