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| 01:23 Uhr

Nach zwei Goldmedaillen ist Britta Steffen urlaubsreif

Goldfisch Britta Steffen riss sich die Badekappe vom blonden Schopf und grüßte als Doppel-Olympiasiegerin die Welt. Für die Berlinerin war es einfach „der Hammer“. 1/100 Sekunde Vorsprung zum Gold mit Europarekord über 50 Meter Freistil – 11 000 Fans im Wasserwürfel von Peking waren total aus dem Häuschen. Franziska van Almsick freute sich mit: „Gigantisch, unglaublich.“ Britta Steffen hatte nur noch eines im Kopf: „Nach Hause und dann in den Urlaub.“ Von Richard Janssen <br> und Dietmar Fuchs

Britta Steffen hat die Schwimmwelt in 24,06 Sekunden auf den Kopf gestellt. Und dachte nach zweimal Gold in drei Tagen an Rücktritt. "Ich weiß noch nicht, ob dass das Ende ist", sagte sie. Cheftrainer Örjan Madsen: "Sie ist so clever und abgezockt geschwommen, das war atemberaubend. Das ist nicht zu toppen." Chef de Mission Michael Vesper war "hin und weg. Das ist eine fantastische Leistung." Zu mehreren deutschen Goldmedaillen war zuletzt Kristin Otto mit sechsmal Gold 1988 in Seoul geschwommen.
Im Kopf war Britta Steffen stark wie selten zuvor: "Diesmal hatte ich auf dem Startblock nie das Gefühl, dass andere besser sind als ich. Jetzt weiß ich, das ist Quatsch. Ich kann es. Der Kopf entscheidet alles."
Für Steffen ("Es war auch schön, aber es war nicht so schön wie bei den 100 Metern") ging der Stress erst nach dem Rennen richtig los. "Ich muss leider zur Siegerehrung", stellte sie fest. Dopingprobe, Pressekonferenzen, sie war schwer beschäftigt. Jetzt ist erstmal Urlaub angesagt. Wohin es geht, weiß sie nicht. "Das hat mein Freund gebucht. Ich werde überrascht." Und: "Ich will so bald wie möglich meine Liebsten um mich haben." Geburtstage stehen an.

Fahnenträgerin bei der Schlussfeier?
Doch da ist noch die reizvolle Aufgabe der Fahnenträgerin bei der Schlussfeier zu vergeben: "Das wäre noch etwas. Aber es gibt genug andere Goldmedaillen-Gewinner, die es mehr verdient hätten." Sie wird nicht größenwahnsinnig werden, will die junge Frau von nebenan bleiben, deren Leben sich durch den Olympia-Triumph nicht ändern soll.
Bewunderung empfand Siegerin Britta Steffen für die Amerikanerin Dara Torres, die mit 41 Jahren in 24,07 Minuten Silber holte. "Das ist Wahnsinn, wie man in dem Alter so aussehen und so fit sein kann", sagte sie. Ob sie mit 41 auch noch schwimmen will? "Nee." Vor dem Finale hatten sie rumgealbert. "Kinderkriegen ist schwerer als 200 Meter Kraul schwimmen", habe ihr Mutter Torres verraten.

ZUM THEMA Rekord für Phelps
 Mit seinem achten Gold in Peking hat US-Schwimmer Michael Phelps seinen Landsmann Mark Spitz als olympischer Rekordhalter abgelöst. Spitz waren 1972 in München sieben Olympiasiege gelungen. Phelps gewann gestern mit seinen Teamkollegen der 4 x 100 Meter Lagen-Staffel seine achte Goldmedaille . „Es hat Spaß gemacht. Es war verdammt harte Arbeit, und am Ende war alles perfekt“ , sagte Phelps zu seinem Rekord.