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| 02:39 Uhr

Nach Not-OP: Worrack will zurück aufs Rad

Erfurt/Cottbus. Die Lausitzerin Trixi Worrack ist nach ihrem schweren Sturz und der Not-Operation wieder vorsichtig optimistisch. In einem Interview erklärte die Dissenerin (Spree-Neiße) jetzt, dass sie ihre Karriere als Radsportlerin gern fortsetzen würde – trotz des Verlustes ihrer linken Niere. Mirjam Hecht / mit dpa

Die vierfache Team-Zeitfahr-Weltmeisterin Trixi Worrack aus Dissen (Spree-Neiße) will ihre Karriere fortsetzen, obwohl ihr nach einem Sturz in einer Not-OP die linke Niere entfernt werden musste. Sie dürfe zurzeit keine Treppen steigen, habe noch Schmerzen, will aber wieder auf das Rad, wie die 34 Jahre alte deutsche Meisterin in einem Interview der Internetplattform "radsport-news" am Donnerstag erklärte. "Ich würde gerne nochmal anfangen", sagte Worrack, deren Heimatverein der RK Endspurt Cottbus ist, zehn Tage nach ihrem Sturz beim italienischen Rennen Trofeo Al fredo Binda.

Bei dem folgenschweren Unfall war die Lausitzerin in einer Linkskurve am Ende einer Abfahrt zu Fall gekommen. "Der Sturz an sich war gar nicht schlimm, ich bin einfach nach links unglücklich irgendwo draufgefallen. Von außen sah man auch kaum Verletzungen", schilderte Worrack in dem Interview.

Vor Schmerzen übergeben

In diesem gab sie auch Auskunft drüber, wie schwer es anschließend tatsächlich um sie stand. Sie sei fast gestorben, räumte die deutsche Meisterin ein. Im ersten Krankenhaus im italienischen Cittiglio sei sie demnach erstmal geröntgt worden. Man habe aber "natürlich nichts gesehen, weil am Rücken ja nicht groß etwas war. Aber ich hatte richtig starke Schmerzen und nach einer Weile sind sie vom Rücken in den Bauch gewandert, bis ich mich vor Schmerzen übergeben habe", berichtete Worrack. Nach der anschließenden Computertomographie sei sie sofort zur Not-OP nach Varese gefahren worden.

Weiterhin Schmerzen und eine große Wunde am Bauch zeugen von diesen dramatischen Stunden. "Normalerweise wird bei einer Nieren-OP am Rücken ein kleiner Schnitt gemacht. Aber ich hatte schon so viel Blut im Bauch, dass sie von dort ran mussten", berichtete die Radsportlerin in dem Interview der Internetplattform "radsport-news".

Nach ihrer Verlegung ist in Erfurt zudem festgestellt worden, dass auch eine Rippe gebrochen ist. "Ich nehme an, dass dadurch auch die Niere kaputtgegangen ist", sagte die 34-Jährige.

Momentan erholt sich Trixi Worrack zu Hause in Erfurt, wohin sie vom Olympiastützpunkt in Mecklenburg-Vorpommern gewechselt war. Sie will positiv in die Zukunft blicken. "Ich darf jetzt auch nicht zu negativ sein. Es ist eben schwierig, weil man gar nicht vorhersehen kann, wie lange alles dauert. Hier kann mir im Prinzip keiner sagen, wann ich wieder aufs Rad kann oder wann ich mich überhaupt wieder besser fühle", sagte sie weiter.

Deprimierende Tage

Am Donnerstag sollten die Klammern in ihrem Bauch entfernt werden. Physiotherapie und Lymphdrainage folgen. Noch ist Trixi Worrack körperlich ziemlich schwach. Die zweite Niere müsse sich erst einmal daran gewöhnen, dass sie jetzt für zwei arbeite. Der schwere Eingriff hat natürlich auch in Trixi Worracks Kopf Spuren hinterlassen. "Die ersten Tage im Krankenhaus war ich wirklich niedergeschlagen. Das war deprimierend", schilderte sie.

Stück für Stück will sich die Lausitzerin nun zurückkämpfen, um irgendwann wieder ihren geliebten Radsport betreiben zu können.