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| 17:41 Uhr

Box-Gala in Schleife
Lokalmatador Kosel: Erst der Schokopudding, dann die Gürtel

 Dominik Kosel (l.) kämpft am Samstag vor Familie und Freunden um internationale Titel der aserbaidschanischen WBCA und der amerikanischen UBO.
Dominik Kosel (l.) kämpft am Samstag vor Familie und Freunden um internationale Titel der aserbaidschanischen WBCA und der amerikanischen UBO. FOTO: Alexander Mader
Schleife. Bei der Boxgala am  Samstag in Schleife bestreitet Dominik Kosel den Hauptkampf. Für den Auftritt in seiner Heimat hat er sich geschunden. Nun will er sich gleich doppelt belohnen. Von Alexander Mader

Alles auf Anfang. Zumindest aus sportlicher Sicht. Denn hier im sächsischen Schleife hat damals alles begonnen. Und hier soll nun am 25. Mai der bisher größte Erfolg für Dominik Kosel folgen. „Es ist so in der vierten oder fünften Klasse gewesen. Da haben uns meine heutigen Trainer Peter und Matthias Pelk in einer Sportstunde das Boxen vorgestellt“, blickt Kosel zurück. Schnell ist die Neugier geweckt. Kurze Zeit später dann auch die absolute Begeisterung. „Ein halbes Jahr nach dem Besuch habe ich zum ersten Mal im Pelk-Boxgym trainiert. Ab dem ersten Augenblick bin ich Feuer und Flamme für den Boxsport gewesen“, erinnert sich der gebürtige Schleifer. Er schmunzelt: „Aus dem kleinen Boxer von damals ist richtig was geworden.“ Aktuell stehen neun Siege in neun Profikämpfen zu Buche.

Eine makellose Bilanz, seit zwei Jahren ist er zudem International Champion des aserbaidschanischen Boxverbandes WBCA. Um diesen Titel geht es am 25. Mai nun erneut. „Darüber hinaus boxe ich um den International Titel des amerikanischen Verbandes UBO“, erklärt der Pelk-Schützling. Zwei Titel und der Hauptkampf vor heimischem Publikum – mehr geht nicht. Auch in puncto (An-)Spannung. „Natürlich wird das ein ganz besonderer Abend. Aber wir sind top vorbereitet“, verspricht der Super-Mittelgewichtler.

16 harte Wochen hat er „in den Knochen“. Unzählige Läufe, Kraftübungen, Sandsack-„Schlachten“, Sparrings und ganz viel Technik. „Darauf haben wir diesmal extrem Wert gelegt. Mein Trainer Matthias hat viel mit mir geredet, selbst die Sparrings oft unterbrochen. Immer wieder hat er mir gezeigt, was ich noch optimieren kann“, verrät Dominik Kosel, der in seinem zehnten Profikampf von der Erfahrung seines Trainers und Freundes gleich doppelt profitiert: „Mit seiner beispiellosen Karriere und sechs Titeln  von WBCA-Weltmeisterschaft und Europameister-Ehren der Verbände WBO, IBF sowie EPBA bis hin zum Deutschen Meister der GBA und dem IBO Interkontinental-Champion ist Matthias natürlich eine echte Institution im Boxsport. Darüber hinaus kennt er meinen Samstags-Gegner im wahrsten Sinne des Wortes aus eigener Erfahrung.“

Im Jahr 2015 hat Matthias Pelk den Ukrainer Valentyn Kuts in Weißwasser geboxt, ihn durch technischen K.o. in der siebenten Runde bezwungen. „Einen ähnlichen Erfolg möchte ich am Samstag auch gern feiern“, sagt Kosel. Denn dafür hat er sich geschunden. Diesmal sogar noch mehr als sonst.

Jetzt, kurz vorm Kampf, sieht er es schon mit einem Lachen: „Da ich seit September 2018 beruflich selbstständig bin, konnte ich täglich früh sowie am Abend trainieren. Das hat Matthias natürlich gern genutzt.“ Tage, an denen der beste Kumpel zum Schleifer wird. Tage, in denen es oft weh tut. Der Faustkämpfer: „Meine Trainer Matthias und Peter sagen immer, dass die Vorbereitung härter sein muss als der Kampf. Nur so kann man maximale Leistung bringen. Da haben wir erneut einen guten Job gemacht. Ich bin fit für zwölf Runden, kann über die volle Distanz gehen.“ Die Schinderei der letzten Monate? Vergessen. Die Schmerzen? Egal. Denn nur eines zählt: die bestmögliche Leistung zu bringen. Für sich selbst, aber vor allem für sein Team.

Ein Gedanke, der Dominik Kosel immer wieder antreibt. Der ihn immer wieder motiviert. „Ich habe so vielen Menschen so viel zu verdanken. Da sind natürlich allen voran meine Frau Isabel und meine kleine Tochter. Dazu meine Mutter, meine Trainer. Meine Verwandten, meine Freunde. Meine Fans. Für sie alle gebe ich mein Bestes und wünsche mir, dass ich sie mit meiner Leistung stolz mache“, meint der Pelk-Schützling.

Wenn er so etwas sagt, sind die Worte eher leise. Aber dafür ist die Botschaft umso stärker. „Ohne mein Team hätte ich das alles nicht erreicht“, weiß der 26-Jährige und schaltet wieder in den Kampfmodus. Voller Fokus auf den Kampfabend. Oder erst einmal auf den Tag davor. Die Erklärung gibt es mit breitem Grinsen: „Das Gewichtmachen im Training ist das absolut Schwerste. Jeden Tag achtest du auf die Ernährung und nimmst nur wenig zu dir. Deshalb belohne ich mich nach dem Wiegen am Freitag mit einer ordentlichen Portion Nudeln mit Jägerschnitzel und Tomatensoße. Dazu gibt es Schokopudding mit Vanillesoße und Cola.“

Dann wird der Abend ganz in Familie verbracht. Mit seiner Frau Isabel, die am Samstag natürlich auch am Ring dabei ist. Und mit Töchterchen Isabel Kate, der er am Morgen nach dem Kampf ein ganz besonderes Geschenk machen möchte: zwei Titelgürtel. „Nach meinem ersten Triumph hat unsere Kleine nur noch mit dem Gürtel gespielt“, verrät Dominik Kosel. Damit es diesmal sogar eine doppelte Überraschung gibt, wird Papa Dominik alles geben. Getreu der Devise: „Erst der Pudding, dann die Gürtel.“

 Dominik Kosel (l.) kämpft am Samstag vor Familie und Freunden um internationale Titel der aserbaidschanischen WBCA und der amerikanischen UBO.
Dominik Kosel (l.) kämpft am Samstag vor Familie und Freunden um internationale Titel der aserbaidschanischen WBCA und der amerikanischen UBO. FOTO: Alexander Mader