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| 19:16 Uhr

Leichtathletik
Macht der polnische Bär den Hattrick klar?

 Piotr Lisek, der „polnische Bär“, gewann das Cottbuser Springermeeting 2017 und 2018. Nun könnte der dritte Streich folgen.
Piotr Lisek, der „polnische Bär“, gewann das Cottbuser Springermeeting 2017 und 2018. Nun könnte der dritte Streich folgen. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Stabhochspringer Piotr Lisek könnte am Mittwoch zum dritten Mal das Springermeeting in Cottbus gewinnen. Im Hochsprung der Frauen wackelt der Meetingrekord. Von Sven Hering und Mirjam Danke

Auch bei der 17. Ausgabe des Springermeetings, das am Mittwoch (18 Uhr) in der Cottbuser Lausitz-Arena stattfindet, dürfte es hoch hergehen. Die Zutaten versprechen jedenfalls schon jetzt einen außergewöhnlichen Sportabend. Bereits acht Weltmeister-Titel haben die diesjährigen Starter immerhin gewonnen. Nimmt man die Junioren-Titel dazu, sind es sogar noch viel mehr. Das bedeutet einmal mehr, dass in Cottbus die absolute Weltklasse am Start ist.

Die meisten WM-Titel vereint wiederum die Hochspringerin Mariya Lasitskene auf sich. Die Russin stand 2014, 2015, 2017 und 2018 bei Freiluft- und Hallen-Weltmeisterschaften ganz oben. Sie ist zweifellos ein echtes Highlight, das in Cottbus zu erleben sein wird. Die absolute Überfliegerin der vergangenen Jahre ist im vergangenen Jahr 2,04 Meter hoch gesprungen. Der Cottbuser Meetingrekord liegt bei „nur“ 2,01 – keine Frage, der wackelt.

Beim Stabhochsprung der Männer stellt sich vor allem diese Frage: Schafft Piotr Lisek den Hattrick? Der 26-Jährige, der in Cottbus den Spitznamen „polnischer Bär“ verpasst bekam, hat die letzten beiden Ausgaben des Springermeetings gewonnen – 2017 sogar mit neuem Meetingrekord (5,92 Meter). Im vergangenen Jahr duellierte er sich mit dem aktuellen Weltmeister Sam Kendricks. Der ehrgeizige US-Amerikaner ist auch dieses Mal wieder am Start und wird den Sieg sicher nicht kampflos hergeben. Es dürfte ein spannendes Duell werden.

 Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks aus den USA trainierte am Dienstag in der Leichtathletik-Halle in Cottbus.
Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks aus den USA trainierte am Dienstag in der Leichtathletik-Halle in Cottbus. FOTO: Frank Hammerschmidt

Meetingdirektor Ulrich Hobeck frohlockt bereits: „Lisek, Lasitskene, Kendricks – die sollen für Furore sorgen.“ Im Blick hat er aber auch Airine Palšyte, die Cottbuser Siegerin der Jahre 2016 und 2017. Die Litauerin war erst am Wochenende knapp an zwei Metern gescheitert. Für Hobeck gehört auch sie ganz klar zum Kreis der Kandidaten für die ganz großen Ergebnisse. „Da bahnt sich was an“, betont er. Und dann ist ja da auch noch die Vorjahressiegerin Yuliya Levchenko aus der Ukraine.

Zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison ist das Meeting in Cottbus für jeden Starter auch immer eine kleine Wundertüte, so auch für die beiden bekanntesten deutschen Starter. Marie-Laurence Jungfleisch war vor wenigen Tagen auf Lan­zarote im Trainingslager und bereitete sich in den vergangenen Tagen in Stuttgart auf Cottbus vor. „Das wird mein erster Wettkampf in diesem Jahr sein und ich bin schon gespannt und freue mich darauf, viele Topathleten zu sehen“, erklärte die 28-Jährige gegenüber der RUNDSCHAU.  Auch auf die sehr schöne Atmosphäre in Cottbus freut sich Jungfleisch. „Besonders gefällt mir, dass wir im Wechsel mit den Stabhochspringern starten. Das kenne ich so von keinem anderen Wettkampf.“ Die 1,81 Meter große Hochspringerin schätzt an Cottbus, dass die Zuschauer so dicht am Geschehen dran sind. „Die Halle war im letzten Jahr ausverkauft, die Stimmung einfach mega.“  Was können die Zuschauer von ihr erwarten? „Ich weiß selbst nicht ganz genau, auf welchem Niveau ich schon springen kann und ob mein Anlauf funktioniert. Training und Wettkampf sind da bei mir immer zwei völlig verschiedene Dinge“, verrät sie und ergänzt: „Schön wäre es, wenn ich gleich die EM-Norm von 1,90 Metern schaffen könnte.“

 Yuliya Levchenko, Hochsprungsiegerin vom Vorjahr, ist erneut dabei.
Yuliya Levchenko, Hochsprungsiegerin vom Vorjahr, ist erneut dabei. FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe war schon mehrere Male in Cottbus. „Ich erinnere mich vor allem an ein sehr gutes und fachmännisches Publikum. Auch die Kombination von Stabhochsprung und Hochsprung finde ich besonders und beeindruckend“, erklärt er. Das Starterfeld sei erstklassig. „Ich freue mich auf einen hochkarätigen Wettkampf mit nationalen Champions, Sechs-Meter-Springern und dem amtierenden Weltmeister Sam Kendricks“, betont der 29-Jährige.

In Cottbus würde Holzdeppe gern zwischen 5,75 und 5,80 Meter springen. „Noch bin ich allerdings nicht bei 100 Prozent, was der späten WM in Doha in diesem Jahr geschuldet ist“, sagt er. Seine Aufbauphase sei länger als sonst üblich gewesen.  „Aber dennoch bin ich sehr zuversichtlich, bereits jetzt ein gutes Niveau zu haben.“

Auf die Athleten wartet in Cottbus allerdings nicht nur die sportliche Herausforderung. Sie müssen sich auch noch in einer anderen Disziplin beweisen – und haben auch daran viel Spaß. Mit kurzen Videos werden sie dem Cottbuser Publikum vor dem Wettkampf vorgestellt. Dort präsentieren sich die Athleten selbst – und zwar auf Deutsch. Zungenbrecher inklusive.  So war das Wort „Olympiasiegerin“ vor zwei Jahren für die Spanierin Ruth Beitia schlichtweg nicht auszusprechen. Am Ende wurde der Text geändert – und sie sagte: „Ich habe Olympia gewonnen.“