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| 01:06 Uhr

Martin Schmitt meldet sich mit Platz sieben zurück

Als der Finne Janne Ahonen nach seinem dritten Sieg bei der Vierschanzentournee die Ski jubelnd in den Abendhimmel über Innsbruck streckte, genoss Martin Schmitt erstmals in dieser Saison den Trubel um seine Person. Mit Rang sieben machte der Furtwangener nach vielen Pleiten einen ersten Schritt aus der Krise und wurde am Bergisel bester Deutscher. „Ich habe lange genug auf diesen Augenblick gewartet. Jetzt bin ich total happy“, jubelte er. Von Gerald Fritsche <br> und Eric Dobias

Auch Bundestrainer Peter Rohwein stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. "Martin hat sich hervorragend geschlagen", lobte der Coach.
An Ahonen, der seinen zehnten Sieg im elften Weltcup-Springen feierte, kam in einem von wechselnden Windbedingungen geprägten Wettbewerb aber erneut keiner vorbei. Sprünge auf 128,5 und 120 Meter sicherten ihm mit 243,8 Punkten den Erfolg und damit eine sichere Führung in der Tournee-Wertung. 49,1 Zähler trennen ihn vor dem letzten Springen am Dreikönigstag von dem gestern zweitplatzierten Polen Adam Malysz. Dritter wurde der Tscheche Jakub Janda.
Neben Ahonen war Martin Schmitt der glücklichste Athlet am Bergisel. Der viermalige Weltmeister landete bei 117 und 119,5 Metern. Im ersten Versuch hatte er noch nicht den richtigen Anstellwinkel der Ski. "Dadurch habe ich Höhe, Geschwindigkeit und damit auch Meter verloren. Es waren aber zwei gute Sprünge", sagte der Furtwangener, der bei aller Freude realistisch blieb. "Ich habe hart gearbeitet, aber es ist noch ein längerer Weg zurück in die Weltspitze."
Michael Uhrmann, der wegen eines Magen-Darm-Infekts noch am Sonntag Infusionen erhalten, am Wettkampftag jedoch wieder normal gefrühstückt hatte, haderte mit sich selbst. Von Rang fünf nach dem ersten Durchgang rutschte er nach den vielen Windpausen ab. "Ich habe mich aus dem Konzept bringen lassen, deshalb ärgere ich mich über mich selbst", sagte der Siebente der Tournee-Wertung.
Georg Späth scheiterte an den wechselnden Windverhältnissen. Ausgerechnet als der Dritte des Neujahrsspringens an den Ablauf zum zweiten Durchgang ging, wurde aus Aufwind wieder Seitenwind. Dadurch kam der Oberstdorfer nur auf 112,5 Meter und rutschte auf Rang 17 ab. "Es war klar, dass man heute Glück braucht. Das hat mir leider gefehlt", sagte Späth, doch Rohwein hatte auch Fehler erkannt: "Er war im Flug zu passiv."
Eine völlig misslungene Tournee verzeichnet Alexander Herr (Scho nach-Rohrhardsberg). Der Zweite vom ersten Saisonweltcup in Kuusamo schied in Innsbruck wie bereits in Oberstdorf bereits nach dem ersten Durchgang aus. Auch Maximilian Mechler (Isny) hatte sich seinen 22. Geburtstag anders vorgestellt. Mit 110 Metern schied auch er aus.