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| 11:13 Uhr

Motocross-Talent freut sich auf Heimrennen in Drehna
Maximilian Spies: Mit der Kraft der Kettensäge

  Ein Motocross-Rennen hinterlässt Spuren – manchmal auch in Form eines Bartes: Maximilian Spies.
Ein Motocross-Rennen hinterlässt Spuren – manchmal auch in Form eines Bartes: Maximilian Spies. FOTO: Gino Maes
Luckau. Maximilian Spies (15) aus Ortrand gehört zu den vielversprechendsten Motocross-Talenten Brandenburgs. Das will er auch beim Heimrennen in Fürstlich Drehna zeigen. Von Steven Wiesner

Es gibt viele Motocross-Piloten, die das Rennen in Fürstlich Drehna als ihr Heimrennen bezeichnen. In erster Linie, weil es zumindest in der ADAC MX Masters-Serie kein weiteres Event im ostdeutschen Raum gibt. So bleibt auch Fahrern aus Thüringen, Sachsen-Anhalt oder Berlin manchmal gar nichts anderes übrig, als die Veranstaltung in der Lausitz als ihren persönlichen lokalen Höhepunkt anzusehen.

Wenn aber jemand das Recht hat, die Strecke „Rund um den Mühlberg“ als sein Heimspiel anzupreisen, dann er: Maximilian Spies. Es ist jetzt auch nicht so, dass der 15-jährige Lausitzer direkt neben dem Kurs aufgewachsen wäre. Doch der Teenager aus Ortrand wohnt nur 40 Autominuten entfernt, trainiert in Luckau-Alteno und fährt für den gastgebenden MSC Fürstlich Drehna. „Es ist schon wie Zuhause“, sagt das Motocross-Talent. „Da fühlst du dich einfach wohler als anderswo.“

Am Wochenende kommt er wieder nach Hause. Die Saison der ADAC MX Masters beginnt am Samstag und Sonntag auf dem Sandparcours in Dahme-Spreewald – und Maximilian Spies wird zum fünften Mal als Fahrer mit dabei sein.

Zum ersten Mal aber wird er dabei auf der 250ccm-Maschine sitzen und im Youngster Cup seine Runden drehen. Für den deutschen Juniorenmeister bei den 85ern und zweimaligen Vizemeister bei den 125ern eine ganz neue Herausforderung. „Da geht es erstmal darum, dass ich mich zurechtfinde und die Qualifikation für die Rennen schaffe“, sagt Maximilian. Doch mit dem Rückenwind der Heimbahn, wo er von Familie, Freunden und Fans angefeuert wird, will er in Fürstlich Drehna möglichst auch in die Punkte fahren. „Letztes Jahr hat ein Kumpel von mir sogar die Kettensäge angeschmissen und Lärm gemacht am Streckenrand“, schmunzelt der Lokalmatador. „Das fetzt natürlich schon.“

Nicht nur deswegen ist Drehna für ihn „das coolste Rennen, das am meisten Spaß macht“. Mittlerweile sammelt der 1,89m-Schlaks zwar auch schon Erfahrungen bei internationalen Toprennen wie am zurückliegenden Wochenende, als er in Italien das erste Europameisterschaftsrennen seines Lebens fuhr. Dennoch empfindet er das Heimrennen immer wieder als etwas Besonderes, „wo man sich auch nicht blamieren möchte vor den Fans“.

 Auf dem Sprung: Maximilian Spies will hoch hinaus.
Auf dem Sprung: Maximilian Spies will hoch hinaus. FOTO: imago/Steve Bauerschmidt / Steve Bauerschmidt

Und von denen gibt es einige. Das Instagram-Profil von Maximilian Spies zählt längst eine vierstellige Followerschaft. Und auch seine 500 Autogrammkarten, die er vergangenes Jahr mit zur Strecke gebracht hatte, waren schnell vergriffen. „Ich bin mit dem Schreiben gar nicht hinterhergekommen“, staunt der junge Nachwuchssportler selbst.

Auch das ist der Lohn für den Ehrgeiz, den sich Maximilian Spies stehen lässt. Die Akribie seines Sohnes beeindruckt auch Lars Täubert: „Ich habe Jugendliche in seinem Alter kennengelernt, die sich jedes Wochenende betrinken. Die verstehen gar nicht, was und warum Max das macht.“ Auch andere Ablenkungen scheinen Maximilian, der gegenwärtig von Ex-Profi Christian Brockel (35) trainiert wird und zu den vielversprechendsten Motocross-Talenten Brandenburgs gehört, noch nicht zu interessieren. Der Neuntklässler, der etwa 30 Rennen im Jahr fährt und auch so manche Schulstunde verpasst, würde sich wahrscheinlich eher nach einer fabrikneuen Kawasaki umdrehen als nach einem hübschen Mädchen.

In diesem Jahr wurde er nun in den elitären Kreis der ADAC Sport-Stiftung aufgenommen, was neben ihm nur vier weitere deutsche Nachwuchsfahrer von sich behaupten können. Maximilian Spies ist zwar in vielen Rennen noch der kleine Schüler, der gegen Vollprofis fahren muss. Doch es spricht einiges dafür, dass er in ein paar Jahren selbst als Profi ans Startgatter fahren darf.