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| 02:39 Uhr

Murray besteigt den Thron

Nach acht Titeln in diesem Jahr jetzt der Sprung auf Ranglistenplatz eins: der Brite Andy Murray.
Nach acht Titeln in diesem Jahr jetzt der Sprung auf Ranglistenplatz eins: der Brite Andy Murray. FOTO: dpa
Paris. Noch vor einem halben Jahr schien es undenkbar, dass jemand Novak Djokovic so schnell von der Spitze der Tennis-Weltrangliste verdrängen könnte. Doch nun ist es passiert. Vom heutigen Montag an ist Andy Murray der beste Spieler der Welt. Lars Reinefeld und Kristina Puck

Den Sprung an die Spitze der Tennis-Weltrangliste hatte sich Andy Murray ein bisschen anders vorgestellt. Am Abend vor seinem Halbfinale beim Masters-Event in Paris hatte der Brite in seinem Hotelzimmer gesessen und sich ausgemalt, wie es wohl sein würde, nach einem Sieg gegen den Kanadier Milos Raonic endlich auf Platz eins des Rankings zu stehen. Doch dann musste Raonic am Samstag wegen einer Verletzung absagen.

Kampflos bestieg Murray den Thron. "Es war schon ein bisschen komisch. Man wusste gar nicht, wie man reagieren sollte", erzählte Murray der BBC von dem Moment, als ihm Raonic mitgeteilte hatte, dass er nicht spielen könne. Am Sonntag gewann der Schotte das Finale des ATP-Turniers in Paris noch gegen John Isner (USA) 6:3, 6:7 (4:7), 6:4.

Doch auch wenn der 29-Jährige gerne sportlich den Halbfinalschritt gegangen wäre, um den Serben Novak Djokovic nach 122 Wochen an der Spitze abzulösen. Die Tatsache, von diesem Montag an vom Computer als bester Tennisspieler der Welt geführt zu werden, machte den Schotten sehr stolz. "Es geht nicht um heute, sonders es geht um ein ganzes Jahr", sagte Murray. "Es war harte Arbeit. Novak hat in der ersten Hälfte des Jahres noch unglaublich gespielt, ich musste daher sehr, sehr viele Spiele gewinnen." In der Tat war Platz eins für den dreimaligen Grand-Slam-Champion zur Jahresmitte noch meilenweit entfernt. Nach seinem lang ersehnten Sieg bei den French Open in Paris Anfang Juni im Finale gegen Murray hatte Djokovic im Ranking mehr als 8000 Punkte Vorsprung.

Niemand konnte sich einen Machtwechsel in näherer Zukunft vorstellen, zu dominant war der Schützling von Boris Becker. Doch dann fiel Djokovic in ein mentales Tief, während Murray auf konstant hohem Niveau weiterspielte. Zudem holte der Olympiasieger von 2012 Ivan Lendl als Coach zurück, der ihn erst zu einem Spieler von Weltklasseformat geformt hatte. Dass es Murray verdient hat, die Nummer eins zu sein, darin sind sich alle einig.