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Nachträgliche Vergabe von WM-Medaillen

London. 16 Medaillen werden bei der Leichtathletik-WM neu vergeben – weil Konkurrenten nachträglich als Doper entlarvt wurden. Es ist ein Zeichen der Gerechtigkeit, aber auch bitter für die Betroffenen. dpa/jam

"Ich finde es gut, dass es bei der WM und in aller Öffentlichkeit gemacht wird", sagte Deutschlands schnellste Sprinterin Gina Lückenkemper. "Bisher hat man die Medaillen nachträglich nur so unter der Hand bekommen." Oder per Post.

Sprint-Kollege Julian Reus meint: "Es ist für mich nicht so wichtig, eine Medaille zu Hause zu haben, sondern die emotionalen Momente im Stadion sind wichtig - und nicht zehn Jahre danach", sagte der deutsche 100-Meter-Rekordhalter.

"Die Energie, die man in den Sport rein gibt, kann man sich in solchen Momenten wieder holen. Das bleibt einem dann verwehrt."

Drastisch formuliert Zehnkämpfer Rico Freimuth den Umgang mit der nachträglichen Ehrung: "Wenn ich fünf Jahre später eine Medaille bekäme, die so lange bei einem bescheuerten Doper gelegen hat, würde ich sie wegschmeißen."

Ex-Siebenkämpferin Jennifer Oeser darf am Sonntag als einzige Deutsche aufs Siegerpodest, um die WM-Bronzemedaille von 2011 in eine aus Silber umzutauschen.