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| 02:39 Uhr

Neue Cross-Strecke in Elbe-Elster(mit Video)

Moritz Krause und Eric Edler sind die Initiatoren für den Bikepark.
Moritz Krause und Eric Edler sind die Initiatoren für den Bikepark. FOTO: jal
Uebigau-Wahrenbrück. In Uebigau-Wahrenbrück wird am Samstag eine Fahrradcross-Strecke eröffnet. Zwar auf privatem Grund, aber trotzdem offen zugänglich. Zwei junge Biker leben ihren Traum – und eifern dabei ihren Vorbildern aus den Videoportalen nach. Jan Lehmann

Ihre Helden sind die Mountainbiker Brandon Semenuk oder Brett Rheeder aus Amerika - und die WM-Medaillengewinnerin Steffi Marth aus Plessa. Diese Fahrrad-Profis begeistern mit ihren Videoclips die Fans weltweit - und auch Moritz Krause (15) und Eric Edler (14) aus Uebigau im Elbe-Elster-Kreis. Mehr als vier Millionen Mal wurde beispielsweise ein Video angeschaut, auf dem Semenuk über eine Bergstrecke rast und dabei fast unreal erscheinende Kunststücke mit seinem Fahrrad vollführt.

Doch Moritz Krause und Eric Edler wollen nicht mehr nur bei Youtube zuschauen. Ab sofort stürzen sich die beiden selbst kopfüber ins Vergnügen - auf ihrer eigenen Strecke. Moritz Krause beschreibt: "Es geht um den Adrenalinkick - und um die neuen Techniken." An diesem Samstag wird um 16 Uhr der Bikepark Uebigau feierlich eröffnet. Der Clou: Die Strecke liegt zwar auf einem Privatgelände, doch sie soll allen Bike-Fans aus dem Ort zur Verfügung stehen. Immer wenn die Tore zur Strecke offenstehen, darf jeder mit dem Rad auf den Parcours - alles auf eigene Gefahr.

"Wir wollen damit den Kindern und Jugendlichen aus Uebigau eine Anlaufstelle geben", berichtet Enrico Krause, der Vater von Moritz. Er hat wie Erics Vater Toni Edler dabei geholfen, dass der Traum von der Rennstrecke vor der Haustür tatsächlich wahr wird. Man merkt: Die Eltern sind froh darüber, dass ihre Jungs nicht nur zu Hause vor dem Rechner sitzen, sondern die meiste Zeit mit dem Rad unterwegs sind. An mehreren Arbeitswochenenden wurden deshalb fast 100 Kubikmeter Erde auf dem gepachteten Gelände aufgetürmt, Holzrampen genagelt, ein Baucontainer als Unterschlupf eingerichtet.

Entstanden ist eine Strecke mit Startrampe, Sprüngen und Steilkurven. Einheimische Firmen haben mitgeholfen, sodass dieses Gelände schon fast wie eine dieser Videoclip-Kulissen aussieht. Und einige Uebigauer, deren Kinder oder Enkel schon sehnsüchtig der Eröffnung der Strecke entgegenfiebern, haben mit einer Spende ihren Beitrag geleistet. Toni Edler, der selbst eine Baufirma hat, sagt: "Die Strecke muss jetzt natürlich regelmäßig präpariert werden."

Dafür sind künftig Arbeitseinsätze geplant. Die ungeschriebene Regel lautet: Wer mit fährt, der hilft auch mit. Das gilt genauso wie die Helmpflicht auf der Strecke. Toni Edler berichtet: "Ich habe einmal gesehen, wie mein Sohn ohne Helm gestürzt ist. Seitdem steht fest: Auf dieser Strecke muss ein Helm sein." Aktuell ist Eric Edler auch verletzt, er humpelt nur über die Strecke. Schuld daran ist allerdings kein Fahrrad-Unfall, sondern eine verunglückte Kletterei.

Ein bisschen wagemutig muss man schon sein, wenn man im Bikepark auf die Strecke geht. Einige jüngere Fahrer durften vorab schon testen und haben festgestellt: Die Rampen sind steiler, als man denkt. Moritz Krause fährt jedoch schon ziemlich profimäßig dort runter, mal ist das Vorderrad in der Luft, dann das hintere. Mal geht es um Geschwindigkeit, mal um die Höhe der Sprünge, mal um die Tricks.

Gemeinsam mit Eric war er schon beim RSV Plessa zu Gast. Der Verein im Elbe-Elster-Land ist in Ostdeutschland eine Hochburg für BMX und Mountainbike. Dort haben sich die Uebigauer Anregungen für ihre Strecke geholt und bei einem Workshop auch die Plessaerin Steffi Marth kennengelernt.

Die 31-Jährige holte zweimal WM-Bronze im 4Cross, einer speziellen Mountainbike-Disziplin. Als Profi-Fahrerin tourt die mehrfache deutsche Meisterin durch die Welt. Sie nimmt an Rennen teil, gibt Bike-Kurse, crosst für Magazine, Kataloge und Videoportale. In der Szene ist sie mittlerweile ein Star.

"Steffi Marth ist ein großes Vorbild für uns", sagt Moritz Krause, der künftig wie sein Kumpel Eric Edler selbst auch Rennen fahren will. Und natürlich Videos produzieren - das gehört einfach dazu. Wer bei Youtube nach Dirt Driver und Uebigau sucht, findet schon die ersten Clips.

Die Zuschauerzahlen sind noch nicht in den Sphären von Semenuk oder Rheeder. Doch wer weiß, vielleicht werden die Dirt Driver bald auch Klick-Millionäre. Schließlich wollen die Uebigauer Eltern und Großeltern wissen, was ihre Kinder so auf der Strecke treiben. Das gibt es künftig online zu sehen.