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23 Plätze und mehr als drei Dutzend Kandidaten
Löws WM-Casting

Aus 37 mach' 23: Bundestrainer Joachim Löw hat bald 40 Spieler in der WM-Qualifikation eingesetzt – zur Endrunde kann er aber nur 23 mitnehmen.
Aus 37 mach' 23: Bundestrainer Joachim Löw hat bald 40 Spieler in der WM-Qualifikation eingesetzt – zur Endrunde kann er aber nur 23 mitnehmen. FOTO: dpa
Kaiserslautern. 23 Plätze und mehr als drei Dutzend Kandidaten. Der Kampf um die WM-Tickets für die Titelverteidigung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2018 wird so hart wie nie. Arne Richter und Klaus Bergmann

In der perfekt absolvierten Ausscheidungsrunde hat Joachim Löw insgesamt 37 Spieler eingesetzt. Einige spielten sich in den Vordergrund, wie Leon Goretzka oder Sandro Wagner. Andere sind für den Bundestrainer unverzichtbar.

DIE GEWINNER Beim Start in die WM-Quali vor 13 Monaten musste man diese Namen nicht unbedingt auf dem Zettel haben. Nun sind sie echte WM-Optionen. Dauerbrenner Joshua Kimmich, als Einziger alle 900 Minuten im Einsatz, schaffte sogar den Aufstieg in die Kategorie der Unersetzlichen. Timo Werner und Sandro Wagner, mit fünf Toren neben Thomas Müller der Top-Torschütze, haben Löw eine Auswahlmöglichkeit im Angriff beschert. Leon Goretzka ist ein Lieblingsspieler Löws und beeindruckt mit 22 Jahren durch eine konsequente Umsetzung der Spielphilosopie. Wie auch Sebastian Rudy auf der Sechserposition.

DIE UNERSETZLICHEN So zornig hat man Joachim Löw selten an der Seitenlinie erlebt. Als gegen Aserbaidschan in der ersten Halbzeit in Abwesenheit der angeschlagenen oder geschonten Weltmeister wenig bis nichts funktionierte, wurde deutlich, was der Bundestrainer meint, wenn er absolute Weltklasse als Titel-Kriterium einfordert. Die garantiert ihm ein harter Kern von 2014-Champions - sofern sie fit sind. Manuel Neuer, Mats Hummels, Jérôme Boateng, Toni Kroos, Thomas Müller oder Mesut Özil in Topform sind für Löw unverzichtbar. Inzwischen auch Rechtsverteidiger Kimmich. Löw weiß, dass auf der Außenbahn "nur der Joshua auf dem höchsten Niveau ist".

DIE TORHÜTER Noch macht sich Joachim Löw um seine unumstrittene Nummer 1 keine Sorgen. Doch der lange Ausfall von Manuel Neuer hat gezeigt, dass Deutschland als großes Torhüter-Land dennoch den Bayern-Schlussmann dringend braucht. Marc-André ter Stegen hat sich immerhin stabilisiert und den Platz als erster Vertreter eingenommen. Bernd Leno patzte gegen Aserbaidschan wie schon beim Confed Cup gegen Australien. Kevin Trapp ist bei Paris Saint-Germain nur Ersatz. Löw dürfte nach Alternativen wie Kölns Timo Horn Ausschau halten - und sehnlichst auf Neuers Genesung hoffen.

DIE JUNGSPUNDE Der Confed Cup war ihre große Bühne. Löws Rasselbande konnte im Sommer in Russland Turniererfahrung sammeln und stürmte gegen hochkarätige Gegner wie Chile zum Titelgewinn. Niklas Süle, Leon Goretzka, Julian Brandt, Benjamin Henrichs oder Amin Younes sind Löws Druckmittel auf die Arrivierten. Die Offensivspieler Leroy Sané oder U 21-Europameister Serge Gnabry waren bei der Mini-WM nicht dabei, gehören aber auch zu dieser Kategorie der jungen Hoffnungsträger.

DIE SCHATTENMÄNNER Golden Boy Mario Götze und Passgeber André Schürrle fabrizierten 2014 noch das WM-Siegtor gegen Argentinien. Drei Jahre später aber stehen die beiden Rio-Helden nach Krankheit und Blessuren im Schatten. Löw hat sie aber nicht abgeschrieben. Genauso wenig wie die Dauer-Verletzten Ilkay Gündogan oder Marco Reus, der keine einzige Quali-Minute bestritt.