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| 10:32 Uhr

LHC Cottbus trennt sich vom Trainer

Trennung: Der im Juni auslaufende Vertrag von Cheftrainer Dietmar Rösicke wird vom abstiegsbedrohten Handball-Zweitligisten LHC Cottbus nicht verlängert.
Trennung: Der im Juni auslaufende Vertrag von Cheftrainer Dietmar Rösicke wird vom abstiegsbedrohten Handball-Zweitligisten LHC Cottbus nicht verlängert. FOTO: Helbig
Dem akut abstiegsbedrohten LHC Cottbus droht nach nur einem Jahr in der 2. Handball-Bundesliga der sportliche Kollaps. Gestern gab der Verein zum Saisonende die Trennung von Cheftrainer Dietmar Rösicke bekannt. Junioren-Nationalspieler Toni Podpolinski kündigte gegenüber der RUNDSCHAU für den Fall des Abstiegs seinen Wechsel an. Tobias Reichmann hat bereits beim SC Magdeburg II einen Vertrag für die nächste Saison unterschrieben (die RUNDSCHAU berichtete). Von Thomas Juschus

„Auf der letzten Präsidiumssitzung des LHC Cottbus wurde im gemeinsamen Gespräch mit dem Trainer der 1. Männermannschaft, Dietmar Rösicke, beschlossen, dass der am 30.06.2008 auslaufende Vertrag nicht verlängert wird.“ Mit dieser kurzen Mitteilung beendete der Verein gestern um 14.04 Uhr auch öffentlich die Zusammenarbeit mit Rösicke, die am 11. Januar 2005 mit hochtrabenden Zielen begonnen hatte. Langfristig, so der damalige Präsident Torsten Kunze, sollte mit dem international vor allem im Frauen-Handball renommierten Rösicke der Weg in die 1. Bundesliga angepeilt werden.
Rösicke, der die Mannschaft in der Regionalliga übernommen und im vergangenen Jahr in Liga zwei geführt hatte, hatte bereits am Dienstag die Mannschaft informiert. „Für mich gab es hier keine Perspektive mehr“ , sagte der 49-Jährige, der nach einer Serie von Verletzungen - beispielsweise Toni Podpolinski (Kreuzbandriss), Tomasz Wilkosz (Gehirntumor) und Daniel Grobelny (Schleimbeutelentzündung) - momentan nur auf dem vorletzten Tabellenplatz liegt. „Es gab hier seitens des Präsidiums keine Signale mehr, wir wollen alles versuchen für den Ligaverbleib. Das war für mich nicht tragbar“ , so der gebürtige Cottbuser. Die Saison wolle er dennoch mit Anstand zu Ende bringen, die Minimalchance auf den Klassenerhalt wahrnehmen.
Nach Reichmann steht mit Toni Podpolinski der zweite Spieler-Abgang so gut wie fest. „Wenn wir absteigen, bin ich auf jeden Fall weg“ , sagte der 21-Jährige. Nach RUNDSCHAU-Informationen wird der Linkshänder, der wohl im April wieder spielen kann, vom VfL Potsdam und dem EHV Aue umworben. „Ich habe mich noch nicht entschieden“ , sagte der Junioren-Nationalspieler zu seinen Wechselplänen. Auch die ausländischen Profis Machiel Schepers (Niederlande) und Tommi Sillanpää (Finnland) sowie Topscorer Daniel Grobelny (Polen) dürften beim Abstieg auf dem Sprung sein. LHC-Präsident Werner Schaaf kündigte deshalb wohl schon fast vorsorglich an: „Schwerpunktmäßig sollen ab der kommenden Saison verstärkt Spieler aus den eigenen Nachwuchs in die Mannschaft integriert werden. Die Arbeit im Anschlussbereich des LHC wird dem- entsprechend ausgerichtet.“

Zum Thema Tabellenführer zu Gast
 Der LHC empfängt morgen in der Lausitz-Arena (Anwurf: 19 Uhr) Tabellenführer Stralsunder HV. Bei den Cottbusern soll Top-Torjäger Daniel Grobelny wieder mitwirken, dagegen fehlt weiter Dmitro Chukhrov (Ferse). Während die Gäste sportlich die Rückkehr in die Bundesliga anpeilen, plagen den Verein akute Finanznöte: Nach Medienberichten hat der SHV eine Liquiditätslücke in Höhe von rund 200 000 Euro zu beklagen.