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| 14:08 Uhr

Fussball
Magische 1000 im Energie-Museum geknackt

Der Lausitzer Fußballchronist René Stiller feiert mit seinem Online-Museum einen schönen Rekord.
Der Lausitzer Fußballchronist René Stiller feiert mit seinem Online-Museum einen schönen Rekord. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Seit Kurzem ist nun eine vierstellige Zahl von ehemaligen Cottbuser Fußballern online verewigt. Von Georg Zielonkowski

Auf diesen Rekord können René Stiller und seine Mitstreiter René Proksch und Martin Alex richtig stolz sein. Innerhalb von nur vier Jahren haben die drei 999 Energie-Kicker der ersten und zweiten Mannschaft und ehemalige Jugendspieler ausfindig gemacht, diese nach ihrem Fußball-Leben abgefragt, reichlich Fotomaterial gesammelt und all das auf der Museums-Seite des FC Energie Cottbus verewigt.

Dieser Tage wurde nun eine magische Zahl „geknackt“, wie Museums-Chef René Stiller berichtet: „Ich hatte kürzlich Frank Pumpa aufgestöbert, der zwei Einsätze in unserer Reservemannschaft hatte. Anlässlich seines Geburtstages am 30. Oktober haben wir ihn in unsere Datenbank eingebaut und ein kleines Porträt auf unserer Facebook-Seite FC Energie Museum veröffentlicht. Nun stehen wir tatsächlich bei der Zahl 1000, wobei wir uns beim Beginn dieser Arbeiten auf meine umfangreiche Chronik stützen konnten, die ich seit 1995 führe.“

Kam der Weg zu Frank Pumpa, dessen Sohn im Ticketmanagement des FC Energie tätig ist, noch einer leichten Übung gleich, so gab es dagegen nicht selten sehr lange Wege zum Ziel, längst vergessene Kicker aufzustöbern. Beispielsweise jene, um den Torjäger der 60er-Jahre, Heinz Stamer, ausfindig zu machen. Dass der von 1964 bis 1968 genau 80 Spiele bestritt und 38 Tore erzielte, ging aus den Energie-Annalen hervor – aber sonst? „Vier Jahre lang habe ich nach dem Mann gesucht. Zuletzt dann bei Facebook eine Suchmeldung abgegeben. Daraufhin haben 30 000 Menschen die Bitte um Kontakt gelesen. Der Chronist von Lok Leipzig, André Göhre, hat mir dann geantwortet und den Weg geebnet. So wurde bekannt, dass der jetzt 75-Jährige nach seiner Zeit bei Energie noch drei Jahre bei Lok Leipzig Oberliga-Spieler war“, beschreibt René Stiller eine der vielen Mammutaufgaben seiner Suche.

Einer aus der „ganz alten Garde“ fehlt ihm allerdings noch immer – Werner Röhl, der angeblich im Raum Neubrandenburg leben soll. „Sollte jemand Näheres wissen, wäre ich über jede Information, auch zu schon existierenden Spielerporträts, dankbar“, so der Chronist.

Eine Besonderheit der Recherche verbindet sich auch mit dem Namen des früheren Trainers. Von 1969 bis zum Juni 1971 führte ein gewisser Lüddeke die BSG durch die DDR-Liga. Höchst unterschiedliche Schreibweisen seines Namens waren üblich. Erst über die Geburtsurkunde der Tochter war endgültig klar, dass es sich beim Trainerurgestein, der unter anderem auch bei der ASG Cottbus und bei Fortschritt wirkte, um Erich Lüddeke mit der Schreibweise zwei „d“ und „k“ handelte.

Viele Energie-Spieler zog es nach ihren Cottbuser Anfängen in die weite Fußball-Welt hinaus. Neben dem heute wieder in Cottbus lebenden aus Döbern stammenden René Rydlewicz, der in Rostock und Leverkusen Bundesliga-Akteur wurde, gerieten einige Burschen aus dem Energie-Nachwuchs völlig aus dem Blickfeld. René Stiller hat sie alle, von Dani Shahin bis Daniel Halke, aufgespürt und deren Steckbriefe angelegt. Nachzulesen ist das in aller Ausführlichkeit auf den Museumsseiten des FCE unter www.fc­energie-museum.de/archiv.

Doch nicht nur alle Kicker, Trainer und Spielpaarungen finden sich in diesem Sammelwerk wieder, auch 650 Mannschaftsfotos aller Jahrgänge können dort in Augenschein genommen werden, genau wie 3000 verschiedene Eintrittskarten und alle jemals gedruckten Autogrammkarten sowie Hunderte Plakate, mit denen die Spiele mit Energie-Beteiligung angekündigt wurden.

Und als wäre die Suche nach Spielern und Materialien aus der über 50-jährigen Energie-Geschichte nicht schon zeitaufwendig genug, hat das Team um René Stiller längst begonnen, die Historie der ASG Vorwärts Cottbus aufzuarbeiten. „Auch dieser Verein gehört zwingend zur Cottbuser Fußball-Geschichte“, so Stillers Argument.

www.fcenergie-museum.de