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| 15:42 Uhr

Handball
Cottbuser „nicht schlau genug“

Alexander Takev (l.), Robert Takev
Alexander Takev (l.), Robert Takev FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Hektische Schlussphase: LHC-Handballer vergeben den Oberliga-Sieg gegen Werder. Von Wolfgang Swat

In der Handball-Oberliga der Männer haben sich der LHC Cottbus und der HV Grün-Weiß Werder 30:30-Unentschieden getrennt. Die 362 Zuschauer in der Lausitz-Arena erlebten am Samstag über 60 Minuten ein ausgeglichenes Spiel mit einem dramatischen Finale.

Nach dem Schlusspfiff sanken einige LHC-Spieler zu Boden: Erschöpfung und Enttäuschung waren wohl gleichermaßen Gründe. „Die Jungs haben alles gegeben“, anerkannte Trainer Bozidar Bursac, nachdem  er eine halbe Stunde nach dem Abpfiff den Ausgang für den LHC mit dem „Sch…“-Wort zusammengefasst hatte. Die letzten zwei Minuten betrachtet, kann man die Enttäuschung beim LHC und seinem Anhang verstehen.

Durch zwei Tore von Nick Widera in der 55. und 58. Minute waren die Lausitzer 30:28 in Führung gegangen. Werders Trainer nahm bei bereits angezeigtem Zeitspiel durch die Schiedsrichter eine Auszeit. Das hatten die Gästespieler offensichtlich nicht registriert  und  verloren kurz nach der Spielfortsetzung  den Ball. Statt diese Gunst zu nutzen, wollte man  beim LHC offensichtlich durch ein drittes Tor in Folge  schon wenige Sekunden nach diesem Geschenk den „Sack“ zumachen. Ausgerechnet Nick Widera, der bis dahin 18 Tore erzielt hatte und dabei von sieben Siebenmetern profitierte, scheiterte mit einem Wurfversuch. Die folgende Hektik nutzte Werders Torjäger Dominik Nehls, den man ansonsten gut im Griff hatte, mit zwei Treffern  zum Ausgleich. Am Ende hatte der LHC noch Glück, dass ein letzter Konter der Gäste nicht erfolgreich war.

„Werder hat ein gutes Mannschaftsniveau. Die wissen genau, was sie spielen. Wir haben gegen sie  alles versucht. Das es nicht geklappt hat, ist schade. Du darfst dann aber auch nicht in den letzten zwei Minuten zwei Tore kassieren“, haderte Bursac mit dem Spielausgang, den er auch auf  Inkonsequenz der Schiedsrichter zurückführte. „Schon nach wenigen Spielzügen haben sie oft gegen uns Zeitspiel angezeigt, und uns in der letzten Angriffsaktion einen klaren Siebenmeter verweigert“, kritisierte  der Trainer.

Den gesamten Spielfilm abgespult wurde das Unentschieden beiden Mannschaften gerecht. Das räumte auch LHC-Kapitän Robert Takev ein. „Wir waren am Ende nicht schlau genug“, sagte er. „Dennoch ist es ein  Unentschieden mit  faden Beigeschmack.“ Bruder Alexander Takev befand: „Zum Schluss fehlte auch ein Quäntchen Glück. Wir hätten halt ruhiger spielen müssen.“

Einen ruhigen Spielverlauf gab es allerdings über die gesamten 60 Minuten nicht. Vor allem in der ersten Halbzeit (18:18) war es ein munteres „Scheibenschießen“, bei dem bis auf eine Ausnahme jeder Schuss der Werderaner, der aufs Tor des LHC  kam, auch im schwarz-weißen Rechteck landete. Keiner Mannschaft gelang es, sich bei wechselnden Führungen  mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Dass die Gäste nach dem Abpfiff mit dem Punkt zufriedener waren als der LHC, verwunderte angesichts der Schlussdramatik nicht.