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Max-Hilmar Borchert gewinnt den Großen Preis von Sielow

So sehen Sieger aus: Cent-blue trug Max-Hilmar Borchert fehlerfrei ins Ziel (oben). Felix Ewald auf Charly Braun (re.) musste sich mit dem undankbaren zweiten Platz zufrieden geben.
So sehen Sieger aus: Cent-blue trug Max-Hilmar Borchert fehlerfrei ins Ziel (oben). Felix Ewald auf Charly Braun (re.) musste sich mit dem undankbaren zweiten Platz zufrieden geben. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Es war fast schon klar: Als Max-Hilmar Borchert, derzeit erfolgreichster Reiter in Berlin-Brandenburg, sich nach seinem Derby-Start in Hamburg kurzfristig entschlossen hatte, zum 47. Pfingstturnier nach Sielow zu kommen, galt er sofort als der große Favorit für die Springen der schweren Klasse im Cottbuser Reitstadion. Andrea Hilscher

Borchert, der vor einigen Jahren eine schwere Leukämie überwinden musste, blickt mit seinen 26 Jahren auf 571 Platzierungen mit 107 Pferden zurück. Er ist Träger des Goldenen Reitabzeichens, war Landesmeister und im vergangenen Jahr Fünfter im schwersten Springen der Welt in Hamburg-Klein Flottbeck.

Jetzt also Sielow. "Ich war seit zehn Jahren nicht mehr hier im Parcours", so der Stechliner. Erfolge konnte er zwar damals schon feiern, seinen Namen auf der "Liste der Besten" am Sielower Richterturm verewigen, das hatte bisher allerdings noch nicht geklappt. Nachdem er sich bereits am Samstag in einem Zweiphasenspringen der Klasse S* mit seinem Pferd Caspino auf den dritten Platz vorkämpfen konnte, setzte er auch beim Großen Preis der Sparkasse Spree-Neiße über 1,50 Meter zunächst auf den Holsteiner Wallach.

Der hartnäckige Regen vom Vormittag hatte dem Boden in Sielow nur wenig anhaben können. Borchert ging daher mit Caspino auf volles Risiko und bezahlte seinen Einsatz mit einem Abwurf. Als Letzter im Umlauf schaffte er dann auf seinem Ausnahmeschimmel Cent-blue eine schnelle Nullrunde und konnte sich so für das Stechen qualifizieren. Hier hatte er mit dem Polen Oskar Murawski, dem Sachsen Florian König und vor allem mit Felix Ewald (Reitclub Gut Mochowsee) einige extrem starke und schnelle Reiter vor sich.

Ewald, der sich in den vergangenen Monaten immer wieder gegen Borchert geschlagen geben musste, wollte jetzt endlich die Nase vorn haben: Mit Avoreen schaffte er den Stechparcour mit null Fehlern in einer Zeit von 43,07 Sekunden, mit Charly Braun blieb er fast drei Sekunden unter dieser Zeit und hatte damit den Sieg fast schon in der Tasche. Doch kaum hatte Borchert mit seinem Schimmel die ersten Hindernisse überflogen, raunten die Experten auf dem Richterturm: "Der reitet in einer eigenen Liga, der schafft das."

Und tatsächlich: Mühelos überflog Cent-blue alle Hürden, kam nach 38,75 Sekunden ins Ziel und freute sich am Jubel der Zuschauer und der Kollegen. Der zweit- und drittplatzierte Felix Ewald brauchte ein paar Minuten, um das Ergebnis zu verdauen. "Ein zweiter Platz ist nicht wirklich schön." Immerhin kann er sich über zwei Ehrenpreise der Sparkasse Spree-Neiße freuen, nahm - ebenso wie Max-Hilmar Borchert - gestiftete Silberbarren mit nach Hause.

Die übrigen Springen der schweren Klasse konnten Jörg Möller (Mecklenburg), Benjamin Wulschner (Mecklenburg), Angelos Touloupis (Niedersachsen), Felix Ewald (Brandenburg) und Malte Weichsler (Niedersachsen) für sich entscheiden.

Zum Thema:
Die Teilnehmer der S-Springen in Sielow konnten sich für weitere große Turniere qualifizieren: Der Sieger im Großen Preis am Sonntagnachmittag rückt einem Startplatz beim internationalen CSI in Neustadt/Dosse 2018 ein Stück näher. Außerdem gab es Qualifikationsspringen für die Ecora Reitertour (Finale in Hof) und einen Startplatz beim Partner Pferd Cup 2017/18 in Leipzig. Sechsjährige Springpferde konnten ein Ticket zum Bundeschampionat nach Warendorf lösen.