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Neid nicht zu beneiden: Komplette Elf fehlt im Test gegen Brasilien

Wie schon beim Algarve-Cup geht es für die DFB-Frauen erneut gegen Brasilien. Vor vier Wochen gab es einen souveränen 3:1-Sieg.
Wie schon beim Algarve-Cup geht es für die DFB-Frauen erneut gegen Brasilien. Vor vier Wochen gab es einen souveränen 3:1-Sieg. FOTO: dpa
Fürth. Die deutschen Fußball-Frauen bestreiten ihren vorletzten WM-Test gegen Brasilien. Bundestrainerin Neid muss dabei jedoch auf eine komplette Elf verzichten. dpa/jam

Viele schöne Momente will Silvia Neid bis zu ihrem Rücktritt 2016 mit den deutschen Fußball-Frauen noch erleben. Jedoch bereitet der Bundestrainerin die Flut von verletzungsbedingten Absagen zum Start ihrer Abschiedstournee beim Prestigeduell gegen Brasilien an diesem Mittwoch (18 Uhr/ARD) in Fürth acht Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft einige Sorgen. "Es ist immer schade, wenn man angeschlagene Spielerinnen hat. Aber wir können es nicht ändern. Wir müssen das Beste daraus machen und improvisieren", sagte Neid am Dienstag zur angespannten Personalsituation.

Von einer erstklassigen Vorbereitung kann derzeit keine Rede sein, der vorletzte WM-Test droht angesichts des Ausfalls einer kompletten Elf zum Muster ohne Wert zu werden. Neid setzt daher auf den Faktor Zeit: "Ich hoffe, dass am 18. Mai alle fit anreisen werden." Dann trifft sich die DFB-Auswahl zum WM-Trainingslager in der Schweiz, wo gegen den Gastgeber am 27. Mai in Baden bei Zürich der letzte Test steigt. Drei Tage zuvor muss Neid ihr 23-köpfiges Team für die Endrunde vom 6. Juni bis 5. Juli in Kanada nominieren.

Zunächst liegt der Fokus aber auf dem Länderspiel gegen Brasilien, für das knapp 14 000 Tickets verkauft wurden. Beim ersten Auftritt in den neu designten WM-Trikots wollen die DFB-Frauen an ihre starke Leistung beim souveränen 3:1-Sieg vor vier Wochen beim Algarve-Cup anknüpfen. Dass es innerhalb eines Monats zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Südamerikanerinnen kommt, stört Neid nicht. "Es ist immer gut, gegen starke Gegner zu spielen. Es bringt doch nichts, gegen schwache Mannschaften mit 5:0 zu gewinnen und sich danach auf die Schulter zu klopfen", sagte die 50-Jährige.

Angesichts der vielen Ausfälle ist sie um ihre Aufgabe aber nicht zu beneiden. Lira Alushi konnte wegen einer Entzündung im Knie wie Lena Goeßling und Leoni Maier (beide muskuläre Probleme) gar nicht erst ins Oster-Trainingslager nach Herzogenaurach anreisen. Dort meldeten sich dann nacheinander Pauline Bremer, Verena Faißt, die Torhüterinnen Almuth Schult und Lisa Weiß sowie Bianca Schmidt und Lena Petermann ab. Luisa Wensing, Lena Lotzen und Weltfußballerin Nadine Keßler fehlen Neid ohnehin.