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Martialische Töne vor Pokal-Halbfinale

Reggie Redding (l.) und die Albatrosse hatten in der Euroleague gegen Tel Aviv um Alex Tyus am Donnerstagabend das Nachsehen.
Reggie Redding (l.) und die Albatrosse hatten in der Euroleague gegen Tel Aviv um Alex Tyus am Donnerstagabend das Nachsehen. FOTO: dpa
Berlin. Im Pokal-Halbfinale kommt es in Oldenburg beim Final Four zum Showdown der besten deutschen Basketball-Teams. Bamberg sieht sich als Außenseiter, Alba will die verpasste Euroleague-Sensation schnell abhaken. Die Berliner üben deutliche Kritik. dpa/jam

Alba Berlin blieb keine Zeit für große Trauer. Kurz nach der verpassten historischen Euroleague-Chance standen Kapitän Alex King noch die Tränen in den Augen. Vor dem lodernden Kamin im VIP-Bereich ging der Blick am späten Donnerstagabend aber schon auf den Basketball-Schlager im Pokal-Halbfinale in Oldenburg gegen den Erzrivalen Bamberg. "So ein Spiel wie heute, das geht an die Eingeweide", sagte Geschäftsführer Marco Baldi über das Zwischenrunden-Aus beim 64:73 gegen Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv. "Du musst schnell versuchen, das Objektiv in die andere Richtung zu drehen und das heißt: Bamberg."

Im Duell der derzeit besten deutschen Clubs will Liga-Spitzenreiter Brose Baskets an diesem Samstag (17 Uhr) in Oldenburg den Cup-Hattrick der Berliner verhindern. Es werde ein physisches Spiel um einen "mit Schweiß und Blut überzogenen Ball", prophezeite Bambergs Coach Andrea Trinchieri und überschrieb die Partie martialisch mit dem Titel "Das große Gefecht": "Wir werden in diesem Spiel sehr, sehr oft das Geräusch von Knochen auf Knochen, zumindest von Fleisch auf Fleisch hören."

Die Franken hatten bereits am Dienstag in den Pokal-Modus geschaltet, bei 18 Siegen aus den vergangenen 19 Bundesliga-Spielen gelten sie als leichter Favorit. Dass Gastgeber EWE Baskets Oldenburg erst am Abend gegen die Telekom Baskets Bonn zum zweiten Halbfinale ran darf und Alba so nur 45 Stunden zur Vorbereitung bleiben, sorgt bei den Berlinern für großes Unverständnis. "Jeder, der sagt, drei Stunden machen keinen großen Unterschied, der hat sich offensichtlich mit Leistungssport nicht beschäftigt", wetterte Club-Macher Baldi in Richtung der Liga.

Man sei vor dem zweiten Teil der bislang wichtigsten Woche der Saison "emotional und physisch leer. Es wird hart, aber nicht unmöglich", berichtete Alba-Coach Sasa Obradovic über das Innenleben seiner Mannschaft. Gegen den 51-maligen israelischen Meister fehlte Berlin die Erfahrung und Abgezocktheit in den entscheidenden Momenten, um als erstes deutsches Team die K.o.-Runde der 2000 gegründeten Euroleague zu erreichen.

Nun droht trotz einer bislang überragenden Saison ein Absturz. "Wir bewegen uns immer auf einem Grat", erklärte Baldi. "Je höher man steigt, desto dünner wird die Luft."