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| 02:38 Uhr

Mega-WM 2026 in Nordamerika? "Es ist der einzige Sinn"

Victor Montagliani ist der Chef der Fußball-Konföderation von Nord- und Mittelamerika.
Victor Montagliani ist der Chef der Fußball-Konföderation von Nord- und Mittelamerika. FOTO: dpa
Zürich. Victor Montagliani ist ein Mann von wuchtiger Gestalt. Nach dem Fifa-Beschluss für eine 48er-WM im Jahr 2026 verschwand der schwergewichtige Chef der Fußball-Konföderation von Nord- und Mittelamerika aber förmlich hinter dem Pulk aus Journalisten. dpa/jal

Der Kanadier hatte was zu sagen. "In manchen Regionen macht es nicht nur Sinn, es ist der einzige Sinn", so Montagliani über eine mögliche gemeinsame WM-Bewerbung mit den USA und Mexiko für die erste 48er-WM im Jahr 2026.

Bald werde man miteinander reden, sagte Montagliani, der mit dem US-Verbandschef Sunil Gulati im Fifa-Council sitzt. Und die America-Connection hat alle Argumente auf ihrer Seite. Europäer und Asiaten sind laut Fifa-Statuten von einer Kandidatur für 2026 ausgeschlossen, da sie 2018 (Russland) und 2022 (Katar) den Gastgeber stellen. In Afrika, Südamerika und Ozeanien wird keinem Land der Kraftakt von 80 WM-Spielen in 32 Tagen zugetraut. Zwölf Stadien fordert Fifa-Chef Gianni Infantino.

Die USA könnten auch alleine oder mit einem der beiden Partner das neue Mega-Event stemmen. Doch eine Kooperation mit beiden Nachbarn hätte hohen symbolischen Wert. Für das Turnier 2022 war man unter bekanntermaßen zweifelhaften Umständen an Katar gescheitert. Jetzt könnte man im amerikanischen Schulterschluss auch für einen moralischen Neuanfang stehen.

In Mexiko ist die Begeisterung ohnehin groß. "Ja, das ist unser Wunsch", sagte der Generalsekretär des mexikanischen Fußballverbands, Guillermo Cantú. Zu gerne wäre man "Teil dieser Fiesta". Eine gemeinsame Bewerbung mit den USA wäre politisch brisant, angesichts der aggressiven Politik des gewählten US-Präsidenten Donald Trump.

Montagliani sagte süffisant: "Man möchte hoffen, dass der Fußball die Politik überTRUMPfen kann." (So you would hope that football will trump politics.")

Die Fifa hätte bei einer WM mit drei Gastgebern auch ganz praktische Fragen zu klären. Im schon ausgebrochenen Kampf um die Neuverteilung der Startplätze müsste geklärt werden, ob wie bislang üblich alle Ausrichter einen fixen Platz bekommen. Das würde die Chancen aller anderen Teams in Nord- und Mittelamerika verringern - und wenig Freude auslösen.