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| 18:09 Uhr

Triathlon
Löschkes erster Ironman – aber ohne Schwimmen

Laufen ist die große Stärke von Franz Löschke, hier bei einem Wettkampf in Auckland/Neuseeland.
Laufen ist die große Stärke von Franz Löschke, hier bei einem Wettkampf in Auckland/Neuseeland. FOTO: Imago Sportdienstfoto GmBH / imago sportfotodienst
Finsterwalde/Hamburg. Blaualgen in der Alster zwingen die Organisatoren im Hamburg zum Umplanen. Dem Finsterwalder kommt das sogar entgegen. Von Mirjam Danke

Es sollte sein erster Triathlon in diesem Jahr werden. Und obendrein sein allererster Wettkampf über die Langdistanz – der Ironman in Hamburg an diesem Sonntag. Auf diese 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf über 42,2 Kilometer hatte Franz Löschke aus Finsterwalde (Elbe-Elster) schon viele Wochen hingefiebert.

Doch diese Langdistanz-Premiere fällt für den 29-Jährigen jetzt so ein bisschen ins Wasser. Beziehungsweise hapert es genau an diesem. Denn am Freitag wurde das Schwimmen beim Ironman in Hamburg abgesagt. Grund dafür ist den Organisatoren zufolge eine zu hohe Konzentration an gesundheitsgefährdenden Blaualgen in der Alster durch die große Hitze der vergangenen Wochen. Der Ironman wird nun statt als Triathlon als Duathlon (Laufen-Radfahren-Laufen) ausgetragen. Trotz der Änderung gelte der Wettkampf am Sonntag als Qualifikation für die WM im Oktober auf Hawaii und als deutsche Meisterschaft, betonte Björn Steinmetz, Geschäftsführer der Ironman Germany.

Für Franz Löschke, den mehrfachen deutschen Meister über die Kurzdistanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10-km-Lauf) bedeutet das also: erste Langdistanz ohne Schwimmen. Was auf den ersten Blick ärgerlich erscheint, könnte für den Finsterwalder sogar eine Chance sein. Denn auf das lange Schwimmen hatte er eigentlich auch „keinen Bock“, wie er lachend in einem Video auf seiner Facebook-Seite verrät.

Stattdessen ist das Laufen die große Stärke des U23-Weltmeisters von 2009 über die Kurzdistanz. Und das kann er jetzt in Hamburg gleich zweimal machen. Denn statt des Schwimmens über 3,8 Kilometer wurde als Auftakt des Rennens am Sonntag ein sechs Kilometer langer Lauf angesetzt. Anschließend geht es wie üblich über 180 Kilometer auf dem Rad, zum Abschluss steht der Marathon an. Und der „macht mir gar nicht so viel aus“, so Löschke.

Hinter dem 29-Jährigen liegen bewegte Jahre mit Aufs und Abs, einigen Verletzungen und dem Verlust des Kaderstatus‘. Doch seine große Leidenschaft Triathlon hat Löschke dennoch nicht aufgegeben. Er schlägt sich jetzt auch ohne Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft durch.

Zudem hat der einstige Schützling von Marlies Homagk (SV Neptun 08 Finsterwalde) in den vergangenen zwei Jahren die Mittelstrecke für sich entdeckt. 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen – über diese Distanz kam Franz Löschke im Herbst 2017 auf Platz zwei auf Rügen sowie in Miami und schließlich sogar aufs ganz oberste Treppchen beim 70.3-Rennen (das ist die Distanz in Meilen) in Texas.

Nun also die nächste Herausforderung: der lange Kanten. Der wird für den Lausitzer auch ohne das Schwimmen eine Herausforderung. Denn Löschke hatte zuletzt mit einer langwierigen Schambeinentzündung zu kämpfen, viele Monate Therapie inklusive. Erst seit wenigen Wochen ist er schmerzfrei. „Das wird also eine interessante Angelegenheit in Hamburg“, sagt er grinsend. „Ich bin gespannt, wie ich das verkrafte.“

Schon jetzt hat der Wahl-Potsdamer die nächsten Ironman-Wettkämpfe im Blick. Dann wird er sich mit Sicherheit auch kopfüber ins Wasser stürzen dürfen.