| 02:42 Uhr

Mit "mulmigem Gefühl" zu den Paralympics

DOSB-Chef Alfons Hörmann bezeichnet die Krim-Krise als "ungute Situation".
DOSB-Chef Alfons Hörmann bezeichnet die Krim-Krise als "ungute Situation". FOTO: dpa
Berlin. Wenige Hundert Kilometer westlich von Sotschi findet der schärfste Konflikt in Europa seit dem Ende des Kalten Krieges statt. Die Paralympics sollen trotz der Krim-Krise am Freitag beginnen – ohne Gefahr für die Athleten und mit dem deutschen Team. dpa/jam

Das deutsche Paralympics-Team reist wegen des Konflikts auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim mit zwiespältigen Gefühlen ins russische Sotschi. "Dass einen so etwas nicht kalt lässt, ist vollkommen klar. Das ist eine ungute Situation. Wir fahren alle mit einem mulmigen Gefühl dahin", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, am Montag. Die Sicherheit der Athleten stehe an oberster Stelle. "Man muss die Situation aufmerksam beobachten."

Vor Ort laufen derweil unter Hochdruck die Vorbereitungen auf die Weltspiele der Behindertensportler.

Die SPD-Politikerin Dagmar Freitag hat derweil scharfe Kritik an Russland wegen des Konflikts mit der Ukraine geübt. Es sei "inakzeptabel", wenn das Gastgeberland der Paralympics "eine Eskalation eines Konfliktes vorantreibt", teilte die Sportausschuss-Vorsitzende des Deutschen Bundestages am Montag in einer Stellungnahme mit. Es sei außerdem "ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die in wenigen Tagen zu ihren Wettkämpfen nach Sotschi reisen werden".

Freitag wies darauf hin, dass die Russische Föderation noch vor wenigen Monaten die UN-Resolution unterzeichnet hat, "die unmissverständlich fordert, den Olympischen Frieden einzuhalten und Sport als Mittler für Frieden, Dialog und Versöhnung in Konfliktregionen zu nutzen".

Die Paralympics werden an diesem Freitag eröffnet und bis zum 16. März an der Schwarzmeerküste ausgetragen. Es werden 575 Athleten aus 45 Ländern erwartet. An dem Plan, am Dienstagmorgen nach Sotschi zu fliegen, habe sich für das deutsche Team trotz des Konflikts nichts geändert, sagte der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes (DBS), Friedhelm Julius Beucher, am Montag. "Wir haben derzeit keinen Grund, nicht zu fahren." Der Verband halte engen Kontakt mit dem Auswärtigen Amt und mit Personen vor Ort, um über die Sicherheit der Athleten in Sotschi zu sprechen. "Für uns gibt es aufgrund der jetzigen Sicherheitslage keinen Grund zur Sorge", sagte Beucher. In Sotschi starten 13 deutsche Sportler.

Die Krim liegt rund 450 Kilometer Luftlinie westlich von Sotschi. Die Halbinsel steht seit dem Wochenende unter Kontrolle moskautreuer Kräfte. Die Spannungen dort verschärften sich seit dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch dramatisch.