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Meeting-Alarm! Fliegen die Topstars heute zum letzten Mal?

Meeting-Direktor Ulrich Hobeck
Meeting-Direktor Ulrich Hobeck FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Das Internationale Springermeeting erlebt am Mittwoch (Beginn 18 Uhr) seine 15. Auflage in der Cottbuser Lausitz-Arena. Vor ausverkaufter Halle präsentiert sich ein hochkarätiges Starterfeld – und dennoch ist die Zukunft der Traditionsveranstaltung mehr denn je ungewiss. Jan Lehmann

Hektik, mal wieder. Am Dienstagmorgen klingeln im Organisationsbüro der Meeting-Veranstalter die Telefone quasi mit Dauerton. Nicht, dass am Tag vor dem 15. Springermeeting ohnehin nicht schon genug zu tun sei - jetzt sind auch noch die Stäbe vom deutschen Stabhochspringer Florian Gaul nicht in Cottbus angekommen. Für Meeting-Direktor Ulrich Hobeck aber noch kein Grund für erhöhten Blutdruck. Der 69-Jährige lächelt: "Entscheidend ist für uns, dass alle Athleten da sind - das mit den Stäben kriegen wir auch noch hin."

Sein Optimismus kommt nicht von ungefähr: Die Lausitz-Arena ist mit 2000 Zuschauern ausverkauft. Hobeck hat in diesem Jahr 19 Sportler aus elf Nationen für die Traditionsveranstaltung in Cottbus verpflichtet - ein buntes und vor allem ein hochkarätiges Feld. Die Hochsprung-Olympiasiegerin Ruth Beitia (Spanien) sowie die drei Stabhochsprung-Weltmeister Raphael Holzdeppe (Zweibrücken), Shawnacy Barber (Kanada) und Kostadinos Filippidis (Griechenland) sind die Topstars dieser Weltklasse-Veranstaltung - die allerdings die letzte dieser Art in Cottbus sein könnte.

Es herrscht Meeting-Alarm! Fliegen die Topstars heute möglicherweise zum letzten Mal durch die Lausitz-Arena? Nach RUNDSCHAU-Informationen hängt die Zukunft des Meetings wacklig in der Luft, in etwa so wie die Querlatte über der Sprungmatte.

Für die Veranstalter wird es immer schwerer, das Budget im sechsstelligen Euro-Bereich für dieses hochklassige Starterfeld zu stemmen. Ulrich Hobeck will zwar nicht schon vor der ausverkauften Veranstaltung eine endgültige Bilanz ziehen, doch der Vater des Meetings hat für heute Abend auch eine kleine Rede vorbereitet. Die will er bei der Aftershowparty vor den etwa 500 VIP-Gästen halten - darunter viele langjährige Förderer der Traditionsveranstaltung. Hobeck gibt vorab Einblick: "Ich will mich bedanken, für die Unterstützung von den Sponsoren und den vielen ehrenamtlichen Helfern. Ohne die würde es nicht gehen. Doch trotz allem wird es für uns immer schwerer, diese Veranstaltung zu stemmen."

Man wird bei dieser Rede wohl zwischen den Zeilen zuhören müssen, um die Brisanz zu erkennen. Hobeck sagt vorab nur: "Wir haben ein tolles Team und wollen weitermachen, um die Leichtathletik in Cottbus zu stärken. Ob uns das gelingt, werden wir sehen." Hobeck feiert im Sommer zwar seinen 70. Geburtstag, doch es ist ihm anzumerken: Gegen ein bisschen Hektik im Januar hätte er auch kommendes Jahr nichts einzuwenden.