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Lokalmatador Bradl will in die Top Ten

Stefan Bradl, hier beim Rennen im australischen Phillip Island, freut sich auf die Rückkehr in die Lausitz. Beim ersten Training am Freitag wurde er Elfter.
Stefan Bradl, hier beim Rennen im australischen Phillip Island, freut sich auf die Rückkehr in die Lausitz. Beim ersten Training am Freitag wurde er Elfter. FOTO: Imago/img1
Klettwitz. Als Neuling kehrt Stefan Bradl an diesem Wochenende auf den Lausitzring zurück. Beim ersten freien Training am Freitag steuerte der 27-Jährige seine Honda zum ersten Mal über die Rennstrecke. Sven Hering

Seine Zeit reichte dabei zunächst für Rang elf. Zwar hatte Bradl bereits einen Auftritt in der Lausitz. Doch dieses Gastspiel, seinerzeit mit den 125er-Bikes, ist schon zwölf Jahre her.

Die RUNDSCHAU hat Bradl vor dem ersten Training zu seinen Zielen, zur Kritik am und zur Zukunft des Lausitzrings befragt.

Die Ziele: "Wir wollen gerade vor unserem Publikum gut abschneiden", so der Honda-Pilot. "Ein Platz unter den Top Ten wäre ein sehr gutes Ergebnis", ergänzt er.

Die Kritik: Noch zu Jahresbeginn hatte der Bayer harte Kritik an den Bedingungen in der Lausitz geübt und einen neuen Streckenbelag gefordert. Gegenüber der "Speedweek" erklärte er: "Sie sollten sich schleunigst daran machen, den Asphalt zu ändern oder einen neuen draufzumachen." Inzwischen relativiert er seine Forderungen. "Ich habe damals nur die Meinung der anderen Fahrer wiedergegeben, kann mir selbst aber nicht so ein Urteil erlauben, da ich im Jahr 2005 zum letzten Mal auf dem Lausitzring gefahren bin", so Bradl gegenüber der RUNDSCHAU.

Die Zukunft des Lausitzrings: Natürlich hat auch Bradl vom Verkauf der Rennstrecke an die Dekra gehört. "In Deutschland kämpfen wir inzwischen um jede Rennsportveranstaltung, egal ob es die Formel 1 oder der Motorradrennsport ist", sagt er. Der Lausitzring erinnere ihn schon alleine wegen seiner Größe an typische amerikanische Rennstrecken. "Es wäre unheimlich schade, wenn es in Deutschland keine derartigen Veranstaltungen mehr geben würde", hofft Bradl, dass auch in Zukunft Rennen in der Lausitz ausgetragen werden.

Beim ersten freien Training am Freitag purzelten bereits die Rekorde. So sicherte sich Kawasaki-Pilot Tom Sykes, Zweiter in der WM-Wertung, im ersten Trainingslauf in 1:37,337 Minuten die Bestzeit. Damit blieb der Brite bereits unter dem Streckenrekord aus dem Vorjahr. Damals wurde allerdings im September gefahren - und bei weitaus schlechteren Witterungsbedingungen. Sykes blieb 0,167 Sekunden vor seinem Teamkollegen und WM-Spitzenreiter Jonathan Rea, der wiederum um 22 Tausendstelsekunden schneller war als Chaz Davies (Ducati).

Stark präsentierten sich auch die Milwaukee Aprilias mit Lorenzo Savadori und Eugene Laverty, die auf den Rängen vier und fünf landeten. Der Italiener blieb bei 0,384 Sekunden Rückstand, Laverty verlor 0,543 Sekunden.

Einen guten Auftritt legte der Deutsche Markus Reiterberger (Van Zon Remeha BMW) hin, der mit einer Wildcard startet und in 1:37,962 Minuten auf Platz sechs landete. Er blieb 0,625 Sekunden hinter der Bestzeit.

Extrem rutschig präsentierte sich der Lausitzring im vergangenen Jahr.
Extrem rutschig präsentierte sich der Lausitzring im vergangenen Jahr. FOTO: WorldSBK