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Millionenbudget für das Turnfest

Berlin. Die Finanzierung der Turnfeste wird für den Deutschen Turner-Bund immer mehr zu einer Mammutaufgabe. Aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheid-Platz seien die Kosten für die Veranstaltung vom 3. bis 9. Juni in Berlin enorm gestiegen, sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl der Deutschen Presse-Agentur. dpa/sh

Dennoch rechnet der neue Chef des zweitgrößten deutschen Sportverbandes wenige Tage vor der Eröffnungsfeier am Brandenburger Tor mit einem ausgeglichenen Turnfest-Haushalt. "Es ist mein erstes Turnfest als Präsident. Ich bin da noch etwas zurückhaltend. Aber ich hoffe, dass wir mit einer schwarzen Null aus dem Turnfest gehen", betont Hölzl.

Die Hauptkosten tragen der Berliner Senat und die Bundesregierung, die eine Million Euro zur Verfügung stellt. Ohne staatliche Unterstützung wären die rund 400 Wettkämpfe und Show-Veranstaltungen nicht finanzierbar, sagte Hölzl und verwies auf die Probleme: "Wir bekommen keine Festbetrags-Finanzierung, sondern eine Verlustförderung. Wird der vorgegebene Rahmen überschritten, trägt der DTB das wirtschaftliche Risiko." Nach dem Ereignis müsse man sich zusammensetzen und über die Verteilung der immer höheren Kosten diskutieren, forderte der DTB-Präsident.

Vor allem die Sicherheitsfrage und der damit verbundene Kostenanstieg bereiten Hölzl Sorge. "Nach dem Terroranschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz haben wir die Sicherheitsanforderungen noch einmal überarbeitet. Wir tun natürlich alles, um die Sicherheit in den Turnfesttagen zu erhöhen. Das hat den Kostenrahmen erheblich angehoben", räumte er ein. So wird es durch Sicherheitsdienste erstmals bei Turnfesten eine Bewachung der Schulen geben, in denen nahezu 40 000 Teilnehmer untergebracht werden. Zudem wird die Eröffnungsfeier am Brandenburger Tor am 3. Juni komplett abgesperrt.

Vor vier Jahren hatte das Turnfest in der Rhein-Neckar-Region mit einem deutlichen Minus abgeschlossen, bestätigte Hölzl. "Mit 47 000 Teilnehmern war diese Vielfalt nicht zu steuern. In Berlin sieht das besser aus: Wir haben mit 55 000 bis 60 000 Aktiven kalkuliert, jetzt haben sich 80 000 angemeldet", sagte der 48-Jährige.