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Löw will die WM-Qualifikation "gnadenlos durchziehen"

Joshua Kimmich (l.) und Co. erwartet in Baku das erste Pflichtspiel in diesem Jahr. Gegner Aserbaidschan ist kein Fußballzwerg mehr, sondern in der Qualifikations-Gruppe C überraschend Tabellendritter.
Joshua Kimmich (l.) und Co. erwartet in Baku das erste Pflichtspiel in diesem Jahr. Gegner Aserbaidschan ist kein Fußballzwerg mehr, sondern in der Qualifikations-Gruppe C überraschend Tabellendritter. FOTO: dpa
Baku. In Aserbaidschan soll am Sonntag der fünfte Sieg im fünften Spiel eingefahren werden. Es wird jedoch kein Vergnügungstrip. Der Außenseiter setzt auf einen cleveren Stadion-Trick. Klaus Bergmann und Arne Richter

Langer Flug, drei Stunden Zeitverschiebung, ein altes Stadion und ein hochmotivierter Gegner - der mit deutscher Gründlichkeit geplante 63-Stunden-Ausflug nach Aserbaidschan ist für die Fußball-Nationalmannschaft absolut kein Vergnügungstrip. Joachim Löw erwartet am Sonntag (18 Uhr MESZ/RTL) im 1951 eröffneten Tofiq Bahramov Stadion auch keine Fußballgala von Thomas Müller und Co., sondern auf dem schon geebneten Weg zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland pure Pflichterfüllung in Form des fünften Sieges im fünften Spiel. "Wir haben eine weiße Weste. Wir wollen die Qualifikation gnadenlos durchziehen und keine Punkte abgeben", sagte der Bundestrainer vor dem ersten Pflichtspiel in diesem Jahr.

Nach dem schönen Abschiedsabend von Fan-Liebling Lukas Podolski beim 1:0 gegen England geht es in Baku darum, dass die DFB-Kicker vor den wichtigsten Saisonwochen mit ihren Vereinen die lästige Aufgabe gegen den Weltranglisten-89. absolut professionell angehen. "Lange Anreise, Zeitverschiebung, das kann immer mal unangenehm werden. Aber natürlich müssen wir da gewinnen", sagte Toni Kroos. "Wir dürfen nicht denken, dass wir da mit Standfußball weiterkommen", mahnte Müller. Eine hohe Intensität und Laufbereitschaft seien wichtig.

"Es wird nicht einfach, aber wir können es uns einfach machen, wenn wir ein gutes, konzentriertes Spiel hinlegen", meinte Mats Hummels vor dem Start des DFB-Charterfliegers aus Düsseldorf in die 4100 Flugkilometer entfernte Millionenstadt Baku am Kaspischen Meer.

Dass der gastgebende Verband nicht das 2015 eröffnete und fast 70 000 Zuschauer fassende Nationalstadion als Spielstätte ausgewählt hat, überrascht Bierhoff nicht: "Das würde ich als Trainer von Aserbaidschan auch machen." Robert Prosinecki wende eben auch "alle Kniffe" an, um eine hitzige Atmosphäre zu erzeugen. 30 000 lautstarke Fans sollen diese erzeugen. "Wenn der Weltmeister kommt, ist da das Spiel des Jahres angesagt", bemerkte Müller zum äußeren Rahmen im Tofiq Bahramov Stadion.

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Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi hat seine Karriere als Fußball-Profi beendet. "Irgendwann kommt die Zeit dafür. Ich bin 35 geworden und möchte mehr Zeit haben für andere Dinge", sagte der zuletzt vereinslose Offensivspieler am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Kuranyi hatte zuletzt bei 1899 Hoffenheim gespielt, kam beim Bundesligisten aber nie über die Reservistenrolle hinaus. Zuvor spielte er mehrere Jahre bei Dynamo Moskau.