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Neuer-Schock für den FC Bayern

Manuel Neuer hatte erst vor drei Wochen beim Bundesligaspiel in Bremen sein Comeback gefeiert. Am Dienstag gibt es weitere Untersuchungen.
Manuel Neuer hatte erst vor drei Wochen beim Bundesligaspiel in Bremen sein Comeback gefeiert. Am Dienstag gibt es weitere Untersuchungen. FOTO: dpa
Gelsenkirchen. Auf seine Rückkehr nach Gelsenkirchen hatte sich der Ur-Schalker Manuel Neuer sehr gefreut, doch nach einem Schock im Training droht dem Fußball-Nationaltorhüter offenbar erneut eine monatelange Pause. Sein Verein Bayern München bestätigte am Montag, dass der 31-Jährige wegen einer Verletzung am linken Fuß für das Spiel in seiner Heimat am Dienstag (20. Holger Schmidt und Klaus Bergmann

30 Uhr/Sky) ausfalle.

Weiteren Aufschluss über die Schwere der Verletzung sollen Untersuchungen am Dienstag geben. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung drohen Neuer nach der Verletzung im geheimen Abschluss-Training wieder eine Operation und damit eine mehrmonatige Pause. Neuer hatte erst vor drei Wochen beim Bundesligaspiel in Bremen sein Comeback gefeiert. Zuvor hatte der gebürtige Gelsenkirchener und langjährige Schalker seine Kollegen noch vor einer schwierigen Aufgabe gewarnt. "Das wird sicher kein einfaches Spiel für uns", hatte Neuer gesagt, der als Junge jahrelang in der Schalker Kurve stand.

Auch Bayern-Coach Carlo Ancelotti zollte dem Gegner Respekt. Sein Kollege Domenico Tedesco leiste "sehr gute Arbeit. Es wird schwieriger als letztes Jahr", sagte Ancelotti in Erinnerung an das Münchner 2:0.

Und der angesprochene Tedesco plant nach dem guten Saisonstart durchaus den großen Coup. Am Montag gab sich der 32-Jährige forsch und selbstbewusst. "Wir müssen mutig spielen und werden uns zerreißen", hatte er schon vor der Kunde von Neuers Verletzung angekündigt. Ihm ist jedoch auch klar: "Du brauchst einen Sahnetag." Dass die Schalker mit einem Sieg im Duell des Tabellenvierten gegen den Dritten zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung übernehmen könnten, spielt für den jüngsten Trainer der Schalker Vereins-Historie aber keine Rolle. "Leider muss ich die langweilige Antwort liefern", antwortete er schmunzelnd: "Wir schauen nicht auf die Tabelle, weil die nur ablenken würde. Wenn wir mit dem Ziel ins Spiel gehen, Tabellenführer zu werden, vergessen wir viele kleine Steps, die für den Sieg brauchen."

Dass auch Arjen Robben wegen einer Grippe ausfällt, schürt die Schalker Hoffnungen. Wer für Robben neu ins Team kommt, verriet Ancelotti nicht. Franck Ribéry und James Rodriguez sind die aussichtsreichsten Kandidaten. Ein Lob vom Trainer gab es für Nationalspieler Thomas Müller. "Er hat sehr gut gespielt gegen Mainz", erklärte der Bayern-Coach. Der lange verletzte Nationalspieler Jérôme Boateng soll nach seinem Startelf-Comeback gegen Mainz in Gelsenkirchen eine Pause erhalten.

Tedesco will sich von den Bayern auf keinen Fall in die Defensive drängen lassen. "Es ist klar, dass Du gegen die Bayern Gefahr läufst, streckenweise passiv zu werden", erklärt er: "Aber das müssen wir verhindern. Und falls es doch passiert, hoffen wir, dass die Zuschauer uns da rausschreien." Entscheidend sei der Spagat zwischen Zuversicht und Absicherung. "Gegen Bayern München ist es manchmal gefährlich, mit einer gewissen Euphorie auf den Platz zu gehen", erläuterte der Coach. Das Rezept sei es, "mit Demut und Bescheidenheit und einem großen Hunger zu spielen".

In gewisser Hinsicht nimmt sich Tedesco das 2:0 von 1899 Hoffenheim mit seinem Kumpel Julian Nagelsmann zum Vorbild. "Wir haben uns SMS geschrieben, dabei aber nicht über Personalien oder taktische Dinge gesprochen", berichtete Tedesco: "Aber da kann man sich schon einiges von abschauen. Aber wir wollen es nicht 1:1 kopieren."

Ein besonderes Spiel wird es für den Schalker Vize-Kapitän Leon Goretzka. Der könnte im kommenden Sommer ablösefrei zum FC Bayern wechseln, die Schalker kämpfen mit einem Club-Rekord-Gehalt um seinen Verbleib. Schalke-Manager Christian Heidel erklärte: "Das wird für Leon null Belastung sein."

Zum Thema:
Der VfL Wolfsburg hat nach nur vier Spieltagen den ersten Trainerwechsel der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga vollzogen. Der frühere Mainzer Coach Martin Schmidt ersetzt beim Tabellen-14. Andries Jonker. Für Jonker ist damit nach nicht einmal sieben Monaten und nur 19 Pflichtspielen in Wolfsburg schon wieder Schluss. "Ausschlaggebend waren nicht allein die jüngsten Eindrücke des Stuttgart-Spiels, sondern auch die in den zurückliegenden Wochen wahrnehmbare Stagnation in der Entwicklung unserer erst im Sommer in weiten Teilen neu formierten Mannschaft", sagte VfL-Clubchef Wolfgang Hotze.