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| 02:40 Uhr

Levys schwierige Saison endet mit Schmerzen

Zum Auftakt der Bahnrad-DM in Cottbus war Levy am Donnerstag mit Ehefrau Madeleine und den Töchtern Mila-Julie und Tessa-Lynn als Zuschauer zu Gast. Am Freitag stieg er dann selbst aufs Rad.
Zum Auftakt der Bahnrad-DM in Cottbus war Levy am Donnerstag mit Ehefrau Madeleine und den Töchtern Mila-Julie und Tessa-Lynn als Zuschauer zu Gast. Am Freitag stieg er dann selbst aufs Rad. FOTO: mih1
Cottbus. Noch bevor Maximilian Levy am Freitagabend zum ersten Mal bei den 130. Deutschen Bahnradmeisterschaften auf seiner Cottbuser Heimatbahn ins Renngeschehen eingriff, war klar: Dieses Saison wird für ihn mit Schmerzen enden. Jan Lehmann

Am 5. September wird der 29-Jährige operiert - mal wieder an der rechten Schulter. Es wird der vierte Eingriff an dieser Stelle innerhalb von zweieinhalb Jahren sein. Levy hofft, dass es auch der letzte ist.

Der Bahnradsprinter lässt sich jene Metallplatte entfernen, die seine Schulter im zurückliegenden Olympiazyklus zusammengehalten hatte. Sie ist das bittere Andenken an den schweren Sturz beim Weltcup in Kolumbien im Februar 2014. Die darauffolgende Leidenszeit mit den Komplikationen nach der Operation in einem kolumbianischen Krankenhaus hatte Levy viel Kraft gekostet - physisch wie psychisch. Womöglich so viel Kraft, dass der Akku am Ende bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro leer war.

Liebend gern wäre der Cottbuser mit einer Olympia-Medaille um den Hals zu den Meisterschaften auf der Heimbahn gekommen. Stattdessen brachte er eine große Portion Frust mit, die er auch noch nicht verbergen kann. Levy gibt zu: "Ich habe das noch gar nicht so richtig verarbeitet. Ich brauche Zeit, um wieder im Alltag anzukommen."

Direkt nach Rang 27 im olympischen Keirin-Rennen hatte der Cottbuser im RUNDSCHAU-Interview ehrlich erklärt: "Dieses Ergebnis ist ein Desaster." Rückblickend betont er: "Das galt nur für den Keirin, nicht für meinen kompletten olympischen Auftritt. Zumindest mit Rang neun im Sprint kann ich leben." Und dennoch: Zufrieden ist Levy nicht. Die Schuld für das bis auf den Olympiasieg von Kristina Vogel und Teamsprint-Bronze der Damen eher dürftige Abschneiden der deutschen Bahnradsportler sucht er im eigenen Lager und fängt selbstkritisch bei sich an: "Wir brauchen gar nicht nach rechts und links schauen, sondern nur auf unsere Arbeit. Wir haben nicht unsere Bestleistungen auf die Bahn gebracht. Da muss ich zuallererst mich selbst hinterfragen."

Für diese Analyse hat Levy nach den Meisterschaften und der Operation Zeit. Er rechnet je nach Heilungsverlauf mit etwa sechs bis acht Wochen Zwangspause. Ein Urlaub mit seiner Frau Madeleine und den Töchtern Tessa-Lynn (3 Jahre) und Mila-Julie (7 Monate) steht auch an. Levy gibt zu: "Die Sehnsucht nach etwas Ruhe für den Körper und für den Kopf ist riesig." Und die Sehnsucht nach neuen Rennen? Der Cottbuser will sich noch nicht festlegen. Doch wenn man mitbekommt, wie genau er die Termine für Weltcups, WM und die EM 2017 in Berlin schon im Kopf hat, lehnt man sich wohl nicht zu weit über den Lenker, wenn man prognostiziert: Die Deutschen Meisterschaften in Cottbus werden garantiert nicht die letzten Titelkämpfe mit Maximilian Levy gewesen sein.

Zum Thema:
Die vierfache Junioren-Weltmeisterin Emma Hinze vom RSC Cottbus hat ihren ersten Titel im Elite-Bereich gewonnen. Die 18-Jährige, in Rio Ersatzfahrerin, siegte am Freitagabend bei den Deutschen Meisterschaften auf der Radrennbahn in Cottbus in Abwesenheit von Sprint-Olympiasiegerin Kristina Vogel und Miriam Welte im Keirin.