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| 01:02 Uhr

Neuauflage fast sicher

Eine neue Weltjahresbestleistung im Stabhochsprung verpasste Denis Yurchenko am Mittwochabend in Cottbus hauchdünn. Dennoch gab es am Ende des 3. Internationalen Springermeetings fast überall zufriedene Gesichter: bei Meeting-Direktor Ulrich Hobeck aufgrund einer nahezu ausverkauften Lausitz-Arena, bei den Siegern Yurchenko (5,80 Meter) und Viktoriya Styopina (1,95 m/beide Ukraine) wegen erstaunlicher Frühform und bei den rund 2000 Besuchern aufgrund einer gelungenen Veranstaltung, die nach einer Neuauflage 2006 verlangt. Von W. von der Burg <br> und Thomas Juschus

Yurchenko hatte den Wettbewerb in Cottbus bereits gewonnen, als er sich als letzter Athlet im Wettkampf unter rhythmischen Klatschen der Zuschauer an der neuen Weltjahresbestmarke von 5,85 Meter einmal vergeblich versuchte. Die Bestmarke hält seit dem vergangenen Wochenende der Amerikaner Brad Walker (5,83 m). Ein erfolgreicher Versuch wäre das i-Tüpfelchen auf einem starken Wettkampf gewesen, den der Ukrainer so mit 5,80 Metern gewann. Yurchenko verbesserte aber immerhin den Meeting-Rekord um zehn Zentimeter. Hinter Ruslan Yeremenko (Ukraine/5,75 m) musste sich der Sieger der vorangegangenen Jahre, Björn Otto (TSV Bayer Uerdingen/Dormagen), diesmal mit Platz drei (5,70 m) begnügen. Er schaffte damit aber als erster deutscher Athlet die Norm für die Hallen-Europameisterschaft Anfang März in Madrid.
„Auch wenn es immer wieder dasselbe ist: Die Halle ist schon ein bisschen kurz. Ich stand mit der Schulter wirklich an der Wand. Ich bin mit meiner Leistung trotzdem nicht unzufrieden, auch wenn ich die 5,80 Meter gern geschafft hätte“ , sagte Otto. Etwas enttäuscht war dagegen Tim Lobinger (ASV Köln/5,50 m) als Fünfter: „In der Hallensaison sind meine Erwartungen an die ersten Wettkämpfe meist höher als die Ergebnisse. Ich hatte in meiner Karriere erst eine Hallensaison, in die ich gut gestartet bin.“ Hochspringerin Viktoriya Styopina aus der Ukraine, die souverän den Frauen-Wettbewerb mit 1,95 Metern (Meeting-Rekord) gewann, war mit ihrem Saisonstart zufrieden: „Der Einstieg ist immer schwierig, aber für mich ist er gelungen.“ Hinter der Polin Anna Csok (1,88 m) kam Daniela Rath aus Leverkusen als Dritte (1,74 m) gemeinsam mit Corinne Müller und Irina Michaltschenko ein. „Ich bin das erste Mal hier und das ist echt toll in Cottbus“ , zollte Rath der Veranstaltung und dem Publikum ein Lob.
Meeting-Chef Ulrich Hobeck zeigte sich mit der sportlichen wie wirtschaftlichen Bilanz des dritten Meetings zufrieden. „Nach diesem Erfolg machen wir auf jeden Fall weiter. 2006 will ich wieder versuchen, in Absprache mit dem Turnier in Dessau unser Meeting in der letzten Januar-Woche auf den Mittwoch zu platzieren“ , kündigte Hobeck an, der sich lediglich über mangelnden Rückhalt in der Cottbuser Stadtspitze beklagte. Möglicherweise kann Hobeck im kommenden Jahr dann sogar Sportler wie Danny Ecker oder Lars Börgeling holen, die bisher mit dem zu kurzen Anlauf haderten. Denn der Chef des Cottbuser Sportstättenbetriebes, Peter Przesding, stellte am Mittwoch in Aussicht, dass es Überlegungen gibt, den Einstichkasten für das nächste Jahre zwei Meter weiter nach hinten zu versetzen.