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Marathon-Trio geht in Berlin auf Weltrekordjagd

Kenenisa Bekele gewann 2016 in Berlin (gr. Foto). Auch in diesem Jahr wird der Weg nur über das Trio Eliud Kipchoge, Bekele oder Wilson Kipsang (v.l.) führen.
Kenenisa Bekele gewann 2016 in Berlin (gr. Foto). Auch in diesem Jahr wird der Weg nur über das Trio Eliud Kipchoge, Bekele oder Wilson Kipsang (v.l.) führen. FOTO: dpa
Berlin. Der Weltrekord liegt in der Luft, das Geld auf der Straße: Am Tag der Bundestagswahl wollen sich die drei besten Marathonmänner der Welt in Berlin ein historisches Rennen liefern. Wenn am Sonntag um 9. Ralf Jarkowski

15 Uhr (ARD/rbb) an der Straße des 17. Juni der Startschuss fällt, geht es für Eliud Kipchoge, Wilson Kipsang und Kenenisa Bekele nur um eins: schneller als 2:02:57 Stunden zu laufen.

Auf dem superschnellen Kurs in der Hauptstadt hatte der Kenianer Dennis Kimetto vor drei Jahren den Weltrekord aufgestellt - den sechsten in Serie auf den Straßen Berlins. Für die Nummer sieben will Kipchoge sorgen, der Rio-Olympiasieger peilt dafür einen Blitzstart und eine Wahnsinns-Zwischenzeit an. In 60:45 Minuten will der 32-Jährige die Halbmarathon-Marke passieren, kündigte der Favorit am Freitag in der Hauptstadt an. Dieses irre Tempo liefe auf eine Endzeit von unter 2:02 Stunden hinaus, der drei Jahre alte Weltrekord von Kipchoges Landsmann Dennis Kimetto steht bei 2:02:57 Stunden.

Kipchoge war erst Anfang Mai den schnellsten Marathon überhaupt gelaufen - allerdings unter Laborbedingungen auf dem Formel-1-Kurs in Monza. Beim Projekt seines Ausrüsters Nike spulte er die Distanz in 2:00:25 Stunden ab. Wissenschaftler hatten danach berechnet, dass diese nicht anerkannte Superzeit etwa 2:02 Stunden auf einem regulären Kurs entspricht. "Monza war ein großer Erfolg", betonte Kipchoge und sagte voraus: "In Zukunft kann man sicher unter zwei Stunden laufen. Das wird kommen - da bin ich ganz sicher!"

Erlebt Berlin den elften Marathon-Weltrekord seit 1977, wird aus dem Sonntag ein Zahltag: Insgesamt 120 000 Euro kassiert der Triumphator dann: 50 000 Euro für den Weltrekord, 40 000 für den Sieg und 30 000 Euro als Zeitbonus. Stundenlohn: knapp 60 000 Euro. Auch Kipsang hatte angekündigt, zwischen 2:02:20 und 2:02:10 Stunden zu laufen. Sieben von acht Marathonläufen seiner Karriere hat der Superstar gewonnen. "Ich möchte als einer der Läufer in die Geschichte eingehen, die zweimal den Weltrekord im Marathon verbessert haben", meinte der 35-Jährige. Als einzigem Läufer glückte das bisher Äthiopiens Wunderläufer Haile Gebrselassie 2007/2008. Angst vor seinem Landsmann Kipchoge hat Kipsang nicht. "Respekt ja, Angst nein. Was Eliud in den vergangenen Jahren zustande gebracht hat, ist phänomenal."

Philipp Pflieger freut sich derweil auf sein zweites Berlin-Abenteuer. "Die Form ist super, die Vorfreude riesig. Ich nehme Kurs auf 2:12", sagte der 30-Jährige. Vor zwei Jahren lief der Regensburger bei seinem Berlin-Debüt in 2:12:50 Stunden persönliche Bestzeit. "Ich will Leistungsgrenzen verschieben", kündigte Pflieger an. Die Norm für die Leichtathletik-EM 2018 in Berlin (2:14:00 Stunden) will der Deutsche en passant abhaken.