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Löws Team plant das "Riesending"

Qual der Wahl: Bundestrainer Joachim Löw hat gegen für das Spiel gegen Mexiko am Donnerstag (20 Uhr/ARD) die freie Auswahl beim Personal.
Qual der Wahl: Bundestrainer Joachim Löw hat gegen für das Spiel gegen Mexiko am Donnerstag (20 Uhr/ARD) die freie Auswahl beim Personal. FOTO: dpa
Sotschi. Der Start in die Mexiko-Vorbereitung war richtig heiß. Die Sonne knallte am Schwarzen Meer vom Himmel, als Joachim Löw am Dienstag mit seiner hungrigen Confed-Cup-Truppe auf dem von russischen Polizisten abgeschirmten Trainingsplatz in Sotschi mit der praktischen Arbeit an seinem geheimen Siegplan für das Halb finale begann. Klaus Bergmann und Sebastian Stiekel

Nach der intensiven Regeneration des Vortages am Strand oder im Hotel-Pool floss der Schweiß für das vorletzte Etappenziel des deutschen Fußball Perspektivteams in Russland: Der Endspiel-Einzug. "Das Finale zu erreichen, wäre mit dieser neu zusammengestellten Mannschaft ein Riesending", sagte der künftige Bayern-Profi Niklas Süle.

Erst Mexiko am Donnerstag (20 Uhr/ARD) schlagen - und dann ab zum Finale nach St. Petersburg. So lautet der Plan. "Wir stehen verdient im Halbfinale. Viele haben das von uns nicht erwartet. Aber wir selbst sind nicht überrascht von uns. Wir haben Qualität in der Mannschaft", sagte Emre Can. Der Mittelfeldspieler versprach den inzwischen auch mobilisierten Fans in der Heimat für Donnerstag: "Wir werden top vorbereitet sein und alles reinhauen."

Löw hat eine Luxussituation. Auch am Ende der strapaziösen Saison steht ihm der komplette Kader zur Verfügung. Bei hoch sommerlichen Temperaturen arbeiteten alle 18 Feldspieler und die drei Torhüter auf dem Platz, allerdings unbeobachtet von der Öffentlichkeit. Torwart Marc-André ter Stegen empfahl vor Beginn der Übungseinheit, sich nicht schon Gedanken über den möglichen Endspielgegner - Portugal oder Chile - zu machen. "Es ist wichtig, dass wir uns auf Mexiko konzen trieren. So sind wir stark, wenn wir uns immer auf die nächste Aufgabe konzentrieren", erklärte der Schlussmann des FC Barcelona.

Im DFB-Tross herrscht eine positive Grundstimmung. Löws Wagnis, beim Confed Cup mit einer unerfahrenen Mannschaft mit vielen WM-Probanden anzutreten, ist bereits aufgegangen. "Wir haben alles ausgelegt auf nächstes Jahr", betonte Löws Assistent Marcus Sorg nochmals: "Wir wollten hier unbedingt fünf Spiele haben." Diese Vorgabe ist erfüllt, jetzt geht es um die Zugabe. "Wenn man im Halbfinale steht, will man das Optimale erreichen", verkündete der Co-Trainer deutlich.

Löw hat gegen die Mexikaner die freie Auswahl beim Personal. In allen Mannschaftsteilen herrscht Konkurrenzkampf. Besonders im Mittelfeld und Angriff haben sich viele für ein Halbfinal-Mandat aufgedrängt. Jonas Hector, Leon Goretzka und Lars Stindl gelten als Fix-Rückkehrer in die Startelf nach ihren Erholungspausen beim 3:1 gegen Kamerun. Auch Weltmeister Shkodran Mustafi möchte wieder als Abwehrchef fungieren. "Wir wussten, auch mit diesen Spielern bringen wir eine Qualität auf den Platz", sagte Löws noch inoffizieller Co-Trainer Miroslav Klose.

Nicht nur Timo Werner konnte mit seinen zwei Toren gegen Kamerun intensiv für sich werben. Auch andere wie 1:0-Schütze Kerem Demirbay machten ihre Sache gut. Aber im Vordergrund muss der Erfolg als Team stehen. "Mexiko wird eine schwere Aufgabe. Die sind nicht leicht zu bespielen", mahnte der 21-jährige Werner.

Zum Thema:
Miroslav Klose wird dem Trainerstab um Joachim Löw voraussichtlich auch bei der Fußball-WM im kommenden Jahr angehören. Das sei "absolut" sein Wunsch, sagte der 39 Jahre alte Ex-Nationalspieler in Sotschi. "Wir setzen uns nach dem Confed Cup mal zusammen und ziehen ein Fazit", sagte Klose. "Die Rolle macht super viel Spaß. Ich bin voll integriert." Dem Stab von Löw gehört der Weltmeister von 2014 seit sieben Monaten offiziell als Praktikant an. In der Praxis agiert Klose bei der Nationalmannschaft aber als weiterer Co-Trainer von Löw mit dem Verantwortungsbereich für die Angreifer im deutschen Kader. Der Trainerjob ist inzwischen definitiv Kloses Ziel nach der Spielerkarriere. "Das wird mein Weg sein", sagte er. Den ersten Trainerschein habe er erworben, den nächsten gehe er im September an.