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| 02:43 Uhr

LHC Cottbus beschert 1400 Fans ein Wechselbad der Gefühle

Alexander Takev (M.) war mit sechs Toren bester Werfer beim Oberliga-Zweiten LHC Cottbus. Mehr Fotos auf www.lr-online.de/ bilder
Alexander Takev (M.) war mit sechs Toren bester Werfer beim Oberliga-Zweiten LHC Cottbus. Mehr Fotos auf www.lr-online.de/ bilder FOTO: S. Beyer/sby1
Cottbus. Handball-Oberligist feiert gegen Altlandsberg einen schwer erkämpften 25:24-Sieg und bleibt auf Aufstiegskurs. Bei aller Euphorie gab es aber auch Schreckmomente. Von WOLFGANG SWAT / wsw1

Nach drei Auswärtsspielen in Folge mit zwei Siegen und einem Unentschieden erhoben sich die Cottbuser Handball-Fans beim Empfang ihrer Mannschaft zum ersten Heimspiel in diesem Jahr gegen den Tabellendritten der Handball-Oberliga, MTV Altlandsberg, von ihren Plätzen und spendeten herzlichen Beifall. Nach dem Abpfiff war der Jubel gar euphorisch, nachdem der Sieg mit 25:24 unter Dach und Fach gebracht war.

Dazwischen hatten die LHC-Handballern den 1436 Zuschauern in der Lausitz-Arena, darunter auch einige Fußballer von Energie Cottbus, ein Wechselbad der Gefühle zwischen Begeisterung und Schreckmomenten beschert. "Wir sind glücklich, dass wir den Sieg geschafft haben", schätzte Kapitän Marcus Meier nach dem Schlusspfiff ein und fügte verschmitzt hinzu: "Die Zuschauer wollen doch Spannung haben." Selbstkritisch gab er zu, dass es im Spielverlauf ein paar Fehler und ein paar unnötige, weil unvorbereitete und unkonzentrierte Würfe zu viel gegeben habe. LHC-Präsident Frank Prätzel lobte den Einsatzwillen der Mannschaft. "Die wollte den Sieg, und das war wichtig. Es war ein absolutes Kampfspiel", so seine Analyse.

Von Beginn an entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Partie, in der der LHC zwar nie in Rückstand geriet, sich aber nur einmal, beim 9:6 nach 20 Minuten, mit drei Toren absetzen konnte. Fünf Minuten später war die Mannschaft von Altlandsberg, gegen die der LHC seine bisher einzige Niederlage in der laufenden Oberliga-Saison kassierte, beim 9:9 wieder auf Augenhöhe. Zur Halbzeit stand es 10:10, weil die Lausitzer bis dahin zwei Siebenmeter-Würfe nicht verwandelt und sich auch schon zehn "Fahrkarten" geleistet hatten. Offensichtlich waren der Vorteil von Altlandsberg auf der Torhüterposition und die Schwierigkeiten, die die offensive Abwehr der Gäste den Cottbusern bereiteten.

Top-Torschütze Nick Widera, der in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel gekommen war und lange auf der Bank Platz nehmen musste, war es, der die Einheimischen sofort nach Wiederbeginn in Führung brachte. Sechs Minuten später war diese beim 12:13 für Altlandsberg, der einzigen Führung der Gäste im gesamten Spiel, wieder aufgebraucht. Widera, der in der zweiten Halbzeit oft auf der Linksaußenposition agierte, ließ nach dem 14:14 drei Tore hintereinander folgen, und fortan bahnte sich eine vermeintliche Vorentscheidung für den LHC an.

Altlandsberg rückte von der offensiven Deckungsvariante ab, sodass Cottbus auf 20:14 enteilen konnte. "In dieser Phase lief es besser für uns", befand Florian Takev. Die schon nahezu obligatorische "Schlafphase" Mitte der zweiten Halbzeit, die den LHC schon mehrfach in dieser Saison heimgesucht hatte, schien nicht einzutreten.

Dieser Glaube erwies sich als Irrtum. Tor um Tor holte Altlandsberg auf, weil dem LHC technische Fehler unterliefen und freie Würfe leichtfertig vergeben wurden. Zum Glück bekam Julien Adam im Tor in dieser Phase doch noch den einen oder anderen Ball zu fassen. Beim Stand von 23:22 besaßen die Randberliner dennoch die Chance zum Ausgleich.

Die MTV-Spieler versuchten jetzt alles, gingen zur offenen Manndeckung über, die Marcus Meier und Alexander Takev mit Toren zum 24:22 und 25:23 für den LHC überwanden. "Uns hat in einigen Situationen die Abgeklärtheit gefehlt", stellte LHC-Trainer Marcel Linge fest. "Die Mannschaft war heiß, aber nicht gut, hat nur 70 Prozent ihres Könnens gezeigt. Ein Spiel für die Zuschauer war es allemal."

Die 1436 Besucher feierten ihr Team nach dieser packenden Auseinandersetzung trotz mancher Schreckmomente erleichtert und zufrieden mit stehenden Ovationen. Der LHC bleibt damit in der Oberliga auf Aufstiegskurs, rangiert bei einem Spiel weniger mit 27:5 Punkten hinter Spitzenreiter Stralsunder HV (28:6) auf Platz zwei.