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NBA: Cooler Schröder soll jetzt durchstarten

Dirk Nowitzki (38) geht schon zum 19. Mal mit den Dallas Mave ricks in eine NBA-Saison.
Dirk Nowitzki (38) geht schon zum 19. Mal mit den Dallas Mave ricks in eine NBA-Saison. FOTO: dpa
Atlanta. Die Atlanta Hawks sind nun das Team von Dennis Schröder. Erstmals in seiner NBA-Karriere soll der 23-Jährige dauerhaft in der Startformation stehen. Nowitzki fiebert mit dem Aufbauspieler – und auch mit dem dritten Deutschen in der besten Liga der Welt. Florian Lütticke

Seine neue Verantwortung jagt Dennis Schröder keine Angst ein. Der 23-Jährige soll in seiner vierten NBA-Saison erstmals dauerhaft die Atlanta Hawks in der Startformation anführen - und gibt sich gewohnt cool. "Sie sagen, dass es jetzt mein Team ist", sagte Schröder vor dem Auftakt gegen die Washington Wizards am Donnerstag (Ortszeit). "Für mich ist es aber nicht wirklich Druck, weil ich so viele Jungs im Team habe, die auf einem hohen Niveau spielen."

Auch Dirk Nowitzki erwartet einen weiteren Sprung im Leistungsniveau des schnellen Aufbauspielers. Er werde Schröder vor Saisonstart noch in einer Nachricht alles Gute wünschen, kündigte der Altmeister an. "Das ist natürlich schon ein Riesenschritt für ihn, ich freue mich für ihn. Ich hoffe, dass er in seiner ersten Saison als Starter voll durchstartet." Nowitzki selbst geht schon zum 19. Mal mit den Mavericks in eine NBA-Saison. Am Anfang der Vorbereitung sei er "ein bisschen steif" gewesen, meinte der 38-Jährige, fühle sich jetzt aber gut.

Die gestiegene Bedeutung von Schröder zeigt sich derweil auch über dem Eingang der Philips Arena von Atlanta. Auf dem "A" des "Hawks"-Banners prangt überlebensgroß das Gesicht des Braunschweigers neben Topstar Paul Millsap und Neuzugang Dwight Howard. "Ich habe nicht das Gefühl, dass Dennis sonderlich viel Druck durch diese Verantwortung verspürt", sagte Hawks-Coach Mike Budenholzer. "Er ist sehr dankbar, aber das geht einher mit seinem Selbstbewusstsein, mit seinem Glauben an sich selbst."

Im Sommer gab Atlanta seinen langjährigen Point Guard Jeff Teague an die Indiana Pacers ab und beförderte Schröder. Immer wieder hatte dieser auch früher schon in wichtigen Momenten Verantwortung übernommen - stand jedoch noch nie über einen längeren Zeitraum schon zu Beginn der Partien auf dem Parkett.

Damit muss sich Schröder, dem für diesen Sommer von Atlanta der Verzicht auf das Nationalteam nahegelegt wurde, nun jeden Abend gegen die Elite-Aufbauspieler der Liga beweisen. "Die Hawks werden wahrscheinlich Wachstumsschmerzen mit dem 23-Jährigen haben", analysierte die Zeitung "Atlanta Journal-Constitution". "Schröders Suche nach Konstanz wird der Schlüssel zum Teamerfolg."

Vor allem durch die Verpflichtung von Center Howard erhofft sich Schröder neue Impulse für sein Spiel. "Wenn er zum Korb geht und viel Druck ausübt, bekommen wir wahrscheinlich viele offene Würfe", sagte der Profi mit dem goldenen Fleck im schwarzen Haar. Nachdem die Quote bei Dreipunkteversuchen im Vergleich zu seinem zweiten NBA-Jahr gesunken war, arbeitete Schröder im Sommer viel an seinem Distanzwurf.

Zipser hofft auf Einsatzzeit

Auf seine Qualitäten als guter Schütze vertraut auch Paul Zipser, der neben Nowitzki und Schröder diese Saison als dritter Deutscher in der NBA spielt. Der frühere Münchner wurde in der Talente-Ziehung von den Chicago Bulls ausgewählt und hofft auf Einsatzzeit. Nachdem der 22-Jährige in einem Vorbereitungsspiel starke 18 Punkte erzielte, habe er ihm eine Nachricht geschrieben, berichtete Nowitzki. "Er hat gesagt: Es macht alles Spaß, es ist etwas anstrengender, das Spiel ist ein bisschen schneller. Aber er hat sich gut eingelebt."

So geht Nowitzkis Blick auch in seiner 19. NBA-Saison immer noch zu den beiden jungen Deutschen. "Ich drücke den Jungs die Daumen", sagte der 38-Jährige. "Außer wenn sie gegen Dallas spielen."

Zum Thema:
Topfavorit Golden State Warriors ist beim NBA-Saisonauftakt in eigener Halle von den San Antonio Spurs regelrecht vorgeführt worden. Die Texaner siegten am Dienstag (Ortszeit) beim mit Superstars wie Stephen Curry oder Neuzugang Kevin Durant gespickten Basketball-Team mühelos mit 129:100 (64:46). "Ich denke, die Jungs schämen sich für die Leistung", schimpfte Warriors-Coach Steve Kerr. "Ich tue es auf jeden Fall." Vor allem in der Defensive waren die Warriors vollkommen überfordert. "Sie holen keine Rebounds, sie holen keinen Titel", hatte der frühere NBA-Star Charles Barkley schon vor der Saison prophezeit. Zumindest mit der ersten Einschätzung sollte er Recht behalten. Dagegen gelang Meister Cleveland Cavaliers ein Start nach Maß. Der NBA-Champion bezwang die New York Knicks deutlich mit 117:88 (48:45) und setzte beim ersten Spiel in der neuen Saison ein erstes Ausrufezeichen. Herausragend bei den Gastgebern waren Kyrie Irving mit 29 Punkten, Kevin Love (23) und Superstar LeBron James. Der Ausnahmespieler kam mit 19 Punkten, 13 Assists und 11 Rebounds zu einem Triple-Double.