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| 15:07 Uhr

Leichtathletik
Deutscher Meister! Nun peilt Schneider die EM an

Thomas Schneider holte sich in Dortmund den deutschen Hallentitel über 400 Meter.
Thomas Schneider holte sich in Dortmund den deutschen Hallentitel über 400 Meter. FOTO: Bernd Thissen / dpa
Dortmund. Mit einem Paukenschlag hat sich der Forster Thomas Schneider in der Spitze der deutschen Leichtathletik zurückgemeldet. Nach dem Hallen-Titel über 400 Meter peilt er nun die Heim-Europameisterschaft in Berlin an. Nach vielen Rückschlägen hat der 29-Jährige neuen Mut gefasst.

Von Jan Lehmann

Immer wieder reckte Thomas Schneider den Finger in die Luft der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle so als wollte er zeigen: „Leute, hier bin ich wieder!“ In 47,80 Sekunden hatte sich der 29-Jährige am Sonntag den deutschen Hallenmeistertitel über die 400 Meter geholt – und sich so in der Spitze der deutschen Leichtathletik zurückgemeldet. Schneider gibt offen zu: „Für mich ist der Titel ein sehr emotionaler Moment. Ich habe in den vergangenen Jahren viel durchmachen und viele Rückschläge hinnehmen müssen, vor allem 2016 mit der verpassten Olympia-Qualifikation.“

Der Forster setzte sich mit viel Routine im Endspurt gegen den Dortmunder Torben Junker (l.) durch.
Der Forster setzte sich mit viel Routine im Endspurt gegen den Dortmunder Torben Junker (l.) durch. FOTO: Bernd Thissen / dpa

Der Forster, der einst in der Cottbuser Trainingsgruppe von Jochen Wiedemann groß geworden war, hatte in den vergangenen Jahre jede Menge Pech: Eine Achillessehnenverletzung, Pfeiffersches Drüsenfieber, ein Virusinfekt kurz vor der Deutschen Meisterschaft. „Immer war irgendetwas, es war wie verhext“, berichtet Schneider rückblickend. Nachdem er 2012 bei den Olympischen Spielen in der deutschen Staffel lief und 2013 noch einmal deutscher Meister war, wurde es ruhig um den ehemaligen Schüler der Lausitzer Sportschule. Schneider, der im August vergangenen Jahres seine langjährige Freundin Isabel geheiratet hatte, erklärt am Montag gegenüber der RUNDSCHAU: „Für mich stand fest, dass ich so nicht aufhören will. Mir war es wichtig, noch einmal zu zeigen, wozu ich in der Lage bin.“ Und das scheint so einiges zu sein: Beim Finallauf in Dortmund bewies Schneider vor allem, dass er sich in den Jahren jede Menge Routine angeeignet hat. „Es war ein typischer Meisterschaftslauf, da wollte keiner zu früh zu viele Körner auf die Bahn schießen. Ich habe dann gesehen, dass ich den einen Schritt weiter vorn bin und habe einfach mein Ding gemacht“, berichtet der 29-Jährige, der in Magdeburg lebt und für Bayer Leverkusen startet.

Nun hat der Forster, dessen Eltern noch immer in der Rosenstadt an der Neiße wohnen, neuen Mut geschöpft. Das große Ziel ist die Heim-Europameisterschaft im August im Berliner Olympiastadion: „Das wäre ein Super-Event für mich. Ich möchte mich für die Staffel qualifizieren. Ob am Ende vielleicht noch eine Einzel-Nominierung herausspringt, werden wir sehen.“ Ob dies womöglich schon seine letzte Saison ist, will Schneider noch nicht festlegen: „Ich plane nur noch von Saison zu Saison. Mal sehen, wie die nächsten Ziele dann aussehen.“ Für die Zeit nach der Karriere sorgt der Sportsoldat ebenfalls vor: Seinem Studium im internationalen Management wolle er nach dem Leistungssport noch mehr Aufmerksamkeit widmen, sagt er. Gut möglich, dass es bis dahin noch eine Weile dauern wird.