| 02:41 Uhr

Löws Lust auf schönen Fußball

Gutgelaunter Genießer: Joachim Löw verspricht dem Hamburger Fußballpublikum einen attraktiven Abend.
Gutgelaunter Genießer: Joachim Löw verspricht dem Hamburger Fußballpublikum einen attraktiven Abend. FOTO: dpa
Hamburg. Der Bundestrainer scherzt, lacht und will die kritischen Hamburger froh machen. Auf dem Weg zur WM 2018 soll es am Samstag gegen Tschechien nicht nur einen Sieg, sondern attraktiven Fußball geben. Und plötzlich steht auch ein neuer Vertrag für den Weltmeister auf der Agenda. Jens Mende und Klaus Bergmann

In Hamburgs Schmuddelwetter schürt Joachim Löw die Lust der Fans auf einen schönen Fußballabend. Gut gelaunt verdrängt der DFB-Chefcoach vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien die Diskussionen um eine mangelhafte Tor effizienz und seine in dieser Bundesligasaison noch torlosen Angreifer wie Thomas Müller und Mario Götze.

Stattdessen verspricht Löw dem kritischen Publikum in der Hansestadt lieber ein erfolgreiches und attraktives Heimspiel: "Ich gehe davon aus, dass wir die drei Punkte einfahren. Die Mannschaft hat im Training einen guten Eindruck hinterlassen, wirkt frisch und sehr konzen triert."

Löws eigene Lust am Bundestrainer-Job ist auch vor seinem 140. Spiel, mit dem er in der DFB-Rangliste Helmut Schön (139) überholt und dann nur noch Sepp Herberger (167) vor sich hat, unübersehbar. Im leuchtend roten T-Shirt verkündete der 56-Jährige seine Erwartungen an die Partien am Samstag (20.45 Uhr/RTL) im mit 50 000 Zuschauern voll besetzten Volksparkstadion sowie drei Tage später in Hannover gegen Nordirland: "Die klare Vorgabe, die klare Zielsetzung heißt: Sechs Punkte!"

Löw machte am Freitag zugleich deutlich, dass die WM 2018 noch lange nicht sein persön licher Schlusspunkt sein müsse. Der Badener verkündete erstmals Gesprächsbereitschaft über eine Ausweitung seines Kontraktes. In den kommenden Monaten werde es "sicherlich das eine oder andere Gespräch mit dem Verband geben", verriet Löw.

Rückkehrer Ilkay Gündogan hat er gegen die Tschechen als Ersatzspieler vorgesehen. Ob der im Sommer aus Dortmund zu Manchester City gewechselte Mittelfeldmann zu seinem ersten Länderspieleinsatz nach elf Monaten kommen wird, "hängt ein bisschen vom Spielverlauf ab", verriet der Bundestrainer. "Er weiß, dass ihm noch ein paar Spiele zur Topform fehlen. Gegen Tschechien beginnen wir auf den zentralen Positionen im Mittelfeld mit Sami Khedira und Toni Kroos", kündigte Löw an.

Gegen Nordirland könnte Gündogan dann beginnen. "Der Start in Norwegen war sehr gut, nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art, wie wir das Spiel angegangen sind. Das wollen wir gerade auch hier in den Heimspielen machen und schönen Fußball zeigen", erklärte Manager Oliver Bierhoff. Die Zuversicht ist nachvollziehbar: Schließlich liegt die letzte von nur zwei Niederlagen in 85 WM-Ausscheidungsspielen immerhin 15 Jahre zurück - das war damals ein 1:5 gegen England.