ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

LHC verklagt den Deutschen Handball-Bund

Der LHC Cottbus will sich im Kampf um den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga noch nicht geschlagen geben. Von Thomas Juschus

Mit einer Klage vor dem Landgericht Dortmund gegen den Deutschen Handball-Bund (DHB/die RUNDSCHAU berichtete) versucht der LHC zu erreichen, dass die Mannschaft die Punkte aus dem mit 36:22 gewonnenen Punktspiel gegen den HSV Peenetal Loitz zurück bekommt. Das DHB-Bundesgericht hatte das Spiel mit 2:0 Punkten und 0:0 Toren für Loitz gewertet, weil nach Ansicht des DHB fünf Spieler des LHC keine Spielgenehmigung hatten. Mit diesen Punkten wäre der LHC Cottbus indes vor dem letzten Spieltag der Meisterrunde der Regionalliga Nordost Tabellenführer und hätte beste Aussichten auf den Sprung in die 2. Bundesliga.

Rösicke: „Reines Gewissen“
Am Mittwoch ist die 17-seitige Klageschrift des Cottbuser Anwaltsbüros Hebisch & Otto, die der RUNDSCHAU vorliegt, beim Landgericht eingegangen. Erstmals soll nun auf dem zivilgerichtlichen Wege eine Entscheidung eines DHB-Sportgerichtes ausgehebelt werden. „Dieses DHB-Urteil war auf keinen Fall gerecht. Wir haben diese Punkte mit unserer harten Arbeit und unserem eigenen Schweiß schwer erarbeitet. Ich hätte deshalb ein absolut reines Gewissen, wenn wir die Punkte zurück bekommen und deshalb aufsteigen“ , sagte LHC-Cheftrainer Dietmar Rösicke gestern.
Streitpunkt sind die Spielerpässe von Robert Kählke, Toni Podpolinski, Christian Möbius, Robert Martin und Marco Simolka. Für alle fünf Akteure lag ein so genanntes Doppelspielrecht vor, für A-Jugend- und Männermannschaft des LHC Cottbus. Gemäß § 38 der DHB-Spielordnung endete das Jugendspielrecht des Quintetts mit dem Ende der Spielzeit 2004/05.
Das DHB-Sportgericht vertrat in zweiter Instanz - abweichend vom ersten Urteil des Nordostdeustchen Handball-Verbandes - deshalb die Ansicht, dass damit auch das Spielrecht für den Erwachsenbereich für die Partie gegen Loitz am 10. September 2005 erloschen sei. Eine Auffassung, die der LHC verständlicherweise nicht teilt und die nach der Argumentation in der Klageschrift auch nicht durch die DHB-Spielordnung gedeckt sei. „Die ... Spieler des Klägers waren demzufolge auch zum Zeitpunkt des Meisterschaftsspieles gegen den HSV Peenetal Loitz spielberechtigt“ , heißt es deshalb in der Klageschrift. Ob die Klage angenommen wird und in welchem zeitlichen Rahmen ein Urteil zu erwarten ist, war gestern nicht zu ermitteln. Auch der DHB-Vizepräsident Recht, Reiner Witte, war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

DHB hat Regel geändert
Pikant: Das Erweiterte Präsidium des DHB hat auf einer Dringlichkeitssitzung am 2. April in Berlin inzwischen den strittigen Paragraphen 10 der Spielordnung (Spielberechtigung für Jugend- und Erwachsenenmannschaften) geändert. Der Beschluss liegt der RUNDSCHAU ebenfalls vor.